Inselbad in Stuttgart Bad zieht nach sexuellen Übergriffen Konsequenzen

Im Inselbad gab es am Wochenende viel Aufregung. Foto: Andreas Rosar/Fotoagentur-Stuttgart (Archiv)

Nach vier Fällen von sexueller Nötigung an einem Wochenende reagiert das Stuttgarter Bäderamt mit einer kurzfristigen Maßnahme.

Lokales: Christine Bilger (ceb)

Das Pfingstwochenende ist das erste richtig heiße Freibadwochenende gewesen, dazu noch der Ferienbeginn: Die Stuttgarterinnen und Stuttgarter strömten in die Schwimmbäder. Auch im Inselbad Untertürkheim war viel los – und dabei kam es auch zu vier unschönen Zwischenfällen. Jugendliche und Frauen wurden sexuell belästigt. Drei Fälle wurden aktenkundig, mehrere Tatverdächtige hat die Polizei gefasst. Ein weiterer Fall trug sich im Vaihinger Freibad zu. Das erinnert an den vergangenen Sommer. Als der so richtig durchstartete, waren es an einem Wochenende im Juni gleich fünf Fälle, wegen der die Polizei nach Untertürkheim ins Freibad gerufen wurde.

 

Jedoch blieb es im vergangenen Jahr bei diesen fünf aktenkundigen Fällen für alle Stuttgarter Freibäder, sagt Jens Böhm, der Sprecher der Bäderbetriebe. „Leider alle fünf in Untertürkheim im Inselbad“, fügt er hinzu.

Am kommenden Wochenende wird das Sicherheitspersonal aufgestockt

Es bleibt jedoch die Hoffnung, dass die Statistik trotz dieses Starts mit gleich vier Fällen nicht in die Höhe schießt. Die höchste Zahl sexueller Belästigungen, die die Bäderbetriebe für alle Freibäder in den zurückliegenden acht Jahren zählte, waren elf im Jahr 2019, acht davon trugen sich im Inselbad zu. Ein Jahr zuvor waren es sieben gewesen.

Die darauffolgenden Jahre kann man für den Vergleich nicht richtig heranziehen, denn aufgrund der Schutzmaßnahmen zur Eindämmung der Coronapandemie waren die Bäder weniger voll. So gab es im Jahr 2020 keinen, im Jahr darauf einen Fall der sexuellen Belästigung.

Man will im Inselbad aber nichts dem Zufall überlassen. Am kommenden Wochenende werde das Sicherheitspersonal aufgestockt, heißt es. Statt zwei Mitarbeitenden werden dann sechs auf Patrouille gehen. Sie übernehmen Aufgaben, die die Tätigkeit der Schwimmmeister ergänzen. Wer sich in Sachen sexueller Übergriffe in den Stuttgarter Bädern etwas zu Schulden kommen lässt, kann sich dort nicht mehr blicken lassen. Er wird mit einem unwiderruflichen Haus- und Badeverbot belegt.

Der Oberbürgermeister Frank Nopper (CDU) hat ein konsequentes Vorgehen angekündigt: „Wir gehen mit voller Entschiedenheit gegen diese Übergriffe vor. Es gibt null Toleranz! Unsere Freibäder sollen sichere Orte sein, an denen sich alle Besucherinnen und Besucher wohlfühlen können.“

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