SG Sonnenhof Großaspach 18 Siege am Stück – Serientäter aus dem Fautenhau nicht zu stoppen

Trainer Pascal Reinhardt treibt sein Team von Sieg zu Sieg. Foto: Imago/Eibner/Gerald Oelze-de Stoppany

19 Oberligaspiele, 18 Siege, ein Unentschieden, null Niederlagen. Mit dieser Rekordserie geht die SG Sonnenhof Großaspach in ihr letztes Oberligaspiel des Jahres. Woher kommt diese eindrucksvolle Dominanz des Teams von Trainer Pascal Reinhardt?

Sport: Jürgen Frey (jüf)

Wenn Pascal Reinhardt an die Zeit vor einem halben Jahr zurückdenkt, fällt dem Trainer der SG Sonnenhof Großaspach vor allem eines ein: „Es herrschte eine riesengroße Leere.“ Der Fußball-Oberligist hatte innerhalb einer Woche die Arbeit einer ganzen Saison verspielt. Erst mit dem 1:4 im eigenen Stadion gegen den eine Woche zuvor aus der Regionalliga abgestiegenen VfR Aalen den WFV-Pokal-Sieg und die damit verbundene DFB-Pokal-Teilnahme.

 

Sieben Tage später dann den Aufstieg in die Regionalliga. Am letzten Oberliga-Spieltag der Saison 2023/24 war die SG durch ein 1:1 beim Absteiger FC Holzhausen vom ersten auf den dritten Platz durchgereicht worden. „Wir haben sehr vieles hinterfragt. Letztendlich haben uns diese Misserfolge weitergebracht, wir haben daraus Kraft gezogen“, sagt Reinhardt. Sein Team sei nun stabiler, abgezockter, gieriger, aber auch variabler und schwerer ausrechenbar.

55 von 57 möglichen Punkten

Vieles war in der Vergangenheit auf Mittelstürmer Dominik Salz (zum Karlsruher SC II) abgestimmt. Dass die erste Saison ohne den kampfstarken Torjäger (15 Treffer 2023/24) so überragend erfolgreich funktioniert, war nicht vorherzusehen. Die SG hat nach dem 2:2 am ersten Spieltag daheim gegen den Aufsteiger FC Zuzenhausen alle folgenden 18 Oberligaspiele gewonnen, bei einem Torverhältnis von 65:10 satte 55 von 57 möglichen Punkten ergattert. Zudem steht der Club nach einem 2:0-Sieg gegen Regionalligist 1. Göppinger SV im WFV-Pokal-Viertelfinale (Auslosung im Januar 2025).

Der Vorsprung vor dem letzen Spiel des Jahres am kommenden Samstag um 14 Uhr beim FSV 08 Bietigheim-Bissingen auf die zweitplatzierte TSG Balingen (dort gewann die SG mit 6:0) beträgt bereits neun Punkte. Zum Dritten VfR Mannheim sind es 15 Zähler. Gegner Bissingen hat als Achter fast unglaubliche 26 Punkte Rückstand auf die Serientäter aus dem Fautenhau.

Eisele schlägt voll ein

Wie dies alles zu erklären ist? Sicher nicht nur mit der gewonnenen Stärke aus dem Misserfolg vor einem halben Jahr. „Es gibt nicht den einen und einzigen Grund“, sagt Reinhardt. Fest steht zumindest: Der vom Regionalligisten FC 08 Homburg gekommene ehemalige VfB- und Kickers-Jugendspieler Fabian Eisele hat voll eingeschlagen. 15 Saisontore hat der 29-Jährige bereits auf seinem Konto.

„Er ist ein Killer in der Box, aber dennoch kein reiner Strafraumstürmer, er hat auch ein gutes Gespür für die Halbräume“, sagt Reinhardt, bis zu seinem Kreuzbandriss früher selbst erfolgreicher Angreifer unter anderem in der Kickers-Jugend, beim FC Bayern München II, 1. FSV Mainz 05 II und SSV Ulm 1846. Noch einer ist aus diesem gelungenen Mix von Toptalenten und erfahrenen Kräften im SG-Ensemble hervorzuheben: Kapitän und Mittelfeldorganisator Volkan Celiktas (29) hält den Laden zusammen.

Kilometerfresser in Sachen Fußball

Ob sein Team jetzt schon regionalligatauglich ist? „Definitiv, wir haben sehr viel Qualität“, ist sich Reinhardt sicher. Für der 32-Jährigen ist die SG nach seiner Tätigkeit beim FC Holzhausen erst die zweite Station als Cheftrainer. Dort war er in Personalunion übrigens auch Sportlicher Leiter. Eine Position, die seit Kurzem bei der SG vakant ist. Der Verein trennte sich Ende November von Frank Sigle, ein Nachfolger steht noch nicht fest. „Es ist eine Entscheidung der Verantwortlichen, die ich mittrage“, sagt Reinhardt, mehr ist ihm dazu nicht zu entlocken.

Eine Doppelfunktion wie einst in Holzhausen kommt für ihn nicht infrage. Sein Trainervertrag läuft im Sommer aus. „Kein Stress, wir sind in gutem Austausch“, sagt der Kilometerfresser in Sachen Fußball. Von seinem Wohnort Nagold sind es 95 Kilometer nach Großaspach. Rund 75 Minuten sitzt er jeweils für Hin- und Rückweg im Auto. Doch im Erfolgsfall fährt sich’s einfacher. Garantiert.

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