SG Sonnenhof Großaspach So fiebert Trainer Pascal Reinhardt dem Hit gegen Leverkusen entgegen

Pascal Reinhardt hat seit geraumer Zeit viel Grund, seiner Mannschaft zu applaudieren. Foto: Baumann

Die SG Sonnenhof schwimmt auf der Erfolgswelle und fiebert dem Pokalhit gegen Leverkusen entgegen. Trainer Pascal Reinhardt sagt, was sein Team auszeichnet und wer ihn geprägt hat.

Sport: Jürgen Frey (jüf)

Fußball-Regionalligist SG Sonnenhof Großaspach empfängt in der ersten DFB-Pokalrunde den deutschen Vizemeister Bayer Leverkusen (Freitag, 18 Uhr). Trainer Pascal Reinhardt gibt Einblicke vor dem Duell David gegen Goliath.

 

Herr Reinhardt, Ihr Team scheint nicht zu bremsen zu sein.

Zufrieden bin ich nie. Aber vor allem, wie wir zuletzt bei unserem 4:1 in Walldorf zurückgekommen sind, ist schon aller Ehren wert. Wir lagen 0:1 in Rückstand, unser Verteidiger Elias Rahn musste mit einer Fraktur am Arm ausgewechselt werden und kam ins Krankenhaus, ein Zuschauer ist bei der Hitze auch noch umgekippt. Wir mussten sehr viele Widerstände überwinden. Das ist alles nicht selbstverständlich.

In Walldorf stand mit Loris Maier nur ein Neuzugang in der Anfangself.

Das ist bestimmt auch ein Grund, dass wir so gut aus den Startlöchern gekommen sind. Wir kennen uns gegenseitig, mussten nicht bei null beginnen und konnten sofort den Schwung der vergangenen Erfolgssaison mitnehmen.

Wie oft wurden Sie auf einen möglichen Durchmarsch in Liga drei angesprochen?

(Lacht) Ab und zu bekomme ich das zu hören. Auch wenn das eher spaßig gemeint ist, die Erwartungshaltung von außen ist schon hoch. Aber wir sind demütig und wissen unsere Rolle einzuordnen.

Was zeichnet Ihr Team aus?

Wir sind stark und mutig mit Ball. Wir können immer Tore schießen und verteidigen nach einer Führung dann alles mit einer geschlossenen Mannschaftsleistung weg. Dass wir in der vergangenen Saison von 34 Oberligaspielen nur eines verloren haben, hat unserem Selbstvertrauen natürlich gutgetan. Aber uns ist völlig klar, dass noch ganz andere Gegner auf uns warten.

Zum Beispiel am Freitag.

Das ist natürlich ein totales Ausnahmespiel gegen ein Topteam in Europa. Dieser DFB-Pokalhit gegen Bayer Leverkusen ist ein absolutes Highlight für uns, das wir genießen wollen.

Und dabei den Gegner bestimmt auch ärgern wollen?

Im Optimalfall, ja. Wir wollen das Spiel so lange wie möglich offen halten und es ihnen so schwer wie nur möglich machen. Wenn wir einen Sahnetag erwischen, Bayer einen gebrauchten, dann wollen wir da sein und zugreifen.

Haben Sie persönlich DFB-Pokal-Erfahrung?

Nein, ich habe als Spieler mit dem FC 08 Homburg 2014 den Saarland-Pokal gewonnen. Es wäre gegen Borussia Mönchengladbach gegangen, doch ich bin dann zu Mainz 05 gewechselt.

Von Titz am meisten geprägt

Und ihre Spieler?

Toni Aidonis spielte mit Dynamo Dresden mal gegen den FC St. Pauli und verlor 2:3. Fabian Eisele hat die sagenhafte Pokalreise mit dem 1. FC Saarbrücken 2020/21 mitgemacht, die erst im Halbfinale endete.

Sie selbst sind erst 32 Jahre alt, von welchem Trainer haben Sie am meisten mitgenommen?

Erst einmal macht mir die Arbeit als Trainer unglaublich viel Spaß. Fußball ist mein Leben. Am meisten geprägt hat mich zu meiner Zeit in Homburg Christian Titz (Anm.: aktuell Coach von Zweitligist Hannover 96) mit seiner Spielidee. Unter ihm habe ich die größte Entwicklung genommen. Aber natürlich gehe ich als Trainer meinen eigenen Weg.

Der nach der Saison 2023/24 bei der SG um ein Haar zu Ende gewesen wäre, als Sie am letzten Oberliga-Spieltag von Platz eins auf drei abstürzten?

Beide Seiten haben nach diesem Negativerlebnis vieles überdacht. Wir haben Fehler gemacht, die Saison knallhart analysiert und uns für Kontinuität entschieden. Das hat sich ausgezahlt. Dass wir gestärkt daraus hervorgehen, davon waren wir überzeugt. Dass es zu einer solch außerordentlichen Erfolgsgeschichte führt, konnte keiner erahnen.

Was wünschen Sie sich für Freitag?

Dass es ein geiles Spiel wird und wir an unsere Chance glauben.

Zur Person

Karriere
Pascal Reinhardt wurde am 11. September 1992 in Horb am Neckar geboren. Seine Karriere begann er beim VfL Hochdorf. Seinem Heimatverein blieb er bis zur D-Jugend treu. Ab der C-Jugend stürmte er für die Jugendmannschaften des SSV Reutlingen, sein zweites A-Jugend-Jahr verbrachte er bei den Stuttgarter Kickers. Zur Saison 2011/12 wechselte der damals 19-Jährige zum FC Bayern München II. Er wechselte zum Regionalligisten FC 08 Homburg, machte dort mit zwölf Toren den FSV Mainz 05 auf sich aufmerksam. Dort folgte mit einer langwierigen Verletzung am Sprunggelenk 2015 das Ende einer möglichen Profikarriere.

Persönliches
Pascal Reinhardt ist ledig, lebt in Nagold. Er hat eine Ausbildung abgeschlossen (Online-Sporthandel). (jüf)

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