Eine Content Creatorin aus dem Kreis Ludwigsburg macht auf Social Media ihrem Ärger über einen AMG-Testfahrer Luft – und erntet dafür Kritik und Hasskommentare.

Ludwigsburg: Nicole Töppke (top)

Wer häufiger rund um Affalterbach unterwegs ist, kennt sie: die auffällig beklebten Entwicklungsfahrzeuge von AMG. Die sogenannten Erlkönige sind mit speziellen Tarnfolien versehen, um Prototypen vor der offiziellen Vorstellung zu verbergen und Design-Details zu schützen. Die hochmotorisierten Fahrzeuge der Mercedes-Benz-Tochtergesellschaft sorgen allerdings nicht nur mit ihrem auffälligen Aussehen für Aufsehen.

 

Eine junge Frau aus dem Kreis Ludwigsburg macht in einem Instagram-Video ihrem Ärger über die Fahrzeuge Luft. „Wenn eure Testfahrer, oder wie man die nennt, schon mit euren abgeklebten Autos hier durch die Gegend düsen müssen, dann richtet ihnen doch bitte ein kleines Briefing aus“, bittet Nathascha Bernhardt, die sich auf Instagram „Naddyrlich“ nennt. Knapp 17 000 Menschen folgen ihr auf der Plattform. „Nämlich, dass man in 30er-Zonen auch 30 fährt und vor allem dafür sorgt, dass man Menschen und Hunde nicht überfährt.“

AMG in Affalterbach Foto: Werner Kuhnle

AMG-Mitarbeiter werden umfassend geschult

Laut AMG-Sprecher Jochen Übler werden die Entwickler des Motorenbauers bereits „umfassend und immer wieder geschult“. Dies betreffe primär den Umgang mit Entwicklungsfahrzeugen – auch auf Testgeländen, wo der Großteil der Test- und Entwicklungsfahrten stattfinde. „Darüber hinaus sind alle unsere Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter entsprechend aufgefordert, sich im Straßenverkehr angemessen zu verhalten und natürlich, sich an die Verkehrsregeln zu halten“, sagt Übler.

Hinweise anderer Verkehrsteilnehmer auf Fehlverhalten nehme das Unternehmen sehr ernst. „Bei genaueren Hinweisen gehen wir dem Vorfall nach und sensibilisieren die betroffene Person persönlich.“ Häufigere Beschwerden seien AMG allerdings nicht bekannt. Da sich die Aussage im konkreten Fall sehr pauschal hält, könne das Unternehmen der Sache nicht explizit nachgehen. „Wir haben jedenfalls die infrage kommenden Bereiche nochmals sensibilisiert“, sagt der AMG-Sprecher.

User fordern Kontaktaufnahme zu AMG

In den Kommentaren fragen sich viele Nutzer, warum sich Bernhardt nicht direkt an das Unternehmen gewandt hat. „Ich habe mir das Kennzeichen nicht gemerkt, weil der so schnell durchgebrettert ist, dass ich es nicht gesehen habe“, sagt sie im Video.

Neben vielen Kommentaren, die deutlich unter die Gürtellinie gehen, scheint der Tenor der Nutzer zu sein: Eine Kontaktaufnahme mit dem Unternehmen wäre sinnvoller gewesen als ein Video zu posten. Was genau Bernhardt und ihrem Hund passiert ist, lässt sie auf Anfrage unserer Zeitung offen.