Shoppingcenter im Kreis Ludwigsburg Breuningerland wird aufwendig umgebaut

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Das Haus steht vor großen Veränderungen. Wie genau die aussehen, teilt das Unternehmen aber nicht mit. Auch im Center-Management gibt es Veränderungen. Warum der bisherige Betreiber ausgetauscht wurde, ist ebenfalls nicht bekannt.

Das Breuningerland wird umgebaut. Wie genau die Arbeiten an dem Shopping-Tempel aussehen, ist nicht bekannt. Foto: Werner Kuhnle
Das Breuningerland wird umgebaut. Wie genau die Arbeiten an dem Shopping-Tempel aussehen, ist nicht bekannt. Foto: Werner Kuhnle

Ludwigsburg - Geht es um die eigenen Warenhäuser, ähnelt die Informationspolitik von Breuninger der eines Geheimdienstes: Das Stuttgarter Unternehmen gilt als verschwiegen. Jetzt hat Breuninger eine Mitteilung veröffentlicht und diesen Ruf eindrucksvoll untermauert, denn das Papier wirft mehr Fragen auf, als dass es Antworten gibt. Die zentralen Aussagen: Man werde einen dreistelligen Millionenbetrag in die Breuningerländer in Ludwigsburg und Sindelfingen investieren. Außerdem werden die Malls statt wie bisher von der ECE demnächst von Unibail-Rodamco-Westfield (URW) betrieben.

Beide Nachrichten sind eine Überraschung. Zwar war bekannt, dass die Warenhäuser erweitert werden sollen. Für Sindelfingen hatte Breuninger die Erlaubnis vor Gericht erfochten, in Ludwigsburg waren der Genehmigung kontroverse Debatten vorausgegangen. Zahlreiche Kommunen fürchten, der Ausbau auf der Grünen Wiese gefährde den Handel in den Innenstädten, entsprechend heftig war der Widerstand. „Ich denke aber, dass wir ein gutes Verhandlungsergebnis erzielt haben“, sagt der Ludwigsburger Bürgermeister Michael Ilk.

Was passiert mit den drei Millionen Euro?

So ist die Genehmigung der Stadt an die Vorgabe geknüpft, dass die heute 40 000 Quadratmeter große Mall nur um 2500 Quadratmeter wachsen darf. Zudem dürfen die zusätzlichen Flächen ausschließlich an Gastronomie- und Dienstleistungsbetriebe vermietet werden. Auch die Erweiterung des Parkhauses wurde erlaubt; die dafür notwendigen Bauarbeiten haben bereits begonnen.

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Vor dem Hintergrund der strengen Auflagen überrascht vor allem die enorme Höhe der Investition. Wie viel von dem dreistelligen Millionenbetrag nach Sindelfingen und wie viel nach Ludwigsburg fließt, verrät Breuninger nicht. Alle Aussagen dazu, was mit dem vielen Geld gemacht werden soll, bleiben nebulös.

In der Mitteilung heißt es es, man werde „stark in die Innovationskraft und die Servicequalität investieren“. Details werden nicht genannt, Nachfragen nicht beantwortet. „Wir freuen uns auf den Start der vom Jahr 2021 an geplanten Umbaumaßnahmen, in die wir große Erwartungen setzen“, sagt der Breuninger-Chef Holger Blecker.

Center-Management: URW ersetzt ECE

Gar völlig unerwartet kommt der Wechsel im Management. Die ECE aus Hamburg betreibt europaweit 195 Shopping-Center, im Raum Stuttgart unter anderem das Milaneo, die Königsbau-Passagen und das Leo-Center. Mit der Wiederbelebung des Marstalls in Ludwigsburg machte die ECE sich und dem von ihr betriebenen Breuningerland sogar selbst Konkurrenz. Das ist jetzt vorbei. „Mit Unibail-Rodamco-Westfield haben wir einen kompetenten Partner für den Betrieb gewinnen können“, sagt Blecker. Der französische Immobilienkonzern ist ebenfalls ein Schwergewicht und freut sich, zwei dicke Fische an Land gezogen zu haben. Die Breuningerländer seien „mit ihrem hochwertigen Markenmix, ihrer individuellen Positionierung sowie ihrem attraktiven Einzugsgebiet außergewöhnlich gut aufgestellt“, sagt Andreas Hohlmann, der Deutschland-Chef von URW.Lesen Sie hier: So darf das Breuningerland in Ludwigsburg erweitert werden

Wenn indes alles in Butter ist, stellt sich die Frage, warum Breuninger das Management überhaupt auswechselt. Eine Antwort gibt es darauf aus Stuttgart nicht.