Show bei Stihl Wenn die Holzspäne durch die Gegend peitschen

Da muss selbst ein Profi pusten: Bauer mit der zwei Meter langen Handsäge. Foto: Gottfried Stoppel

Der Timbersports-Athlet Peter Bauer beeindruckt sein Publikum in der Stihl-Markenwelt gleich in mehreren Disziplinen. Als Höhepunkt des Jahres steht für den deutschen Meister die WM im November in Toulouse an.

Eine Weltfirma sollte nicht nur mit einem repräsentativen Stammsitz punkten, sondern darf gerne auch mit einem attraktiven Betriebsmuseum locken. Erfolgreich umgesetzt wurde dieses Konzept beim Steiff-Museum in Giengen an der Brenz oder mit der Märklin-Erlebniswelt in Göppingen.

 

Moderne Architektur am Remsufer

Seit gut einem Jahr hat nun auch der weltweit bekannte Motorsägenhersteller Stihl einen allein durch die moderne Architektur herausragenden Anziehungspunkt am Remsufer vorzuweisen. Der baden-württembergische Ministerpräsident Winfried Kretschmann schritt als Ehrengast bei der Vorabbesichtigung über den orangenen Teppich – getreu der bevorzugten Farbe der Waiblinger Firma. Ende September 2023 folgte dann die Eröffnung dieses Stihl-Markenwelt getauften Ausflugsziels für die ganze Familie.

Um die Lust auf einen Besuch des Motorsägen-Mekkas zu steigern, warten die Markenwelt-Strategen immer mal wieder mit besonderen Events auf. Etwa mit Unplugged-Konzerten wie mit dem Acoustic-Duo Daniel und Jogse in dem amphitheaterähnlichen Sitzbereich vor dem Markenwelt-Café. Bereits im Juli, passend zur hölzernen Materie, öffentliche Carving-Shows, bei denen Meister ihres Fachs ihre Schnitzkünste mit der Motorsäge demonstrierten.

Muskelkraft und extremes Tempo

Peter Bauer mit seiner „Wahnsinns-Axt“ Foto: Gottfried Stoppel

Weniger filigrane Kunst und Ästhetik, sondern Muskelkraft, exaktes Timing und wahnsinnig hohes Tempo sind wiederum am Tag der Deutschen Einheit vonnöten. Bereits am Donnerstagvormittag haben sich an die 150 Menschen an der Markenwelt eingefunden, um Peter Bauers Körperbeherrschung zu begutachten. Der 44-Jährige ist von Beruf Statiker, hat davor Zimmermann gelernt – und zerhackt und zersägt als Spitzensportler Baumstämme binnen weniger Sekunden. Er gehört zur von Stihl unterstützten Timbersports-Serie. Der Begriff nimmt den Ausruf „Timber“ der Holzfäller auf, wodurch sie vor einem fallenden Baumstamm warnen.

Bauer ist, das darf man ohne Übertreibung sagen, pure Energie. Bei knapp 1,80 Meter Größe kommt er auf ein Gewicht von 100 Kilogramm. Ein echtes Kraftpaket also, das allerdings diese Voraussetzungen in beeindruckende Geschwindigkeit umsetzen muss. In der von Jörg Bläsi moderierten Show – er ist selbst als Motorsägenbastler ständig auf der Suche nach verbesserten Arbeitsgeräten und ansonsten bei Stihl im Marketing aktiv – präsentiert Bauer fünf der insgesamt sechs Timbersports-Disziplinen.

Weltweit nur fünf oder sechs Hersteller für die Sportaxt

Für den Standing Block Chop betritt der in Schmidmühlen lebende Bauer – „ich bin aus Bayern, das hört man wahrscheinlich an meinem Dialekt“ – mit einer „Wahnsinns-Axt“ (Bläsi) die Bühne. Eine solche, bis zu dreieinhalb Kilo schwere Axt mit derartigen Dimensionen gibt’s nicht im Baumarkt, sondern nur bei fünf oder sechs Herstellern weltweit. „Meine kommt aus Neuseeland“, berichtet Bauer und ergänzt mit Blick auf dessen Schärfe: „Damit kann man sich problemlos rasieren.“

Durch den anfeuernden Applaus des Publikums stimuliert, bewältigt der Sportler in rasantem Tempo die Herausforderungen. Noch riskanter sieht der Underhand Block Chop aus. Nur Millimeter von den Schuhen entfernt saust die Axt in den Baumstamm – „das schaut gefährlich aus, ist aber eher einfach“, sagt Bauer, „außerdem habe ich ja Kettensocken an, da kann nix passieren“.

Auch bei den weiteren Auftritten macht der amtierende deutsche Vizemeister („mir haben nur zwei Zehntel zum Titel gefehlt“) Bella Figura. Bei der Stock Saw greift er zum siebeneinhalb Kilo schweren Motorgerät und sägt in weniger als 15 Sekunden zwei Cookies, also schmale Scheiben, vom Baumstamm. „Bei der Deutschen Meisterschaft lag nur eine Sekunde zwischen dem ersten und dem letzten Teilnehmer“, berichtet Bauer im Anschluss den Zuschauern, „wer da den Start verpennt, hat keine Chance mehr.“

Dreimal drei Stunden Training in der Woche

Vor dem Startsignal müssen beide Hände des Sportlers auf den Stamm gelegt werden. Foto: Gottfried Stoppel

Eindrucksvoll gerät das Springboard: Dabei muss Bauer in einen senkrechten Stamm zunächst mal sogenannte Taschen schlagen, dort dann ein Stehbrett einklemmen, draufspringen, vor da aus das nächste Brett anbringen, um dann in vier Meter Höhe den Block durchzuhauen. „Das braucht sehr viel Übung, da sind wir alle schon mal gefallen, wenn das Brett nicht hält“, sagt Bauer, der bei dieser Disziplin erstmals wirklich außer Atem kommt. Doch er muss auch noch die kommenden Wochen sein wöchentliches Training von mindestens dreimal drei Stunden beibehalten, bis zur Timbersports-WM im November im französischen Toulouse.

Nach Bauers Auftritt dürfen sich sägewillige Zuschauer mit der knapp zwei Meter langen Handsäge, der Single Buck, an einem dicken Pappelstamm ausprobieren. Torsten, wie er sich vorstellt, hat die richtige Technik zwar bald raus und die Scheibe recht zügig abgesägt – doch er ist fix und foxi: „Des isch übel anschdrengend“, sagt er japsend.

Shows Wer sich ebenso selbst an der Zugsäge verausgaben oder nur den Auftritten zuschauen möchte: Auch am Brückentag, an diesem Freitag, 4. Oktober, präsentiert Peter Bauer bei der Stihl-Markenwelt seine Fähigkeiten – um 11 Uhr, um 13 Uhr und um 15 Uhr.

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