Der Mythos um die Zarentochter bekommt kein zweites Spieljahr in Stuttgart: In diesem Herbst feiert das Musical „Ghost“, das zuvor in Hamburg und Berlin gespielt worden ist, Premiere als Nachfolge-Show von „Anastasia“.

Lokales: Uwe Bogen (ubo)

Stuttgart - Hamburg erlebte Kurzzeit-Geister: Für „Ghost – Das Musical“, das nun nach Stuttgart kommt, war im Januar dieses Jahres im dortigen Operettenhaus bereits nach drei Monaten Schluss. Dann musste die weltberühmte Liebesgeschichte von Molly und Sam, nach dem Filmklassiker „Ghost – Nachricht von Sam“ aus dem Jahr 1990 (in den Hauptrollen: Demi Moore und Patrick Swayze), für die nagelneue Show „Tina“ weichen. Erst kürzlich ist das Musical mit den Hits der heute 79-jährigen Rock-Legende in der Hansestadt stürmisch gefeiert worden.

In Berlin war „Ghost“ seit der Deutschand-Premiere im Dezember 2017 im dortigen Theater des Westens auf zehn Monate gekommen. In Stuttgart sollen die Geister etwa elf Monate lang toben – so lange, wie bisher in Deutschland noch nirgends. In ihrem Castingaufruf stellt die Stage Entertainment den Darstellerinnen und Darsteller einen Vertrag in Aussicht, der von Ende September 2019 bis September 2020 geht. Bewerbungsschluss für die Audtions ist am 28. März, eine Woche nach der Stuttgart-Premiere von „Aladdin“.

In Berlin hat Alexander Klawes den Banker Sam gespielt

Eigentlich wollte der Musical-Marktführer die Nachricht über den Show-Wechsel auf den Fildern erst Mitte April öffentlich bekanntgeben, wenn der rote Teppich für die Wunderlampe eingerollt ist und Popstars wie Max Mutzke und Cassandra Steen nach ihrem Benefizkonzert zum 25. Geburtstag des Musicals in Stuttgart am 8. April weitergezogen sind. Doch in den sozialen Medien hat es sich herumgesprochen, was im Palladium-Theater nach dem Abschied von „Anastasia“ im Herbst geplant ist. Nach einem Jahr muss die Zarentocher im SI-Centrum abdanken. Der Auditionsaufruf für „Ghost“, der in den Musicalhäusern aushängt, ist mit Postings öffentlich geworden. Geheimhaltung funktoniert in digitaler Zeit kaum noch. Was außerdem auffällt: Die Spielzeiten der Shows werden immer kürzer. Bei „Miss Saigon“ waren es in Stuttgart noch fünf Jahre.

Die Stage Entertainment bestätigt den Show-Wechsel

Matthias Pusch, der Pressechef der Stage Entertainment für den Süden und Westen, hat am Dienstag die Informationen unserer Zeitung bestätigt: „Auch wenn wir gerade mit großen Schritten auf die ,Aladdin’-Premiere in der kommenden Woche im Apollo-Theater zugehen, planen wir derzeit in der Tat auch schon die Spielzeit nach ,Anastasia’ im Palladium-Theater. Und da können sich die Zuschauer mit ,Ghost’ auf ein neues Musical-Highlight freuen, das bereits in Berlin und Hamburg sehr erfolgreich lief. Allerdings sind wir derzeit noch in einer sehr frühen Planungsphase der Show. Der Vorverkauf öffnet voraussichtlich erst Mitte April.“

Die Hauptrolle des Sam hat in Berlin Musicalstar Alexander Klawes gespielt. Sam ist ein Banker, der mit seiner Freundin Molly in New York lebt. Als er bei einem Straßenraub ums Leben kommt, findet er sich in einer Art Zwischenreich zwischen Leben und Tod wieder. Mit Hilfe des Mediums Oda Mae Brown nimmt er Kontakt mit Molly auf, um sie vor weiteren Angriffen durch seinen Mörder Willie Lopez zu schützen. Die „Berliner Morgenpost“ fand das 2011 in Manchester uraufgeführte und dann am Londoner Westend sowie am Broadway gespielte Stück bei der Premiere „zum Heulen gut“. Das Musical sei „mit wenigen Abstrichen packender Bühnenzauber“. Die deutschsprachige Version ist erstmals im März 2017 am Landestheater Linz in Österreich aufgeführt worden.