Sicherer unterwegs am Steuer Verkehrsübungsanlage erwacht aus Dornröschenschlaf

Auf der Übungsanlage werden Autofahrer mit realistischen Gefahrensituationen konfrontiert Foto: ADAC
Auf der Übungsanlage werden Autofahrer mit realistischen Gefahrensituationen konfrontiert Foto: ADAC

Seit Montag bietet der ADAC Württemberg wieder Fahrsicherheitstrainings an. Auch das umfassende Sanierungsprojekt trotzt der Pandemie und ist im Zeitplan. Baustart soll im Herbst 2022 sein.

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Leonberg - Die Verkehrsübungsanlage des ADAC Württemberg in Leonberg ist aus dem Dornröschenschlaf erwacht. Das Fahrsicherheitstraining startete im Rahmen der Lockerungen am vergangenen Montag. Pkw- und Motorradfahrer können auf der Übungsanlage in Leonberg Vollbremsungen und Ausweichmanöver trainieren. Damit dies möglich wird, finden die Kurse finden unter Berücksichtigung der Hygieneauflagen für Teilnehmer und Trainer statt.

Fahrsicherheit verbesssern nach Lockdown

„Wer durch den Lockdown und die Winterzeit wenig mit dem Auto unterwegs war, erhält mit einem Fahrsicherheitstraining wieder Routine hinter dem Steuer“, wirbt Peter Streicher für den Besuch einer Trainingseinheit. Er ist Teamleiter bei Fahrsicherheitstraining des ADAC Württemberg. „In praktischen Übungen lernen die Teilnehmer, wie sie im Ernstfall richtig reagieren können.“ Auf präparierten Gleitflächen trainieren Autofahrer auch das Abfangen eines schleudernden Fahrzeugs. Für Motorradfahrer stehen Bremsübungen auf trockener und nasser Fahrbahn auf dem Übungsplan. Praxisübungen bleiben zentral auch während der Pandemie: „Die Trainingsinhalte bleiben trotz der Schutzmaßnahmen unverändert“, betont Streicher.

Die Resonanz auf das Angebot in Leonberg ist groß. Jährlich trainieren laut ADAC-Statistik rund 11 000 Teilnehmer mit Autos und Motorrädern auf den insgesamt drei Übungsanlagen des ADAC Württemberg in Leonberg, Balingen und Kirchheim/Teck. „In Leonberg steht bereits im kommenden Jahr der Umbau der Anlage an, um sie auf den neuesten Stand der Technik zu bringen und noch mehr für Trainingsteilnehmer zu bieten“, kündigt Holger Bach an. Er verantwortet beim ADAC Württemberg den Bereich Verkehr und Umwelt und ist in engen Kontakt mit der Stadt Leonberg, damit das Projekt auch baurechtlich seinen Segen bekommt. „Aktuell gibt es bereits einen Aufstellungsbeschluss für den Bebauungsplan. Parallel werden die nötigen artenschutzrechtlichen Gutachten erstellt“, informiert Holger Bach über den Zeitplan, der im Herbst 2022 den Baustart vorsieht. Im Frühjahr soll zuvor die Eidechsen-Population auf dem Baugelände abgesammelt werden, damit auch dem Naturschutz Rechnung getragen wird.

Moderne Betriebsräume und Renaturierung

Die aktuellen Planungen sehen vor, dass der nördliche Teil, gegenüber dem historischen Start- und Zielturm an der Landesstraße renaturiert wird. Im südlichen Bereich hingegen entstehen moderne Betriebsräume, ein Schulungsgebäude und eine neue Zufahrt von der Mahdentalstraße. Der Siegerentwurf sieht laut Holger Bach einstöckige Gebäude vor, die begrünt werden. Das in die Höhenentwicklung eingepasste etwa 100 Meter lange Gebäude ist demnach von der Mahdentalstraße nur mit seinem begrünten Dach zu sehen. Auch der Start- und Zielturm wird energetisch saniert. Nicht nur der Motorradclub Leonberg hat dort sein Vereinsheim, sondern auch Fledermäuse haben dort ihr Behausung. „Arten- und Naturschutz sind ohnehin große Themen in unseren Planungen“, kommt Bach auf Goldammer, Haselmaus, Zauneidechse und Co. zu sprechen. „Alle naturschutzrechtlichen Themenstellungen gehen wir an und finden auch dafür Lösungen“, kündigt Bach an. So werde in diesem Jahr die Zauneidechsen-Population auf den Schopflochberg umgesiedelt, wo die Stadt dem ADAC entsprechende Fläche zugewiesen hat.

Die Verkehrsübungsanlage hat auch überregionale Bedeutung für tausende Fahrschülerinnen und -schüler. Zudem ist die Anlage ein wichtiger Bestandteil für große Motorsportveranstaltungen mit Zehntausenden Besuchern wie dem „Glemseck 101“ oder dem „Solitude Revival“.

Hygienemaßnahmen im Einsatz

Für alle Teilnehmer ist ein Mund- und Nasenschutz bei der Anmeldung und bei den Gruppenbesprechungen Pflicht. Während des Fahrsicherheitstrainings läuft die Kommunikation zwischen Trainer und Teilnehmern über Funkgeräte. Die Gruppenbesprechungen finden mit Abstand im Freien statt. Pro Fahrzeug sind maximal zwei Personen zugelassen. Die sanitären Anlagen dürfen nur einzeln betreten werden. Die ADAC-Fahrsicherheitstrainings für Pkw und Motorräder finden von Montag bis Sonntag statt. Alle Infos zu den Trainings und Terminen gibt es online unter www.sicherheitstraining-stuttgart.de oder telefonisch unter 0711 28 00 21 2 97 (Montag bis Freitag, 9 bis 17 Uhr). Von Montag bis Freitag ist nach den Fahrsicherheitstrainings zudem die ADAC-Verkehrsübungsanlage am Solitude-Ring bei Leonberg für den Übungsbetrieb geöffnet. Bereits seit 11. Januar können dort Fahrschüler oder Führerscheinneulinge Fahrpraxis sammeln und ohne Hektik das Kuppeln, Schalten und Bremsen trainieren.




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