2025 war der Markt der Miet-Poller für Durchfahrtssperren leergefegt. Der Prinz half aus und brachte welche aus Pforzheim. Wie sieht es heuer beim Faschingsumzug aus?

Lokales: Christine Bilger (ceb)

Nur gut, dass im vergangenen Jahr Harmonie herrschte zwischen Prinz und Faschings- beziehungsweise Karnevalsgesellschaften in Stuttgart: Denn der Prinz, in seiner Heimatstadt Kommunalpolitiker und ehrenamtlicher Stellvertreter des Bürgermeisters, konnte helfen, die Sicherheitsvorkehrungen für den großen Umzug am Dienstag umzusetzen. Jörg Augenstein lieh kurzerhand in Pforzheim, wo er für die CDU als Stimmenkönig im Stadtrat sitzt, die Poller aus, die auf dem Markt im Februar 2025 nicht verfügbar waren. So konnte Stuttgart das Sicherheitskonzept umsetzen und den Umzug geschützt vor möglichen Angriffen mit Fahrzeugen starten lassen.

 

In diesem Jahr ist das Prinzenpaar wegen Streitereien ausgestiegen und fährt nicht mit. Aber sicher ist es dennoch entlang der Strecke: In diesem Jahr waren ausreichende Zufahrtssperren verfügbar, teilt ein Sprecher der Stadt auf Nachfrage mit. Der Vorlauf sei länger gewesen, und die Bestände bei den Verleihfirmen größer.

Zur Knappheit im vergangenen Jahr hatten zwei Faktoren beigetragen: Zum einen waren die Schutzkonzepte überall nach der Amokfahrt auf dem Magdeburger Weihnachtsmarkt verschärft worden. Das erhöhte die Nachfrage deutschlandweit. Zum anderen fanden parallel viele Veranstaltungen statt, die allesamt Material zur Absperrung und zum Schutz benötigten. Deswegen habe Stuttgart die „kollegiale Hilfe“ aus Pforzheim gerne angenommen. Das habe lediglich die Poller und Zufahrtssperren betroffen, nicht jedoch die normalen Absperrungen, um die Umzugsstrecke für den Verkehr zu sperren.

 Leih-Poller aus Pforzheim: Der Prinz macht's möglich

Die Stadt Stuttgart hat nach den Amokfahrten von Nizza und dem Berliner Breitscheidplatz im Jahr 2017 begonnen, feste Zufahrtssperren zu planen und zu bauen – etwa die versenkbaren Poller auf der Königstraße oder die Betonblöcke am Rande des Cannstatter Wasens. Was darüber hinaus an mobilen Sperren benötigt wird, wird angemietet . In diesem Jahr werde die Arbeitsgruppe „Bauliche Sicherung“ eruieren, ob es langfristig besser wäre, die Sperren zu kaufen, statt sie jedes Jahr zu mieten.

Auch das Ehepaar Nopper ist mit guter Laune dabei. Foto: Lichtgut/Leif Piechowski (Archiv)

Insgesamt sei das Sicherheitskonzept so geblieben, wie es auch im vergangenen Jahr war: Die Zufahrten werden abgesperrt, um Angriffe mit Fahrzeugen zu verhindern. Auch habe sich ein Verein wieder an den Feiern beteiligt, der im vergangenen Jahr wegen der Sicherheitsvorschriften abgesagt hatte: Die Mühlhausener Donnerhexen. Am Freitag feierten sie aber in diesem Jahr wieder die fünfte Jahreszeit.

Für die Stuttgarter Polizei ist der Einsatz – wie auch in den zurückliegenden – zunächst ein Verkehrseinsatz. Sie sichert die Straßen und sorgt dafür, dass die Närrinnen und Narren und ihr Publikum gut durchkommen. Am Rande des Umzugs sind zahlreiche Einsatzkräfte – in Uniform und Zivil – unterwegs, um eingreifen zu können, wenn jemand Verbotenes tut oder einen Angriff auf die Menschen starten will. Das Geräusch, das derzeit bei den Olympischen Winterspielen die Zuschauenden leicht nervt, das Surren der Drohnen, gehört in Stuttgart auch dazu – wird aber danke des Humba-Tätererä am Boden nicht zu vernehmen sein: Die Polizei setzt bei dem Umzug auch die kleinen Fluggeräte ein, um aus der Luft einen besseren Überblick zu haben.