Waffenverbotszone in Stuttgart kommt Weniger Messer – weniger Gefahr

In der Innenstadt bekommt die Polizei ein neues Instrument an die Hand, um Gefahren zu bannen. Foto: dpa/Lino Mirgeler

Wer in der Innenstadt feiern will, braucht dafür kein Messer. Denn auch wenn man es – angeblich – zur Selbstverteidigung dabei hat, macht es die Lage unsicherer, meint unsere Polizeireporterin Christine Bilger.

Lokales: Christine Bilger (ceb)

Wer am Wochenende jung und gut drauf ist, geht in die Stadt, um zu feiern. Dieses Feiern ist mit Alkohol, Musik und – vor allem unter jungen Männern – mit einem Kräftemessen verbunden. In den meisten Fällen gehen Trinken, Tanzen, mögliche Partnerinnen oder Partner umgarnen, ja sogar das Kräftemessen friedlich und fröhlich über die Bühne. Dieser Großteil der Menschen, die am Wochenende die Stadt bevölkern, wird nach dem Messerverbot genauso weiterleben wie zuvor.

 

Die Polizei belegt, dass sich etwas verändert hat

Warum sollte sich auch etwas ändern, denn: Wer braucht zu den oben genannten Vergnügungszwecken ein Messer in der Tasche? Darauf gibt es nur eine Antwort: Niemand. Dennoch, das haben die Polizei und die Mobile Jugendarbeit gemerkt, haben immer mehr Personen am Wochenende ein Messer in der Tasche. Viele begründen das mit der Verteidigung, so ihnen jemand dumm komme oder sie überfalle. Das bei mehr Messern auch die Gefahr besteht, dass diese eingesetzt werden, liegt zum einen auf der Hand, zum anderen belegt das die Polizei seit dem Frühjahr – zunächst mit konkreten Zahlen, seither leider nur mit Angaben zur Tendenz. Das Verbot kann helfen: Weniger Messer bedeuten weniger Gefahr.

Eignet sich das Thema für eine Rassismusdebatte?

Bleibt noch die Frage nach den Rassismusvorwürfen, welche vor allem vom Linksbündnis kamen. Das Thema ist nicht geeignet, um eine Debatte über Rassismus in der Polizei aufzuziehen. Man kann die natürlich führen – und muss es auch, im Blick auf die aktuellen Ereignisse mit rechten Polizei-Chatgruppen. Doch die Unterstellung, die Polizei benutze das Verbot, um nach rassistischen Kriterien bestimmte Gruppen zu schikanieren, ist vor allem eines: unsachlich.

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