Sicherheitskonzept im Neckarpark Stuttgart So funktioniert die Terrorabwehr rund um die Mercedes-Benz-Arena

Höchste Priorität im Terrorkonzept hat auch der Bereich Fritz-Walter-Weg/Martin-Schrenk-Weg (Haus des Sports). Hier werden mobile und fixe Poller eingebaut. Foto: Uli Nagel

Für fast 6,5 Millionen Euro werden bis zur Fußball-Europameisterschaft 2024 im Neckarpark in Stuttgart insgesamt 13 neuralgische Stellen gesichert. Sie sollen dann 40 Tonnen schweren Lastwagen standhalten.

Nach den Amokfahrten in Berlin und Nizza vor einigen Jahren, als Terroristen mit Lastwagen in Menschenmengen gerast sind, hat Stuttgart sich entschlossen, mehr Geld in den Terrorschutz zu investieren. Das Sicherungskonzept in der Innenstadt ist bereits weitgehend umgesetzt, es gibt versenkbare Poller wie beispielsweise in der Bolzstraße beim Schlossplatz.

 

Zentrale Schutzzone vor dem Stadion

Nun steht der Neckarpark auf der Agenda des Tiefbauamts: Für fast 6,5 Millionen Euro werden bis zur Fußball-EM 2024 im Neckarpark 13 neuralgische Stellen gesichert. Sie sollen dann 40 Tonnen schweren und bis zu 80 Stundenkilometern schnellen Lastwagen standhalten. Bei dem Fußball-Großereignis im kommenden Jahr finden fünf Spiele in der Mercedes-Benz-Arena statt. Die zentrale Schutzzone befindet sich unmittelbar vor dem Stadion. Allein in diesem Bereich sollen sieben sogenannte Abwehrpunkte installiert werden. Unter anderem sollen in der Mercedesstraße die Zufahrten direkt an der Einmündung der Talstraße und aus Richtung Untertürkheim zwischen der Mercedes-Jellinek-Straße und dem Fritz-Walter-Weg unterbrochen werden.

Die Arbeiten im Kreuzungsbereich haben unmittelbar nach dem Ende des ersten Relegationsspiels des VfB Stuttgart gegen den HSV begonnen und werden voraussichtlich bis zum 28. Juli andauern.

SSB-Buslinie 45 betroffen

Währenddessen wird eine einspurige Verkehrsführung zwischen der Tal- und der Mercedes-Jellinek-Straße eingerichtet. Die Durchfahrt von der Talstraße in Richtung Kreisverkehr beim Mercedes-Benz-Museum ist weiterhin möglich. Die Gegenrichtung wird über den Martin-Schrenk-Weg und die Benzstraße umgeleitet. Auch die Busverbindung der Linie 45 ist davon betroffen.

Ein Hubpoller kostet 45 000 Euro

Im gesamten Gebiet rund um die Mercedes-Benz-Arena werden insgesamt 104 feste und 43 automatische Hubpoller sowie weitere Sicherheitsvorkehrungen wie Leitplanken und Erdwälle installiert. Allein das Einbauen eines festen Pollers schlägt mit 22 000 Euro zu Buche, ein Hubpoller kostet 45 000 Euro.

Der VfB Stuttgart muss sich bis zum Beginn der neuen Saison ebenfalls noch Gedanken machen. Durch die Absperrung im Bereich Fritz-Walter-Weg/Mercedesstraße ist keine Zufahrt für die Ehrengäste ins Parkhaus P 1 über die Mercedesstraße möglich. Die Verantwortlichen des Bundesligisten werden eine andere Zufahrtsmöglichkeit für VIPs finden müssen.

80 Stellplätze fallen weg

Zu guter Letzt entfallen durch den Terrorschutz insgesamt 80 Parkplätze auf der Mercedesstraße und auf dem Parkplatz P 3 nördlich der Mercedsstraße, die bisher bei Veranstaltungen dem VfB Stuttgart und dem Scharrena-Betrieb zur Verfügung standen.

Schwerpunkte und Personalaufwand

Technik
Die Technik der Poller wird so geplant, dass eine spätere zentrale Überwachung der Anlagen möglich ist. Insgesamt ist es ein komplexes, aufwendiges und teures Schutzkonzept, das auch nach seiner Inbetriebnahme mit jährlich 190 000 Euro noch viel Geld kostet.

Personal
Die Stadt schätzt, dass die Poller und Absperrungen bei etwa 40 Veranstaltungen benötigt werden, natürlich vor allem bei den Fußballspielen des VfB Stuttgart und bei Großkonzerten. Der Personalbedarf wird hierfür auf rund 20 Personen geschätzt, was zu jährlichen Kosten in Höhe von 160 000 Euro führen wird.

Schwerpunkte
Drei Stellen im Konzept haben höchste Priorität: die Zufahrt Mercedesstraße/Talstraße mit 13 mobilen und 23 festen Pollern, der Bereich Fritz-Walter-Weg/Mercedesstraße mit insgesamt 39 Fix- und zwölf Hubpollern sowie einer 22 Meter langen Leitplanke und zu guter Letzt der Bereich Fritz-Walter-Weg/Martin-Schrenk-Weg (Haus des Sports). Hier werden vier mobile und 18 fixe Poller eingebaut.

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