Siebter Sieg im Superbowl Was Tom Brady zur Legende macht
Die Sportwelt verneigt sich vor dem 43-jährigen Quarterback der Tampa Bay Buccaneers – und das völlig zurecht, wie unser Redakteur Jochen Klingovsky meint.
Die Sportwelt verneigt sich vor dem 43-jährigen Quarterback der Tampa Bay Buccaneers – und das völlig zurecht, wie unser Redakteur Jochen Klingovsky meint.
Tampa/Stuttgart - Roger Federer, 39, ist einer der besten Spieler der Tennis-Geschichte. Immer wieder wird der Schweizer gefragt, wann er seine Karriere denn beenden werde. Eine exakte Antwort hat er bisher noch nicht gegeben, und es könnte durchaus sein, dass er die Entscheidung nach der vergangenen Nacht noch etwas länger vertagt. Denn Federer hat sich den Superbowl angeschaut. „Alter ist nur eine Zahl“, meinte er danach über Tom Brady, 43. Und: „Was für eine inspirierende Leistung!“
Die Sportwelt verneigt sich vor dem erfolgreichsten Quarterback, den es je gegeben hat – und das völlig zurecht. Schon vor dem 31:9-Sieg seiner Tampa Bay Buccaneers gegen die Kansas City Chiefs stand Tom Brady auf einer Stufe mit den Besten der Besten, mit Muhammad Ali, Michael Jordan oder Wayne Gretzky. Nun hat er seiner außergewöhnlichen Geschichte ein weiteres märchenhaftes Kapitel hinzugefügt.
Lesen Sie hier: So führte Brady die Buccaneers zum Sieg
Tom Brady gewann seinen siebten Titel in der National Football-League, steht damit alleine vor den beiden Clubs New England Patriots und Pittsburgh Steelers (je 6). Er wurde zum fünften mal als wertvollster Spieler des Finals ausgezeichnet, hat im Superbowl nun 19 Touchdown-Pässe geworfen (Joe Montana kommt als Zweitbester auf elf). Es sind nur ein paar Rekorde, die Tom Brady hält. Und doch beschreiben Zahlen die Karriere dieses Mannes nur unzulänglich. Erst recht nach dieser Saison.
Im Sommer ging der Quarterback von den New England Patriots zu den Tampa Bay Buccaneers – und führte das Team, das seit 2007 nicht mehr in den Play-offs stand, auf Anhieb zum Titel. Um Ähnliches zu leisten, müsste Robert Lewandowski vom FC Bayern zum FC Augsburg wechseln und seinen neuen Verein sofort zur Meisterschaft schießen. Dieses Beispiel zeigt, was Tom Brady ausmacht: Er ist auf dem Spielfeld nicht nur Denker und Lenker, sondern auch ein Vorbild. Mit seinem Erfolgsstreben, seiner Erfahrung, seiner Fähigkeit, immer voll da zu sein, wenn es drauf ankommt, gelingt es ihm, seine Mitspieler besser zu machen. Umso wertvoller war sein siebter Sieg im Superbowl – denn es ist in einer Sportart, in der die Quarterbacks glorifiziert werden, der Triumph des gesamten Teams gewesen. Die Bucs haben nicht nur eine herausragende Defensivleistung gezeigt, sondern ihrem 43-jährigen Anführer zugleich den Freiraum verschafft, den er braucht, um seine Pässe anzubringen.
Lesen Sie hier: Immer neue Rekorde beim Superbowl
Wie hilflos auch der talentierteste Quarterback sein kann, wenn er keine Unterstützung bekommt, erlebte auf der anderen Seite Patrick Mahomes. Nach der Pleite gratulierte der Star der Kansas City Chiefs dem Triumphator Tom Brady noch auf dem Spielfeld mit den Worten: „Du bist eine Legende.“ Dem ist nichts hinzuzufügen.