Siedlung Ziegelklinge Ein Drittel der Häuser steht leer

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Die Siedlung Ziegelklinge verfällt. Wann die städtische Immobilienfirma SWSG sie saniert, ist unklar. Erbaut wurde die architektonisch bedeutsame Siedlung mit den denkmalgeschützten 27 Reihenhauswohnungen am Sandweg und an der Sperlingstraße im Jahr 1929 nach einem Entwurf des Architekten Albert Schieber.

Die Ziegelklinge-Siedlung war einst eine Heimstätte für Tuberkulosekranke. Foto: Nina Ayerle
Die Ziegelklinge-Siedlung war einst eine Heimstätte für Tuberkulosekranke. Foto: Nina Ayerle

S-Süd - Einst waren sie eine Heimstätte für Tuberkulose-Kranke. Heslach wurde in den 1920er Jahren besonders für seine gute Luft geschätzt. Die Bewohner des Stadtteils nannten die fünf Gebäude mit den 27 Reihenhauswohnungen deshalb „Hustenburg“. Inzwischen gehören die Häuschen in der Ziegelklinge, wie die Siedlung auch heißt, der Stuttgarter Wohnungs- und Städtebaugesellschaft (SWSG). Seit Jahren hat die Gesellschaft die Sanierung der Häuser auf dem Plan, passiert ist bisher nichts. Der Verfall der denkmalgeschützten Häuser wird langsam sichtbar.

Seit einem Jahr werden Häuser nicht mehr weitervermietet

Bereits vor über einem Jahr hat die SWSG beschlossen, frei werdende Häuser nicht mehr weiterzuvermieten. Eine Sanierung sei nur möglich, wenn die Häuser nicht bewohnt seien, hieß es damals von Seiten der SWSG. Inzwischen stehen neun von 27 Reihenhauswohnungen leer. Für die baulichen Veränderungen waren umfangreiche Absprachen mit der Unteren Denkmalbehörde notwendig. Seit Mai dieses Jahres liegt allerdings nach Angaben der Stadt Stuttgart eine Baugenehmigung für die Sanierung vor. „Es sind nur noch Kleinigkeiten zu klären“, sagt Fabian Schlabach, Sprecher der Stadt Stuttgart. Darunter falle zum Beispiel die Gestaltung der historischen Treppen im Inneren der Gebäude sowie die Musterflächen für die Putzsanierung und die Farbgebung. Aber: „Von Seiten der Denkmalbehörde ist kein grundsätzliches Problem vorhanden, die einer Fortführung des Projektes beeinträchtigen würde“, sagt Schlabach.

SWSG will Gespräche mit Mietern suchen

Die SWSG will nach wie vor die Gebäude umfangreich sanieren. Wann das allerdings sein wird, ist nach Angaben des SWSG-Pressesprechers Peter Schwab derzeit noch nicht klar. Dennoch will das Unternehmen aber nun nicht mehr warten, bis alle Mieter ausgezogen sind. Sobald die Planungen abgeschlossen seien, suche die SWSG das Gespräch mit den Mietern. Wer ausziehen müsse, erhalte Angebote für Ersatz- oder Übergangswohnungen.

Nach der Modernisierung hätten die Mieter selbstverständlich das Recht, zurückzuziehen. Allerdings ist wohl auch jetzt schon sicher, dass die Mieten in der Ziegelklinge erheblich steigen werden. Bisher zahlen die Bewohner dort im Vergleich zu den üblichen Preisen im Stadtbezirk sehr günstige Mieten.

Erbaut wurde die architektonisch bedeutsame Siedlung am Sandweg und an der Sperlingstraße im Jahr 1929 nach einem Entwurf des Architekten Albert Schieber.

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