Silberburg-Verlag Der Mundart-Bote aus dem Souterrain

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Der Silberburg-Verlag feiert in Tübingen sein 30-jähriges Bestehen. Doch seine Wurzeln hat er im Westen. Dort hat Titus Häussermann die ersten Titel verlegt.

Titus Häussermann ist doppelt so alt wie sein Verlag: 60 Jahre. Foto: Kai Fischer
Titus Häussermann ist doppelt so alt wie sein Verlag: 60 Jahre. Foto: Kai Fischer

S-West - Der Tübinger Silberburg-Verlag, bekannt für seine Baden-Württemberg-Bücher, feiert in diesem Jahr sein Dreißigjähriges. Seine Wurzeln hat der kleine Verlag allerdings tief im Stuttgarter Westen, in einem 40 Quadratmeter großen Kellerbüro mit Blick auf die Schuhe der Passanten draußen auf dem Trottoir.

Schimpfwörterei und Stäffele

Hier im Tiefparterre eines Wohnhauses an der Seyfferstraße hat der Verlagsgründer Titus Häussermann die ersten Titel verlegt: „Stuttgart Mini“, „Gartenwirtschaften in Stuttgart“, „Stuttgarter Indiskretionen“ und „Stuttgarter Stäffele“. Häussermann verlegte auch den namhaften Mundartdichter Helmut Pfisterer, seinen Nachbarn vom Paulusplatz. Nebenbei studierte der Verleger und gelernte Schriftsetzer anfangs auch noch Betriebswirtschaft, Germanistik und Philosophie, bis das Geschäft überhand nahm. Mit Titeln wie „Thaddäus Trolls Schimpfwörterei“, Bildbänden über die Alb, Autoren wir Manfred Mai und den „Landesgeschichten von Gunter Haug“ trat der Verlag von Stuttgart hinaus in die baden-württembergische Welt. 1992 hat das Kellerbüro eindeutig nicht mehr ausgereicht und Titus Häussermann ist nach Tübingen-Bebenhausen umgesiedelt, dem geografischen Mittelpunkt des Landes. Mittlerweile beschäftigt sein Verlag um die 20 Leute, und das Programm ist auf 1500 Titel angewachsen. Die Monatszeitschrift, „Schönes Schwaben“ und der Jahreskalender, „Lahrer Hinkender Bote“ sind dazugekommen. Ferner zählen Bildbände, Mundartbücher, Ausflugsführer, Sachbücher, Krimis und Romane zu allen Teilen des Landes zum Programm. Inzwischen gibt es auch ein Silberburg-Büro in Karlsruhe.

Verdienste um den Dialekt

Der Heimatstadt Stuttgart hat Titus Häussermann dennoch nie aus dem Auge gelassen: Bis heute macht er die meisten Bücher für Stuttgart und die Stuttgarter. Vor Jahren wurde dem Verleger dafür der Traugott-Armbrüstle-Preis für besondere Verdienste um die Mundart verliehen. Schon als Kind hatte der heute 60-Jährige Taschenbuchverleger werden wollen. Die spezielle Ausrichtung – Bücher und Medien für Baden-Württemberg – hat sich erst später herausgemendelt. Heute ist Häussermann im Vorstand im Börsenverein des Deutschen Buchhandels, Landesverband Baden-Württemberg, und er engagiert sich für Urheberrecht und Buchpreisbindung.

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