Sillenbuch Martin-Luther-Kirche Das Buch der Bücher ist noch immer ein Dauerbrenner

Von Wiebke Wetschera 

In der Martin-Luther-Kirche wurde 24 Stunden lang aus der neu übersetzten Bibel vorgelesen

Lisa Ruhnau ist eine von rund 60 Lesern, die an der Aktion teilnahmen Foto: Wiebke Wetschera
Lisa Ruhnau ist eine von rund 60 Lesern, die an der Aktion teilnahmen Foto: Wiebke Wetschera

Sillenbuch - Es ist 10 Uhr am Samstagmorgen in der Martin-Luther-Kirche in Sillenbuch. An einem kleinen Tisch in der Kirche sitzt Lisa Ruhnau. Vor ihr liegt das Neue Testament, aus dem sie für etwa zehn anwesende Zuhörer laut vorliest. Sie ist eine von rund 60 Vorlesern, die an der Aktion 24 Stunden Bibellesung teilnehmen. Am Freitagabend um 18 Uhr hat der erste Leser begonnen, am Samstagabend wurden die letzten Zeilen gelesen.

Gemeinsam lesen

„Ich finde es eine tolle Sache, 24 Stunden aus der Bibel zu lesen“, sagt Ruhnau. „Besonders gefällt mir, dass die Lesung auf ganz viele Gemeindemitglieder verteilt ist.“ Die 79-Jährige hat sich gleich für zwei Lesezeiten eingetragen. Die Idee zur langen Bibellesung kam den Organisatoren zum Reformationsjubiläum. Vor drei Wochen haben sie die Bibel in neuer Übersetzung in den Gottesdienst eingeführt. Am Wochenende sollten auch die Gemeindemitglieder daraus vorlesen dürfen. „Es geht uns eigentlich darum, dass die Gemeinde in der Bibel gemeinsam liest“, sagte Markus Pflugfelder vom Kirchengemeinderat.

Die 24-stündige Lesung war für alle Zuschauer offen. Sogar in der Nacht, in der die Jugendgruppe der Gemeinde das Lesen übernahm, gab es vereinzelt Besucher. Auf die Leser ist Pflugfelder stolz. Die Herausforderung, nicht zu wissen, was sie lesen müssen, hätten alle gut gemeistert. „Die Leser sind alle sehr unterschiedlich und jeder zeigt während des Lesens den eigenen Zugang zu dem Text“, sagte Pflugfelder.

Wiederholung erwünscht

Das Feedback aus der Gemeinde fiel sehr positiv aus, was nicht nur die hohe Zahl der Lesenden verrät. „Alle haben gesagt, dass es etwas Sinnvolles ist, weil die Bibel für uns sehr zentral ist“, sagte Pfarrer Friedbert Baur. Wer eine Lesepause benötigte, wurde im unteren Teil der Gemeinde mit Essen und Trinken versorgt und konnte dort über Lautsprecher weiter der Lesung lauschen. Schon jetzt können sich die Verantwortlichen eine ähnliche Aktion vorstellen: „Das 24-Stunden-Format wollen wir sehr gerne nochmals wiederholen, weil es etwas Besonderes ist“, sagt Pflugfelder. Ob mit Musik oder einer anderen Aktion wissen die Organisatoren aber noch nicht. Viele Gemeindemitglieder haben bereits den Wunsch geäußert, das nächste Mal aus dem Alten Testament vorzulesen. Sie haben eben noch nicht genug.

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