Wie feiert man Silvester in anderen Ländern der Welt? Welche Traditionen und Bräuche gibt es in anderen Ländern? Von Dinner for One bis zum First Footing.

Vom Fernsehklassiker bis zum glückbringenden Granatapfelkern: Die Silvesterbräuche, -traditionen und Aberglauben sind so verschieden wie die Kulturen der Länder, in denen sie begangen werden. Wie man in anderen Ländern der Welt Silvester feiert und welche teils kuriosen Bräuche Tradition haben.

 

Silvesterbräuche in Deutschland: Dinner for One und Glücksbringer

Zu Silvester wird in Deutschland noch immer gerne Feuerwerk in die Luft geschossen. Vermehrt gibt es mittlerweile Verbote in Städten, meist aus Umwelt- und Brandschutzgründen. An einigen Orten werden stattdessen öffentliche Feuerwerke veranstaltet. Grundsätzlich ist der Wunsch nach einem generellen Feuerwerksverbot auch in der Bevölkerung immer breiter vertreten. Dies begründet sich in Tierschutz-, Umwelt- und Sicherheitsgedanken.

Zu Silvester wurde auch in Deutschland traditionell Blei gegossen, um die Zukunft des kommenden Jahres vorherzusagen. Bleigießen ist sowohl aus gesundheitlichen als auch ökologischen Gründen seit einigen Jahren verboten. Denn das Blei enthielt giftige Schwermetalle, die für Menschen und besonders Kinder schädlich waren. Somit setzt sich die Tradition im umweltfreundlichen und gesundheitlich unbedenklichen Wachsgießen fort.

Zu Silvester verschenkt man in Deutschland traditionell Glück. Deshalb säumen die Ladenregale vor dem Jahreswechsel Schornsteinfeiger, Glücksschwein und Kleeblatt in allen Variationen.

Cheers Miss Sophie! In Deutschland wird zu Silvester traditionell Dinner for One geschaut. Der Comedy-Sketch ist ein echter Silvester-Klassiker und stammt aus der Feder des britischen Theaterautors Lauri Wylie. Uraufgeführt wurde der Sketch 1948 im Duke of Yorks Theatre in London. Besonderer Beliebtheit erfreute sich der Sketch, in dem Freddie Frinton die Rolle des Butlers übernahm, aber in Deutschland, Österreich und der Schweiz – in seinem Herkunftsland Großbritannien ist Dinner for One eher unbekannt.

Auf deutschen Silvestertischen wird zum Jahreswechsel reichlich aufgetischt. Je nach Region sind vor allem Raclette und Fondue beliebt. Auch Linsensuppe und Sauerkraut sind in manchen Bundesländern echte Silvesterklassiker. Wie in zahlreichen anderen Ländern wird auch in Deutschland häufig Karpfen aufgetischt.

Silvester in Österreich feiern

Ähnlich wird der Jahreswechsel auch im Nachbarland Österreich gefeiert. Auf den Tisch kommen hier auch Karpfen, Linsengerichte oder Schweinefleisch, das als Symbol für Wohlstand und Fruchtbarkeit steht. Traditionell gibt es Schweinerüssel, Schweinebraten oder Schweinshaxen. Auch Fondue oder Raclette erfreuen sich großer Beliebtheit.

Silvester in Frankreich: Réveillon de la Saint-Silvestre

Beim französischen Silvester geht es mehr um Geselligkeit, gutes Essen und symbolische Gesten. Großes Feuerwerk oder Traditionen wie Bleigießen gibt es in Frankreich eher nicht. Auch Glücksbringer wie Schornsteinfeger, Schweinchen oder vierblättriges Kleeblatt sind in Frankreich nicht bekannt.

Das mehrgängige Silvesteressen, das „Réveillon de la Saint-Silvestre“ bringt häufig Austern, Meeresfrüchte und Foie Gras auf den Tisch. Dazu wird Champagner gereicht. Zum Dessert gibt es häufig kleine Pralinen, die mit Glücksbotschaften versehen sind – die „Papillotes“.

Mistelzweige an der Haustüre symbolisieren in Frankreich Liebe, Glück und Segen für das kommende Jahr. Unter dem Zweig kann man sich um Mitternacht dann küssen.

Um Mitternacht gibt es in manchen Regionen ein Cotillon. In dieser kleinen Tüte befinden sich in der Regel Luftschlangen, Konfetti, ein Hütchen und Tröten.

Silvester in Polen: Feuerwerk und gutes Essen

Das Essen ist zum Jahreswechsel auch in Polen ein bedeutendes Thema. Häufig kommen Karpfen, Sauerkraut und Kartoffelsalat auf den Teller. Auch Piroggen stehen auf dem Menü.

Feuerwerk ist ein wichtiger Bestandteil der polnischen Silvestertradition – hier wird um null Uhr ordentlich geknallt.

In Polen soll man am 31. Dezember nicht putzen. Denn das könnte das Glück aus dem Haus kehren.

Wer zu Weihnachten einen Karpfen isst, hebt eine Schuppe des Fischs auf und steckt diese zu Silvester in sein Portemonnaie, dieses Ritual soll den Geldfluss im neuen Jahr fördern.

Silvester in Tschechien: Apfel um Mitternacht

In Tschechien ist es üblich, vor Mitternacht einen Apfel zu halbieren. Die Form des Kerngehäuses sagt die eigene Zukunft voraus. Bilden die Kerne ein Kreuz, droht Unglück. Bilden die Kerne eine Sternform, steht das für Glück. Zum Jahreswechsel wird außerdem eine Linsensuppe serviert, die für Geldmünzen steht.

Silvester in England: First Footing in Großbritannien

Traditionell veranstalten die Engländer größere öffentliche Feuerwerke, aber privat wird meist weniger geböllert. Stattdessen stimmen die Briten das Lied „Auld Lang Syne“ – zumindest in London. Sonst sind in England traditionell keine rauschenden Partys zu erwarten. Die meisten Briten feiern zuhause im Kreis ihrer Familie und Freunde.

In England beginnt ab Mitternacht der Brauch des „First Footing“. Dabei wartet man auf den ersten Gast, der zur Tür hereinkommt. Ist dieser männlich und dunkelhaarig, bringt das dem Gastgeber Glück. Im Idealfall bringt dieser Gast Brot, Kohlen, Salz oder auch eine Flasche Whiskey mit.

Hogmanay: das schottische Silvester

Silvester gehört zu den bedeutendsten Festen in Schottland und wird deshalb auch gebührend gefeiert. Der Begriff Hogmanay wurde vermutlich von einem französischen Begriff abgeleitet und bedeutet so viel wie „Neujahrsgeschenk“. Die Schotten feiern Silvester mit rauschenden Partys, Straßenfesten, Alkohol und Feuerwerk. Zur Tradition gehört es, Licht, Sonne und Feuer zu ehren. Deshalb ist auch ganz Edinburgh am 31. Dezember in Licht getaucht und ein Fackelzug, die sogenannte „Torchlight Procession“, wird von vielen tausend Menschen durchgeführt.

Traditionell kommt bei schottischen Familien am Silvesterabend Haggis und Black Bun auf den Tisch. Das „First Footing“ wird auch in Schottland vielerorts gepflegt.

In den Highlands scheucht ein weiterer traditioneller Brauch böse Mächte aus dem Haus: Beim „Saining“ werden Wacholderzweige angezündet. Der Rauch wird mit magischem Wasser besprengt, was die bösen Mächte vertreibt.

Irische Silvesterbräuche: Kuchen für genügend Nahrung und Glück

In Irland wird im Kreise der Familie mit viel gutem Essen gefeiert. Das Ende des Festmahls bildet ein Kuchen. Dieser wird, bevor er verspeist wird, an die Türen und Wände des Hauses gestoßen. Dieser Brauch soll dafür sorgen, dass es im kommenden Jahr stets genug zu Essen gibt. Außerdem wird so das Unglück vertrieben.

Junge Mädchen stecken in der Nacht auf den ersten Januar einen Mistelzweig unter ihr Kopfkissen. Dieser Brauch soll das Liebesleben ankurbeln, denn im Traum sollen sie dadurch einen Blick auf ihren Zukünftigen erhaschen können.

Auch in Irland war und ist der Brauch des „First Footing“ verbreitet.

Viele Iren decken gemäß alter Tradition auch heute noch ein zusätzliches Gedeck am Tisch für Familienangehörige, die in diesem Jahr verstorben sind. Die Haustüre bleibt an diesem Abend unverschlossen, um den Toten zu zeigen, dass sie weiterhin willkommen sind und man an sie denkt.

Capodanno: Silvester in Italien feiern

Silvester, auf Italienisch Capodanno, ist laut, bunt und fröhlich. Ein weit verbreiteter Brauch zum italienischen Neujahrsfest ist das Tragen roter Unterwäsche. Deshalb säumen ab Weihnachten rote Dessous die Schaufensterpuppen der Geschäfte. Egal, wie man den Jahreswechsel feiert – ob in schickem Abendkleid oder in Jogginghose auf dem Sofa – rote Unterwäsche ist für Männer wie für Frauen Pflicht. Wer auf diesen Brauch verzichtet, verpasst eine Menge Glück – vor allem Liebesglück.

In den meisten Teilen Italiens landen zu Silvester Fisch und Meeresfrüchte auf den Tellern. Um Mitternacht wird angestoßen und es wird Pandoro mit Puderzucker gereicht. Wer sich etwas Sekt hinters Ohr reibt, kann auf Glück im neuen Jahr hoffen.

Reichtum soll der Verzehr von Linsen nach Mitternacht bescheren. Dazu gibt es traditionell Cotechino, eine gekochte Schweinswurst oder Zampone, gefüllter Schweinefuß.

Silvesterbräuche in Griechenland: Granatapfelkerne symbolisieren Glück

Ebenfalls ums Geld geht es in Griechenland: Hier wird eine Münze in Brot eingebacken. Wer die Münze findet, den erwartet Glück im kommenden Jahr.

Viele Griechen hängen in der Weihnachtszeit einen Granatapfel an ihre Haustür. Dieser wird oftmals sogar von einem Priester gesegnet. Zum Jahreswechsel wird die Frucht mit voller Kraft auf dem Boden oder an der Tür zerschmettert. Je mehr Kerne dabei herausfallen, desto mehr Glück bringt das neue Jahr. Nach dem Granatapfelwurf betritt eine ausgewählte Person als erstes das Haus – dies muss unbedingt mit dem rechten Fuß voran passieren. „Kaló podariko“ heißt der „gute Eintritt“.

Zudem bringt in Griechenland nicht der Weihnachtsmann die Geschenke, sondern Agios Vassilis. Dieser legt die Geschenke aber nicht an Weihnachten unter den Baum, sondern erst in der Silvesternacht, weshalb griechische Kinder erst am ersten Januar Geschenke auspacken.

Silvester in Spanien: Um Mitternacht gibt’s Trauben

Auch in Spanien trifft sich die Familie zum gemeinsamen Schlemmen. Um Mitternacht werden dann die Glückstrauben verspeist. In der Regel handelt es sich um grüne Trauben, die im Rhythmus von zwölf Glockenschlägen gegessen werden müssen. Die entsprechenden Trauben gibt es passend abgezählt in Supermärkten zu kaufen. Jede gegessene Traube steht für einen Monat Glück im neuen Jahr.

Auch in Spanien ist es ungleich wichtiger, welche Unterwäsche man trägt, als das eigentliche Silvesteroutfit. Denn auch hier ist das Motto „Rot“. Wer keine roten Dessous tragen möchte, kann eine rote Schleife am Handgelenk tragen.

Die Spanier beginnen ihr neues Jahr in der Regel ganz bewusst – und zwar auf dem rechten Fuß. Das Sprichwort „entrar con buen pie“ bedeutet „Mit dem guten Fuß eintreten“ – das ist der rechte Fuß. So sollte man den ersten Schritt im neuen Jahr mit dem rechten Fuß voran gehen.

Silvester in Portugal feiern: Rosinen bis Mitternacht

Auch in Portugal trägt man zum Jahreswechsel besondere Unterwäsche. Diese ist hierzulande aber nicht rot wie in Italien oder Spanien, sondern blau. Das soll dem Träger Glück und Harmonie im neuen Jahr bescheren.

In Spanien werden zwölf Trauben gegessen, in Portugal isst man zwölf Rosinen – der Unterschied: hier wird nicht nach Mitternacht gegessen, sondern in den zwölf Sekunden davor.

Auch die Portugiesen steigen mit dem rechten Fuß ins neue Jahr.

Böse Geister werden vertrieben, indem um Mitternacht möglichst viel Lärm gemacht wird. Deshalb sollte man alle Töpfe und Pfannen parat haben.

Traditionell gehen viele Portugiesen am Neujahrstag baden. Sie fahren ans Meer, um dort am ersten Januar schwimmen zu gehen. Das soll die Knochen härten und den Geist reinigen.

Silvester in Brasilien feiern: Granatapfelkerne und Trauben

In Brasilien kursieren eine Menge Silvesterbräuche und Traditionen. Unter anderem tragen Brasilianer zu Silvester weiß. Das steht für Frieden und Reinheit. In Spanien die Trauben, in Portugal Rosinen und in Brasilien Granatapfelkerne: Laut Aberglauben ziehen die Kerne Wohlstand und Reichtum an. Das Fruchtfleisch von sieben abgezählten Granatapfelkernen wird gegessen und die Kerne werden aufgehoben. Diese wickelt man in Papier oder Plastik und trägt sie ab dem 6. Januar in der Geldbörse. Doch auch die Trauben spielen eine Rolle, denn auch hier werden ganze zwölf Stück verspeist – jedoch sollte dies in den zwölf Minuten vor Mitternacht passieren.

Die Zahl Sieben zieht sich durch: Viele Brasilianer fahren an den Strand, um dort über sieben Wellen zu springen. Bei jeder überwundenen Welle wünscht man sich etwas. Wer abergläubig ist, springt mit dem rechten Fuß.

Auch in Brasilien bringen Linsen Glück, denn sie stehen für gute Energien im kommenden Jahr. Wer das volle Potenzial ausschöpfen möchte, muss jedoch auf einen Stuhl oder Tisch stehen und sieben Gabeln Linsen essen.

Weitere amerikanische Silvesterbräuche

In Argentinien werden alte Papiere und Dokumente geschreddert und die Schnipsel werden aus den Fenstern geworfen. So befreien sich die Menschen von Ballast und starten unbeschwert ins neue Jahr.

In Ecuador fertigen die Menschen aus alten Kleidern und Papieren Puppen, die sogenannten „Monigotes“. Diese werden verbrannt, um das Schlechte aus dem alten Jahr hinter sich zu lassen.

In den USA fiebern die Massen beim „Ball Drop“ am Times Square dem neuen Jahr entgegen. Auch hier werden Sauerkraut oder Linsen gegessen, weil man sich davon Wohlstand erhofft.

Skandinavische Silvesterbräuche: Bleigießen und viel Fisch

Die Dänen springen von einem Stuhl oder Tisch ins neue Jahr – das bringt Glück. Traditionell werden vor der Haustüre von Freunden und Verwandten Teller zerbrochen, um ihnen Glück zu bescheren. Das Bleigießen ist auch in Dänemark verbreitet.

In Schweden wird eine Mandel in ein Brot eingebacken. Wer die Mandel findet, der kann sich auf Glück im neuen Jahr freuen. Auf den Tisch kommt außerdem eine Linsen- oder Erbsensuppe, die für Wohlstand steht. Auch hier ist das Bleigießen bekannt. Um Mitternacht begrüßt man lautstark das neue Jahr und Feuerwerke erleuchten den Himmel.

In Norwegen kommen typischerweise Truthahn, getrocknete Lammrippchen (Pinnekjøtt), fermentierter Lachs (Rakfisk) und weitere Fischgerichte auf den Tisch. Hier wird außerdem eine Mandel als Glücksbringer im Milchreis versteckt. Auch hier gehört Feuerwerk zum Silvesterabend dazu. Was einen im kommenden Jahr erwartet, findet man beim Bleigießen heraus.

Baltische Silvesterbräuche

In Estland nehmen die Menschen am Silvesterabend bis zu zwölf Mahlzeiten zu sich. Denn die Zahlen sieben, neun oder zwölf gelten als Glückszahlen. Prognosen für das kommende Jahr lassen sich aus Bleifiguren ableiten, die gegossen werden. Die Tränen und Sorgen des vergangenen Jahres werden weggewaschen, indem ein Glas Wasser auf der Straße ausgeschüttet wird.

In allen baltischen Ländern spielt die Feier mit der Familie eine große Rolle. So auch in Lettland. Am Silvesterabend werden verschiedene Rituale vollzogen, um böse Geister zu vertreiben.

Grundsätzlich sind zahlreiche Bräuche in den baltischen Staaten religiöser Natur. Andere Zeremonien stammen von alten heidnischen Ritualen ab, die später mit christlichen Elementen verbunden wurden.

Asiatische Silvesterbräuche: Tempelbesuche und kleine Geschenke

In Russland schreiben Menschen zum Jahreswechsel ihre Wünsche auf ein Papier und verbrennen dieses. Die Asche wird anschließend in ein Glas Champagner gegeben.

In Japan läuten um Mitternacht die Tempelglocken. Jedoch nicht nur drei oder sieben Mal, sondern ganze 108 Mal. Die Glockenschläge stehen für die Befreiung von 108 menschlichen Begierden. Die ersten drei Tage des neuen Jahres werden traditionell mit der Familie verbracht, im Anschluss wird dann ausgelassen gefeiert.

In China lassen die Menschen zu Silvester ihre Türen und Fenster offen und das Licht an. Diese Vorkehrungen sollen dabei helfen, das Glück ins Haus zu lassen. Zu essen gibt es Fisch, dieser wird jedoch nicht komplett gegessen – das steht für Überfluss und Wohlstand.

In Korea, Vietnam und in der Mongolei wird Neujahr nach dem Mondkalender gefeiert. Häufig kommt die Familie zusammen, um die Toten zu ehren. Geldgeschenke oder kleinere materielle Geschenke sind üblich.

In Thailand ist Neujahr kein offizieller Feiertag aber in Chinatowns wird groß und bunt gefeiert. Einwohner besuchen Tempel und überbringen Glückwünsche in Form von Pflanzen oder roten Umschlägen.

In Südostasien wie in Malaysia, Indonesien oder auf den Philippinen besucht man ebenfalls die Tempel, um für Glück im neuen Jahr zu beten. Auch hier feiert man traditionell mit der Familie und ehrt die Verstorbenen.

Silvestertraditionen in den Balkan-Staaten

In Bulgarien bereitet man sich bereits ab dem 20. Dezember mit traditionellen Speisen auf Silvester vor. Besonders wichtig ist die „Surwatschka“. Der bunt geschmückte Ast eines Kornelkirschenbaums wird von Kindern als „Peitsche“ verwendet, die den Hausbewohnern symbolisch auf den Rücken geschlagen wird. Das bringt ihnen Gesundheit, Glück und Reichtum. Dafür bekommen die Kinder Früchte, Geld oder Süßes. Auch hier bringt der erste Gast des Hauses im neuen Jahr Glück.

In Serbien wird ordentlich geputzt, um das alte Jahr zu vertreiben, während man Brote backt, die mit Ornamenten verziert werden. Mittels verschiedener Rituale wird ein böser Geist vertrieben.

In Kroatien wird zu Silvester der Nachthimmel von Feuerwerken bunt erleuchtet. Auf den Tisch kommen traditionell Linsen oder Bohnen, da sie Wohlstand anziehen sollen.

Auch in Albanien wird gründlich geputzt, um das Jahr mit Reinheit und Glück zu begrüßen. Dabei werden auch Fenster und Türen akribisch gesäubert.

Silvesterbräuche im Nahen Osten

In den Ländern des Nahen Osten wird Silvester häufig nicht religiös gefeiert. Je nach Kultur, Religion und Region wird der Jahreswechsel sehr unterschiedlich zelebriert. In vielen Regionen besinnen sich die Menschen auf Familie in Ruhe und Gemeinschaft. Dennoch werden in manchen Ländern auch große Feste veranstaltet. Dies ist beispielsweise in Tunesien und Palästina der Fall. Ein traditioneller Brauch in einigen Ländern ist das persische Neujahrsfest „Nowruz“ – es wird im Frühling gefeiert. Entzündetes Feuer soll dabei Negatives und Krankheit verbrennen. Traditionell springt man über das Feuer und spricht dabei einen Spruch über Gesundheit und Stärke. Feuerwerke sind eher weniger verbreitet und in Kriegs- oder Krisengebieten wird Neujahr selten gefeiert.