Silvester Sechs Fakten zum Feuerwerk

Auch in diesem Jahr wird der Himmel über Stuttgart in der Silvesternacht von Feuerwerk erstrahlen. Foto: dpa
Auch in diesem Jahr wird der Himmel über Stuttgart in der Silvesternacht von Feuerwerk erstrahlen. Foto: dpa

Wie viel Geld geben die Deutschen für Feuerwerk aus? Und was sind die Trends am Silvesternachthimmel? Hier gibt es Antworten.

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Stuttgart - Kein Silvester ohne Feuerwerk – schon vor Mitternacht erleuchten alljährlich am 31. Dezember grüne, goldene und pinkfarbene Feuerwerksfontänen den Himmel. Was ist den Deutschen ihr Feuerwerk wert? Und welche Trends gibt es? Wir haben für Sie einige Fakten rund um die Böllerei zusammengestellt.

Die Kosten

Die Deutschen wollen den Himmel zum Jahreswechsel wieder in bunten Farben erstrahlen lassen. Nach Schätzung des Verbands der pyrotechnischen Industrie (VPI) in Ratingen bei Düsseldorf werden sie voraussichtlich rund 133 Millionen Euro fürs Silvester-Feuerwerk ausgeben, ebenso viel wie im Vorjahr. Heute startet der dreitägige Verkauf von Böllern und Raketen.

Etwa 75 Prozent der Feuerwerkskörper sind laut VPI importiert.

Die Trends

Im Trend liegen nach Angaben des Verbands weiterhin sogenannte Batterie- oder Verbundfeuerwerke, die nur einmal angezündet werden müssen und dann zahlreiche Effekte abfeuern: Minutenlang bieten sie eine Vielzahl von Knall-, Leucht- und Knistereffekten. „Sound- und Lichteffekte faszinieren die Verbraucher mittlerweile mehr als nur ein einzelner Knall“, so der VPI-Geschäftsführer Klaus Gotzen.

Auch Raketen werden nach wie vor gerne in die Luft geschossen.

Die Sicherheit

Für den deutschen Markt bestimmte Knallkörper müssen geprüft und gekennzeichnet sein, bevor sie verkauft werden dürfen. Sie dürfen maximal sechs Gramm Schwarzpulver enthalten. Sehr viel stärker reagierende Blitzknallsätze, die schwere Verletzungen verursachen können, sind nicht erlaubt.

Feuerwerksprodukte der Kategorie 2 (ab 18 Jahren) dürfen nur an den letzten drei Werktagen im Jahr verkauft werden - in diesem Jahr also vom 29. bis zum 31. Dezember. Dann werden 80 bis 95 Prozent des Jahresumsatzes erwirtschaftet.

Unter die Kategorie 2 fallen beispielsweise Raketen, Batterien und Böller. Sie dürfen ohne besondere Genehmigung nur in der Zeit vom 31. Dezember bis zum 1. Januar abgebrannt werden – allerdings nicht in unmittelbarer Nähe von Kirchen, Krankenhäusern sowie Kinder- und Seniorenheimen.

Der Zoll stellte nach eigenen Angaben im vergangenen Jahr mehr als 151 000 Stück größere illegale Pyrotechnik sowie 1,85 Tonnen kleinteiliges illegales Feuerwerk – wie etwa Böller – sicher.

Die Gefahren

Verletzungen mit Feuerwerkskörpern können zu schweren Verbrennungen führen, die laute Knallerei kann außerdem das Gehör schädigen. Das österreichische Kuratorium für Verkehrssicherheit fand heraus, dass 97 Prozent der Menschen, die sich mit Feuerwerk verletzten, männlich sind.

Für Haustiere bedeutet der Lärm an Silvester vor allem eines: Stress. Die Knallerei könne bei vielen Haustieren Panik auslösen, warnt der Deutsche Tierschutzbund.

Der Hintergrund

Das Böllern in der Neujahrsnacht hat Tradition: Schon die Germanen wollten böse Geister mit Licht und Lärm vertreiben. An Silvester ist das nicht der einzige Brauch, der Glück bringen soll – man denke etwa an Bleigießen oder Glücksschweinchen.

Die Alternative?

Unter dem Motto „Brot statt Böller“ ruft das evangelische Hilfswerk Brot für die Welt zum Jahreswechsel wieder zu Spenden auf. Mit Krachern und Raketen sei gegen Gewalt und Unrecht wenig auszurichten, sagte Präsidentin Cornelia Füllkrug-Weitzel. Statt Geld für Feuerwerk auszugeben, könnten Menschen die Lebenssituation anderer verbessern.

Den Vorwurf des Spaßverderbens weist die Präsidentin zurück: „Unserer Gesellschaft fehlt es nicht an Spaß oder Konsum. Wir könnten aber vor lauter Spaßorientierung verpassen, was das Leben an Glück und Sinn bereithält.“ Teilen sei ein wesentlicher Glücksfaktor.




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