Sindelfingen - Die Ursache für die Verunreinigung des Trinkwassers in der Sindelfinger Kernstadt, Maichingen und Magstadt ist weiter unklar. Das hat Gebhard Gentner, Geschäftsführer der Stadtwerke Sindelfingen, in der Gemeinderatssitzung am Dienstagabend erklärt.
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Zwar habe man vor wenigen Tagen in den beiden betroffenen Hochbehältern Goldberg und Rheinstraße „eine kleine Anzahl“ von Insekten an Wänden und in Ecken der Hochbehälter gefunden, das lasse aber nicht die Schlussfolgerung zu, dass diese auch für die Verunreinigung durch Enterokokken verantwortlich sind. „Die Tiere wurden bei Begehungen mit dem Ingenieurbüro und dem Gesundheitsamt entdeckt“, sagte Gebhart Gentner.
Bei den Insekten handelt es sich um Ohrenzwicker. „Die Menge war sehr gering, nicht einmal eine Handvoll. Es wäre Spekulation, anzunehmen, dass die Verunreinigung auf die Tiere zurückzuführen ist. Wir sagen aber auch klar: Ohrenzwicker haben in Behältern mit Trinkwasser nichts zu suchen“, betont Gentner.
Enterokokken könnte fast jedes Lebewesen einführen
Rein biologisch bestehe die Möglichkeit, dass die Ohrenzwicker Enterokokken-Bakterien übertragen können. Gentner: „Jedes Lebewesen mit einem Darmtrakt kann diese Bakterien-Überart hineinbringen, dazu gehören theoretisch auch Ohrenzwicker. Es könnten aber auch andere Kleinstlebewesen oder Nagetiere sein. So etwas konnte aber nicht festgestellt werden.“ Spezialisten seien dieser Frage mit Kameras und Infrarotlichtern in Leitungen nachgegangen, hätten aber nichts entdeckt. Mögliche Eintrittstellen – die vergitterten Lüftungsöffnungen der Behälter – seien zudem intakt gewesen.
Auch knapp drei Wochen nachdem das Gesundheitsamt des Landkreises zunächst für Sindelfingen, später auch für Maichingen und Magstadt ein Abkochgebot ausgesprochen hat, bleibt der Ursprung der Verschmutzung unklar. Zusammen mit dem Vorlieferanten, der Bodenseewasserversorgung, werde weiter nach dem Ursprung der Keime gesucht.