Sindelfingen Ärger wegen nächtlichem Lärm - Club Domo ist vorerst geschlossen

Der Club Domo ist seit Anfang Mai geschlossen – wie es weitergeht, ist unklar (Archivbild). Foto:  

Der Club wollte Leben in die Stadt bringen - jetzt ist er nach einem dreiviertel Jahr wieder zu. Unter welchen Bedingungen er wieder öffnen könnte.

Böblingen: Anke Kumbier (ank)

Mit einer rauschenden Party hatte der Club Domo im ehemaligen und gleichnamigen Einkaufszentrum am Corbeil-Essonnes-Platz in Sindelfingen im September Eröffnung gefeiert. Kurz darauf musste er schon wieder schließen. Offenbar gab es Beschwerden aus der Nachbarschaft wegen Lärmbelästigung und Missverständnisse, was genau die Stadt genehmigt hatte.

 

„Keine Diskothek“, wie ein Sprecher der Stadt Sindelfingen damals betonte. Stattdessen aber wohl einen Gastronomiebetrieb mit Musik. Nachdem das erste Missverständnis aus dem Weg geräumt war, öffnete der Club wieder. Seit Anfang Mai ist er allerdings erneut geschlossen. Zu den Gründen will sich Betreiber Damianos Selidis auf Nachfrage nicht äußern, er verweist stattdessen auf einen Post, also eine Nachricht, auf dem Instagram-Account des Clubs. Daraus ergibt sich, dass es wohl in den vergangenen Monaten im Hintergrund weiter rumort hat.

Club Domo bliebt vorerst geschlossen

Dort ist unter anderem zu lesen: „Nach Monaten voller Behördengänge, Gespräche mit Nachbarn, Auflagen und Diskussionen wurde uns nun ein empfindliches Zwangsgeld angedroht.“ Deshalb sehe sich der Club gezwungen, den Betrieb vorerst einzustellen. Zentraler Streitpunkt ist offenbar der Lärm, der nach 22 Uhr aus dem Club dringt.

Stadtsprecher Konrad Hünerfeld bestätigt auf Nachfrage das angedrohte Zwangsgeld. Dieses müsse der Club demnach noch nicht zahlen, es würde aber fällig werden, „falls gegen die geltenden Lärmschutzvorgaben verstoßen wird.“ Laut Hünerfeld sind aus der Nachbarschaft mehrere Beschwerden wegen Ruhestörung nach 22 Uhr eingegangen. „Die Stadt hat daraufhin Gespräche mit dem Betreiber geführt und auf die Einhaltung der geltenden Vorgaben hingewiesen.“

„Wollten wieder Leben in die Stadt bringen“

Im Instagram-Post liest man die Enttäuschung der Club-Verantwortlichen in jeder Zeile. „Traurig, wenn ein Laden, der Menschen zusammenbringt und wieder Leben in die Stadt bringen wollte, am Ende genau daran scheitert.“

Tatsächlich ist das ehemalige Einkaufszentrum Domo ein eher trister Ort. Anfang der 1970er Jahre eröffnet, galt das Einkaufszentrum damals als Vorzeigeprojekt. Es vereinte Handel, Wohnen und Dienstleistungen unter einem Dach. In den 1980er Jahren zog in das Kaufhauses sogar eine Diskothek ein - die „Insel“. Doch mit der Fertigstellung des Breuningerlands waren die goldenen Zeiten des Domo vorbei.

Hat schon bessere Zeiten gesehen: das ehemalige Einkaufszentrum Domo in Sindelfingen. Foto: factum

Inzwischen ist das Gebäude zwar noch bewohnt und es gibt einzelne gastronomische Angebote, aber der Leerstand dominiert. Versuche, den Gesamtkomplex wiederzubeleben, sind bisher gescheitert.

Club beim Internationalen Straßenfest dabei

Wie es mit dem Club weitergeht, ist aktuell noch unklar. Hühnerfeld zufolge spricht nichts gegen eine Wiedereröffnung. „Sofern die geltenden Auflagen und insbesondere die Anforderungen des Lärmschutzes eingehalten werden, steht einer Wiederaufnahme des Betriebs aus Sicht der Stadt grundsätzlich nichts entgegen“, teilt der Stadtsprecher mit.

Selidis selbst äußert sich dazu nicht, zieht sich aber auch nicht komplett aus dem Stadtleben zurück: Beim Internationalen Straßenfest in Sindelfingen Mitte Juni ist der Club Domo mit einer Außenbar vertreten – allerdings ohne Afterparty in den Clubräumen.

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