Sindelfingen/Böblingen Mehr Busse, vor allem am Sonntag

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Die Städte wollen das Liniennetz ausbauen und die Takte verdichten. Auch der Glaspalast soll eine direkte Anbindung bekommen.

Der Stadtverkehr Sindelfingen-Böblingen soll  noch attraktiver werden. Foto: factum/Granville
Der Stadtverkehr Sindelfingen-Böblingen soll noch attraktiver werden. Foto: factum/Granville

Sindelfingen/Böblingen - Neue Buslinien, ein engerer Takt, mehr Verbindungen, vor allem auch abends und am Wochenende – so sehen die Pläne der Städte Sindelfingen und Böblingen für den künftigen Busverkehr aus. Von Dezember 2019 an wird der gesamte Stadtverkehr Böblingen/Sindelfingen neu konzipiert werden. Auch die Lizenz für den jetzigen Betrieb mit dem Busunternehmen Pflieger läuft dann aus.

Vor der Neuvergabe müssen sich die beiden Städte auf ein gemeinsames Konzept einigen. Das Zepter hat dabei der Landkreis in der Hand und dieser setzt die Städte unter Druck, schnell ein gemeinsames Konzept vorzulegen. In Böblingen stand die Verabschiedung des Konzepts am Mittwochabend auf der Tagesordnung des Gemeinderats. In Sindelfingen beriet das Gremium am Dienstagabend erstmals darüber. In den Weihnachtsferien müssen die Räte nun Fahrpläne und Buslinienkonzeptionen studieren. Im Januar gibt es noch diverse Termine für Bürgerinformationen, unter anderem mit dem Stadtseniorenrat sowie mit dem Jugendgemeinderat. Ende Januar müssen dann die Sindelfinger Räte die Neukonzeption beschließen.

Die Städte müssen sich auf ein gemeinsames Konzept einigen

Noch gibt es einige strittige Punkte, die die Städte klären müssen. Die Sindelfinger Baubürgermeisterin Corinna Clemens zeigte sich zuversichtlich, dass das gelingt. Sollten sie sich nicht einigen, droht der Kreis damit, nur eine Grundversorgung des Busverkehrs zu garantieren. Das wäre weniger als im Moment angeboten wird. Ziel der Städte ist es jedoch, das Angebot an Bussen und Verbindungen auszubauen. Momentan werden pro Jahr etwas mehr als zwei Millionen Kilometer gefahren, dies soll auf mehr als 2,5 Millionen Kilometer ausgebaut werden. Sindelfingen beansprucht dabei 197 000 Kilometer pro Jahr mehr, Böblingen 297 000 Kilometer.

Wichtig ist den Sindelfingern vor allem eine direkte Linie zum Glaspalast. Zudem soll das Flugfeld besser angebunden werden. Notwendig sind auch Linien zu neuen Wohngebieten wie dem Allmendäcker. Mit einer neuen Linie 732a zwischen Dagersheim, Darmsheim und dem Gewerbegebiet Hulb soll es eine direkte Anbindung an die S-Bahn-Haltestelle Hulb geben.

Die Betriebszeiten der Busse werden ausgeweitet. Von Dezember 2019 an fahren die Busse werktags bereits von 5.30 Uhr an statt wie bisher ab 6 Uhr. Die Taktzeiten werden verdichtet und einheitlich für alle Linien. Vor allem sonntags sollen künftig mehr Busse fahren. Geprüft werden soll noch, ob die Linie 701, die Sindelfingen und Böblingen verbindet und in der bisherigen Form weitergeführt wird, künftig auch am Sindelfinger S-Bahnhof hält. Außerdem möchte die Stadtverwaltung später das geplante Gewerbegebiet Häslach an den Stadtverkehr anbinden.

Fährt bald ein Busunternehmer aus Osteuropa?

Bezahlt wird die Grundversorgung – das sind im Jahr 1,84 Millionen Kilometer – vom Landkreis. Von den zusätzlichen Kilometern, die die Städte wünschen, übernimmt der Kreis die Hälfte, die andere Hälfte teilen sich die Städte. Dabei übernimmt Sindelfingen als größere Stadt 56, Böblingen 44 Prozent. Mit einer knappen Million Euro pro Jahr rechnet die Sindelfinger Verwaltung von Dezember 2019 an.

Sorge bereitet den Stadträten die Neuausschreibung der Konzession. Diese muss europaweit erfolgen. Die Räte befürchten, dass dann die ortsansässige Firma Pflieger nicht mehr zum Zug kommt, so dass ein Busunternehmer von weit her, der die Örtlichkeiten nicht kennt, den Stadtverkehr übernehmen könnte.




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