Sindelfingen Die Auferstehung des Floschenstadions

Der Gemeinderat beschließt die Sanierung der 60 Jahre alten Sportstätte. Damit ist ein jahrelanger Prozess um die beste Lösung für die Sportler der Stadt endlich entschieden.

Den Sindelfingern bleibt ihr Identifikationsmerkmal  – das Floschenstadion – nun doch erhalten. Foto: factum/Granville
Den Sindelfingern bleibt ihr Identifikationsmerkmal – das Floschenstadion – nun doch erhalten. Foto: factum/Granville

Sindelfingen - Totgesagte leben länger. Diese Weisheit gilt nun auch für das Floschen-stadion. Vor acht Jahren hatte der Sindelfinger Gemeinderat beschlossen, dass es abgerissen werden soll, eine Sanierung würde sich nicht lohnen, hatte es von der Stadtverwaltung geheißen. Stattdessen sollten die Sportstätten um den Glaspalast und das Allmendstadion konzentriert und ausgebaut werden. Dass diese Pläne noch nicht umgesetzt wurden, lag vor allem an den Finanzen. Weil der Haushalt eingebrochen war, waren Umzug und Ausbau zunächst verschoben worden. Doch aufgeschoben heißt in diesem Fall auch aufgehoben. Am Dienstagnachmittag haben die Stadträte ihre Entscheidung rückgängig gemacht: Das Floschenstadion soll nun doch saniert werden. Abgerissen wird nur das Funktionsgebäude mit den Umkleiden, an dessen Stelle ist ein Neubau geplant.

Einstimmig war diese Entscheidung allerdings nicht. Neun Räte votierten gegen die neue Lösung. Die Mehrheit der Grünen hätte es lieber gesehen, wenn das Areal des Floschenstadions renaturiert würde und zur Naherholungsfläche für die Bürger würde – mit neuen Wohnungen am Rande des Gebiets. „Ich kann nicht sagen, dass die Variante Sanierung eine schlechte Lösung ist. Aber uns hätte aus städtebaulicher Sicht eine Reihenwohnbebauung mit einem Park in der Mitte um die offene Schwippe besser gefallen“, sagte der Grünen-Fraktionschef Hans Grau. Auch zwei CDU-Räte schlossen sich dieser Auffassung an.

Viele Sindelfinger hängen am Stadion

Doch letztlich setzten sich die Befürworter der Variante Sanierung durch. Sie beschlossen ein Konzept, das das externes Gutachterbüro Sportconcept aus Stuttgart erarbeitet hatte – in einem langwierigen Prozess, in den auch die Sportvereine sowie die Mitglieder einer Bürgerinitiative aus Anwohnern des Floschenstadions einbezogen worden waren. Das Büro rechnet mit Kosten von knapp 16 Millionen Euro für die Sanierung des Stadions und den Neubau des Funktionsgebäudes. Ein Abriss und eine Verlagerung der Sportstätten an den Glaspalast und ins Allmendstadion hingegen käme mit knapp 22 Millionen Euro wesentlich teuerer, stellten Gutachter als Fazit fest.

Die meisten Bürger in Sindelfingen werden diese Entscheidung mit Erleichterung vernehmen. War doch das Thema Abriss des Floschenstadions auf wenig Begeisterung gestoßen. Viele Sindelfinger hängen an diesem 60 Jahre alten Stadion, identifizieren sich damit. „Das Floschenstadion gehört zu Sindelfingen. Alte Sindelfinger haben mich angesprochen, und gesagt: ‚Erhaltet es’“, sagte Walter Arnold, der Fraktionschef der CDU. Die Entscheidung für die Sanierung sei daher für die Bürger „eine Politik des Gehörtwerdens“. Ähnlich sahen es die Sprecher der anderen Fraktionen. „Es ist uns geglückt, dass sich in diesem Konzept die Sportvereine wiederfinden, die Bürgerinitiative befriedet wurde und wir haben es geschafft, die nostalgischen Gefühle für das Stadion zu bewahren“, sagte Andreas Schneider-Dölker, der Chef der SPD-Fraktion. Der lange Prozess habe sich gelohnt, meinte auch Andreas Knapp von der FDP. „Wir Stadträte haben in diesem Prozess unsere Meinung geändert. Das ist das Ergebnis eines intensiven Dialogs mit den Bürgern und Vereinen.“

„Nun ist es beschlossen. Morgen beginnt die Umsetzung“, verkündete der Oberbürgermeister Bernd Vöhringer nach dem Votum des Gremiums.




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