Sindelfingen Jugend forscht geht digital

Ein Bilder aus dem vergangenen Jahr vom Regionalwettbewerb Jugend forscht: Dieses Jahr muss  der Oberbürgermeister Bernd Vöhringer auf seinen Rundgang verzichten. Foto: factum/Granville
Ein Bilder aus dem vergangenen Jahr vom Regionalwettbewerb Jugend forscht: Dieses Jahr muss der Oberbürgermeister Bernd Vöhringer auf seinen Rundgang verzichten. Foto: factum/Granville

Statt einer Präsentation in der Sindelfinger Stadthalle zeigen die Teilnehmer des Regionalwettbewerbs dieses Mal ihre Arbeiten in einem Film

Böblingen: Gerlinde Wicke-Naber (wi)

Sindelfingen - Beheizbare Schlafsäcke, das richtige Timing beim Eierkochen oder Sensoren, die die demente Oma überwachen – die Ideen, die die jungen Teilnehmer jedes Jahr entwickeln, erstaunen auch langjährige Besucher immer wieder aufs Neue. Spannend ist es, mit den Jugendlichen zu diskutieren, ihre Forschungen zu testen: durch Anfassen, Schmecken oder Riechen. Doch in diesem Jahr ist alles anders - Corona geschuldet. Das gilt auch für den Regionalwettbewerb Jugend forscht. Erstmals in seiner 56-jährigen Geschichte findet er digital statt.

„Der Wettbewerb lebt eigentlich von der Präsenz, dass die Teilnehmer ihre Arbeiten präsentieren und dass man auch als Besucher viel ausprobieren kann. Das alles fällt dieses Jahr weg“, bedauerte der Sindelfinger Oberbürgermeister Bernd Vöhringer in einer digitalen Pressekonferenz am Montag. „Aber wir sind froh, dass wir den Wettbewerb trotzdem ausrichten können.“

Weniger Teilnehmer in der Pandemie

20 Prozent weniger Teilnehmer bundesweit als im Vorjahr – das ist eine Folge der Pandemie. Grundschüler sind dieses Mal gar nicht dabei. „Es ist sicher kaum möglich, Grundschüler von der Ferne aus bei Forschungsarbeiten zu betreuen“, lieferte Lisa Hasenmaier, die Organisatorin des Wettbewerbs, eine Erklärung. Das trifft vor allem die Sindelfinger Grundschulen, die in den vergangenen Jahren stets sehr stark vertreten waren.

Eine andere Auswirkung der Pandemiebedingungen: Mehr als die Hälfte aller Arbeiten sind in diesem Jahr Einzelprojekte, im vergangenen Jahr waren es 21 Prozent. Dreier-Gruppen wie in den Vorjahren gibt es kaum. Corona bestimmt auch thematisch den Wettbewerb: Wie wäscht man am besten die Masken? Welche Lüftungsmodelle für Klassenräume sind sinnvoll? Mit solchen Fragen haben sich die Jugendlichen beschäftigt.

Aber auch ganz anderen wissenschaftlichen und teils praktischen Fragestellungen sind die Jungforscher nachgegangen: Wie viel Nitrat ist in unserem Salat? Wie sieht das optimale Katzenklo aus? Oder auch: Unter welchen Bedingungen wächst Gras am schnellsten?

Präsentieren werden die Jugendlichen ihre Arbeit am kommenden Donnerstag ausschließlich virtuell. Dazu loggen sie sich in einen eigenen Projektraum ein und stellen der Jury ihre Forschung und die Ergebnisse vor. Am Freitag tagt die Jury, bewertet die Arbeiten und bestimmt die Regionalsieger. Statt einer Abschlussfeier mit Siegerehrung gibt es einen Film, in dem nicht nur die Sieger verkündet werden, sondern auch jeder Teilnehmer, der einen Beitrag zu seinem Projekt beisteuern konnte. Der Film wird am Freitag um 18.30 Uhr auf der Homepage der Stadt sindelfingen.de freigeschaltet.

Auch der Landeswettbewerb findet digital statt

Alle Regionalsieger haben sich damit automatisch für den Landeswettbewerb Jugend forscht qualifiziert. Dieser wird – anders als im vergangenen Jahr, als er wegen Corona ausfiel – stattfinden – und zwar auch digital. Für den Bundeswettbewerb im Mai hoffen die Veranstalter noch, diesen in der üblichen Form anbieten zu können.

Für das nächste Jahr hoffen auch die Veranstalter des Regionalwettbewerbs wieder auf eine Veranstaltung in der Stadthalle. Seit 15 Jahren ist Sindelfingen Gastgeber von Jugend forscht – unterstützt von Sponsoren aus dem Landkreis Böblingen.




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