Auf das griechische Samos könnte das türkische Muğla folgen: Eine elfköpfige Delegation um den Sindelfinger OB Bernd Vöhringer (CDU) knüpft erste, offizielle Freundschaftsbande in Richtung der türkischen Küstenregion Muğla.
Über seine Tätigkeit im Europarat der Kommunen hatte Vöhringer persönliche Beziehungen zu Ahmet Aras aufgebaut, der an der Spitze der Regionalverwaltung von Muğla steht. Dieser empfing Vöhringer am Montag herzlich, gemeinsam wurden potenzielle Felder einer Zusammenarbeit ausgelotet.
Premiere für Muğla
„Wie sind sehr, sehr glücklich, unsere Gäste aus Sindelfingen hier in Muğla willkommen zu heißen“, sagte Aras, der bei der jüngsten Kommunalwahl im März 2024 in der Türkei für die Partei der Sozialdemokraten (CHP) ins Amt gelangte. Bei einem offiziellen Empfang im Rathaus von Muğla trug sich Vöhringer ins Buch der Stadt ein. Die türkischen Gastgeber nahmen sich im Anschluss viel Zeit, um potenzielle Felder für eine Zusammenarbeit der Städte zu finden.
Dabei kam die reiche kulturelle Geschichte der Stadt ebenso zur Sprache wie aktuelle Herausforderungen der Kommunalpolitik auf beiden Seiten. Für Muğla wäre es die erste Partnerschaft mit einer Stat außerhalb der Türkei, für Sindelfingen mit seinen bisher acht Partnerstädten die erste außerhalb der Europäischen Union.
Ebenso herzlich empfing die Bürgermeisterin von Mentese, Gonca Köksal, die Sindelfinger. Mentese bildet das kulturelle und gesellschaftliche Zentrum der Region, die insgesamt über eine Million Einwohner hat. „Wir wünschen uns eine Freundschaft, um auf den Weg einer Zusammenarbeit zu gelangen“, sagte Köksal. Für beide Ebenen - lokal in Mentese und regional in Muğla - stehen weniger wirtschaftliche Interessen im Vordergrund, als vielmehr der kulturelle Austausch und die Verständigung innerhalb der Zivilgesellschaft. Muğla ist geprägt von Tourismus und Landwirtschaft, die Küste der Region zwischen Mittelmeer und Ägäis ist über 1500 Kilometer lang.
Die Zusage zum Internationalen Straßenfest kommt prompt
Der Sindelfinger Oberbürgermeister Vöhringer kündigte auf den offiziellen Empfängen an, eine Kooperationsvereinbarung ausarbeiten zu wollen, auf deren Basis aus der Freundschaft dereinst eine offizielle Partnerschaft entstehen könnte. Diese stünde unter dem Vorbehalt der Zustimmung des Gemeinderats. „Mir ist wichtig, vorher konkrete Felder der Zusammenarbeit abzustecken, in die später Ressourcen fließen sollen.“
Doch dafür gebe es erste Ideen: Ein kultureller Austausch ebenso wie eine Kooperation der Feuerwehren etwa oder Schüleraustausche. Eine Einladung zum Internationalen Straßenfest in diesem Sommer sprach Vöhringer ebenfalls aus, was prompt mit einer Zusage von türkischer Seite beantwortet wurde.