Der BUND streicht die Segel: Weil zu viel Müll am Koscht-Nix-Häusle in Sindelfingen abgeladen wurde, wird es nun endgültig geschlossen.
Das Koscht-Nix-Häusle im Sommerhofental in Sindelfingen hat nun endgültig seine Türen geschlossen. Nachdem sich der BUND bereits im letzten Jahr an die Öffentlichkeit gewandt hatte, weil das Häusle regelmäßig zugemüllt wurde, haben die Verantwortlichen nun nach über sechs Jahren einen Schlussstrich gezogen. Darüber informieren sie in einer Pressemitteilung.
„Der Frust über das Verhalten einzelner war zu groß, die Menge an Müll zu viel geworden“, sagt Carola Wunderlich vom BUND (Bund für Umwelt und Naturschutz).
Aufräumarbeiten nahmen überhand
Zu viele Großspenden an unbrauchbaren Kleidern, veralteten CDs, kaputtem Porzellan oder verschmutzten Deko-Artikeln seien einfach in die Regale hineingestopft worden.
Bereits im August des vergangenen Jahres hatte der BUND moniert, dass zu viele unbrauchbare Dinge vor und in dem Häusle abgeliefert würden. Ganze Autoladungen an alten Gegenständen und Klamotten hätten Menschen dort entsorgt. Die Ehrenamtlichen seien zunehmend in Bredouille geraten, das Häusle in einem guten Zustand zu halten. Vieles sei schließlich einfach vor der Hütte auf den Boden geworfen worden. Die Aufräumarbeiten hätten bereits damals überhand genommen, sodass das Häusle für einige Zeit geschlossen werden musste.
Ehrenamtliche haben sich um das Häusle gekümmert
Danach hatte der BUND einen zweiten Versuch gestartet. Zusätzlich zur Gruppe der Freiwilligen kamen Schülerinnen und Schüler der Bodelschwinghschule im Rahmen eines Schulprojekts zweimal wöchentlich vorbei und räumten auf. Doch auch diese Unterstützung habe nicht ausgereicht, um die vielen Gegenstände ansprechend ausstellen zu können, schreibt der BUND in der Pressemitteilung.
Das Häusle war ursprünglich von der Gruppe „Suffizienz“ des BUND aufgebaut und gepflegt worden. Ziel war es, Gegenstände weiter zu verwenden, statt sie einfach in den Müll zu werfen. So sollten Ressourcen geschont und auf problematisches Konsumverhalten aufmerksam gemacht werden.
Diese Warentausch-Station sei von der Bevölkerung durchaus sehr gut angenommen worden, viele Gegenstände hätten einen neuen Besitzer gefunden, schreibt der BUND im Rückblick. Das Häusle habe sich außerdem zum Treffpunkt für Spaziergänger gemausert.
Die „offene Kleiderstange“ bleibt
Doch damit ist nun endgültig Schluss. Bestehen bleibe die sogenannte „offene Kleiderstange“ im Erdgeschoss des Umweltzentrums, die immer mittwochs von 14 bis 16 Uhr besucht werden könne, informiert der BUND.
Dort könne gut erhaltene Kleidung getauscht oder auch einfach nur mitgenommen werden. Außerdem findet am 15. November eine Spieletauschbörse von 14 bis 17 Uhr in den Räumen des Umweltzentrums statt.