Sindelfingen und Herrenberg Zwei Städte aus dem Kreis wollen eigenes Nummernschild
Leonberg hat es schon, Böblingen sowieso. Nun bekräftigen auch Sindelfingen und Herrenberg ihren Wunsch, ein eigenes Nummernschild-Kürzel zu bekommen.
Leonberg hat es schon, Böblingen sowieso. Nun bekräftigen auch Sindelfingen und Herrenberg ihren Wunsch, ein eigenes Nummernschild-Kürzel zu bekommen.
Bis auf Leonberg führen alle Städte und Gemeinden im Kreis Böblingen das Nummernschild BB. Wie die Leonberger, die seit einigen Jahren auf Wunsch hin mit dem früher schon geltenden LEO-Nummernschild umherfahren können, hätten mit Sindelfingen und Herrenberg zwei weitere Städte aus dem Kreis eine eigene Kennung. Während Sindelfingen sich für SFI aussprechen würde, könnte Herrenberg HBG bekommen.
Die Oberbürgermeister der beiden Mittelstädte, Markus Kleemann für Sindelfingen und Nico Reith für Herrenberg, haben mit 18 weiteren OB-Kollegen aus Baden-Württemberg in einer gemeinsamen Pressemitteilung ihren Wunsch bekräftigt, eigene Nummernschilder zu erhalten. Die OB sehen in der Einführung eines eigenen Kfz-Kennzeichens „eine wertvolle Möglichkeit, um die regionale Identität zu stärken und aktives Stadtmarketing sowie Tourismusförderung für die Region zu betreiben“. Bundesweit hätten sich über 100 Städte „zur Stärkung ihrer öffentlichen Wahrnehmung“ für ein eigenes Kfz-Kürzel ausgesprochen.
Während in Sindelfingen ein Gemeinderatsbeschluss kommen könnte, gibt es in Herrenberg bislang nur die positive Stellungnahme des Oberbürgermeisters.
Nachdem der Bundesrat auf Initiative des Landes Hessen mit klarer Mehrheit eine Entschließung zur Liberalisierung der Nummernschild-Kennzeichen gefasst hat, liegt der Ball nun bei der Bundesregierung. Ob, wann und wie die Bundesregierung die Entschließung des Bundesrates aufgreift, ist gesetzlich nicht geregelt. Auch Baden-Württemberg hatte zugestimmt. In der Entschließung wird auf die letzte Änderung der Fahrzeugzulassungsverordnung verwiesen, welche die Wiedereinführung von ausgelaufenen Kennzeichen („Altkennzeichen“) ermöglichte. Davon profitierte Leonberg.
„Wir danken dem Bundesrat, insbesondere dem Land Baden-Württemberg, das unser Anliegen zur Liberalisierung positiv begleitet und unterstützt. Die Ausgabe neuer Kfz-Kennzeichen für alle deutschen Mittelstädte ab 20 000 Einwohnern ist eine niedrigschwellige Möglichkeit, die Verbundenheit der Bürgerinnen und Bürger mit ihrem Heimatort zu stärken und aktives Stadtmarketing zu betreiben“, betonen die 20 baden-württembergischen OB weiter.
Zu den weiteren Städten in der Region Stuttgart, die sich eigene Nummernschilder wünschen, zählen aus dem Kreis Esslingen Kirchheim unter Teck (KIT) sowie aus dem Rems-Murr-Kreis die Städte Fellbach (FE), Schorndorf (SDF) und Winnenden (WIN). Bei einer erfolgreichen Umsetzung können bundesweit mehr als zehn Millionen Menschen in 320 Mittelstädten profitieren.
Der Ideengeber, der Heilbronner Professor Ralf Bochert, und das Landratsamt Böblingen hielten 2024, als die Diskussion erstmals aufkam, eine Umstellung der Nummernschilder „mittelfristig“ für keinen größeren bürokratischen Aufwand.