Sindelfingen Wild abgeladener Müll verärgert Anwohner

An der Eltinger Straße im Sindelfinger Wohngebiet Rotbühl sammelt sich illegal abgeladener Müll. Foto: privat

Müllsäcke, die illegal neben Altglas- und Kleidercontainern abgelegt werden, verschandeln Stadtbild und Umwelt. Die Stadt testet an zwei Standorten eine neue Maßnahme.

Böblingen: Leonie Schüler (lem)

Neben Containern, die eigentlich für Altkleider gedacht sind, stapeln sich Müllsäcke, die gefüllt sind mit Chipstüten, Joghurtbechern und anderen Plastikverpackungen. Das unschöne Foto von illegal abgelegtem Müll an der Eltinger Straße im Sindelfinger Wohngebiet Rotbühl hat der Anwohner Richard Stollenmaier unserer Redaktion zugesandt. Er schreibt dazu: „Die Bewohnerinnen und Bewohner des Rotbühl in Sindelfingen wollen, dass die Vermüllung des Containerstandortes Eltinger Straße endlich aufhört.“ Und weiter: „Das Rotbühl will eine saubere Umwelt.“

 

Stollenmaier fordert in seinem Schreiben den Sindelfinger Oberbürgermeister Markus Kleemann dazu auf, den Containerstandort abzubauen oder ihn mit mobilen Lichtmasten auszustatten. Damit bezieht sich der Anwohner auf eine neue Maßnahme der Stadt Sindelfingen, die seit Mitte Dezember greift und mithilfe derer die Vermüllung an Containerstandorten reduziert werden soll. Seither sind zwei besonders von Vermüllung betroffene Containerstandorte mit mobilen Lichtmasten ausgestattet: an der Ecke Hohenzollernstraße/Freibadparkplatz sowie an der Rudolf-Harbig-Straße.

Lichtmasten schrecken Müllsünder in Sindelfingen ab

Die Lichtmasten sollen für eine kontinuierliche Grundbeleuchtung sorgen und mithilfe von Bewegungsmeldern situationsgebunden besonders hell aufleuchten. „Ziel ist es, illegale Müllablagerungen zu reduzieren, indem die erhöhte Sichtbarkeit Fehlverhalten unattraktiv macht und potenzielle Verursacher abschreckt“, schreibt die Stadtverwaltung in einer Pressemitteilung.

Ein neuer Lichtmast, der mit Bewegungsmeldern aktiviert wird, steht an der Rudolf-Harbig-Straße. Foto: Stadt Sindelfingen

Testphase dauert sechs Monate

Die Lichtmasten werden für einen Zeitraum von sechs Monaten erprobt. Während dieser Testphase will die Stadt die Auswirkungen auf das Müllaufkommen systematisch beobachten und auswerten. Anschließend wird entschieden, ob und in welchem Umfang weitere Lichtmasten an anderen Containerstandorten umgesetzt werden.

Als Grund für die Maßnahme nennt die Stadtverwaltung, dass das schon lange bestehende Problem von wildem Müll an Containeranlagen zuletzt deutlich zugenommen habe. Illegale Abfälle wie Hausmüll, Sperrmüll, Gartenabfälle oder Textilien würden neben Containern der Abfallwirtschaft abgelegt, anstatt diese ordnungsgemäß über die kommunalen Entsorgungswege zu entsorgen. „Diese illegale Entsorgung belastet nicht nur das Stadtbild und die Umwelt, sondern verursacht auch erhebliche zusätzliche Entsorgungs- und Reinigungskosten, die letztlich von der Allgemeinheit getragen werden müssen“, heißt es seitens der Stadt.

Sauberkeitsstreife in Sindelfingen: Frühzeitig gegen Müll vorgehen

Bereits im November des vergangenen Jahres führte die Verwaltung eine so genannte Sauberkeitsstreife ein. Im gesamten Stadtgebiet haben seither Mitarbeiter des Städtischen Vollzugsdienstes ein Auge auf stark frequentierte Orte und bekannte Müll-Hotspots wie Glas- und Altkleidercontainer. „Unser Ziel ist es, frühzeitig gegenzusteuern, indem wir Fehlverhalten ansprechen und Ordnung verlässlich durchsetzen“, erklärte Oberbürgermeister Markus Kleemann im November.

Ihm sei bereits im Wahlkampf aufgefallen, dass die Sauberkeit an einigen Stellen in der Stadt „deutlich zu wünschen übrig lässt“. Viele Sindelfingerinnen und Sindelfinger würden ihn darauf ansprechen. „Mit der neuen Sindelfinger Sauberkeitsstreife haben wir vor wenigen Wochen bereits ein klares Zeichen gegen illegale Müllablagerungen auf den Weg gebracht. An bekannten Müll-Hotspots gehen wir nun auch mithilfe von Bewegungsmeldern gezielt und konsequent gegen diese Missstände vor“, kommentiert Kleemann die neue Maßnahme.

Wilden Müll melden

Kontakt
Müllverstöße können über die Hotline des Sauberkeitstelefons unter 0 70 31 / 9 47 51, per E-Mail an umwelt@sindelfingen.de oder über die Website www.sindelfingen-wills-wissen.de an die Stadtverwaltung gemeldet werden.

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