Sindelfinger Hallenfußball-Gala Das muss man zwei Wochen vor dem Start des Turniers mit 171 Teams wissen

Szene aus dem Finale der 40. Hallengala Anfang 2025: Der VfL Sindelfingen (in Blau) unterlag dem VfL Pfullingen mit 2:6. Foto: Eibner/Philip Ziegler

In etwas mehr als zwei Wochen startet die 41. Hallenfußball-Gala im Sindelfinger Glaspalast. Wir haben alle wichtigen Informationen zu Deutschlands größtem Amateurturnier gesammelt.

Am Sonntag wird in einigen Ligen des Fußballbezirks Stuttgart/Böblingen zum letzten Mal in diesem Jahr im Freien gekickt. Auch wenn es danach erst Ende Februar/Anfang März mit den Punktspielen weitergeht, müssen die hiesigen Fans keine Entzugserscheinungen haben. Dafür sorgt die 41. Auflage der Hallen-Gala im Sindelfinger Glaspalast, bei der sich insgesamt 171 Mannschaften – und damit acht mehr als im Vorjahr – auf dem Kunstrasen beweisen wollen.

 

Terminfindung: Wann das Haupt- und Endturnier des größten Amateurturniers in Deutschland stattfindet, hängt stets davon ab, wie Mercedes-Benz seinen Junior-Cup legen will. Und das wiederum kommt darauf an, wie die Wochenenden zu Beginn eines Jahres liegen. Das erste Wochenende 2026 ist bereits der 3./4. Januar, also ziemlich früh. Zu früh für den Junior-Cup. „Die Mannschaften für den Junior-Cup müssten dann fast schon an Silvester oder Neujahr anreisen, damit sie noch einen Trainingstag auf dem Kunstrasen verbringen können – und das macht keinen Sinn“, weiß Gerd Klauß, bei dem in der Organisation der Hallen-Gala die Fäden zusammenlaufen. Also steigt der Junior-Cup erst am 10./11. Januar, was bedeutet, dass der 3./4. Januar für Haupt- und Endturnier des Amateurturniers bleibt. „Das ist uns gar nicht so unrecht“, nickt Gerd Klauß und fügt dann erklärend hinzu: „Für den Junior-Cup sind einige Umbauten nötig. Wenn der Junior-Cup also am Ende der Hallen-Gala steht, müssen wir danach nicht noch einmal für das Amateurturnier umbauen, sondern können direkt abbauen.“

Vorturnier, Hauptturnier und Endturnier bei der Hallen-Gala

Vorturnier: Vom 19. bis zum 29. Dezember kämpfen 144 Mannschaften in 36 Vierergruppen darum, als Qualifikant beim Hauptturnier mitmischen zu dürfen. Größter Exot dürfte der SV Körne 83 aus einem Ortsteil von Dortmund sein. Aber auch Mannschaften aus Hessen, Rheinland-Pfalz, Franken und Mittelfranken, Baden und Südbaden oder Oberschwaben haben sich angemeldet. „Wir hatten zwei Anzeigen im Kicker-Sportmagazin geschaltet“, erläutert Gerd Klauß, wie die überregionale Aufmerksamkeit befeuert wird. Der allergrößte organisatorische Aufwand für ihn und sein Team ist vorbei. „Die Gruppen sind fertig eingeteilt. Was jetzt noch kommt, sind kurzfristige Absagen“, lässt er durchblicken und ergänzt mit einem Schmunzeln: „Die sind aber weniger geworden, seitdem das Startgeld vorab überwiesen werden muss.“

Mannschaften aus dem Kreis Böblingen im Vorturnier: Selbstverständlich wollen auch etliche unterklassige Mannschaften aus dem Kreis Böblingen den großen Coup schaffen und als einer von 18 Qualifikanten beim Hauptturnier mitwirken. Das sind TSV Dagersheim II, SV Böblingen II sowie U18, U19 I und II, VfL Sindelfingen II und III sowie U19, GSV Maichingen II und III sowie U19, KSC Sindelfingen, SV Magstadt I und II, SpVgg Aidlingen II, TV Darmsheim II, TSV Grafenau, FV Radnik Sindelfingen, KSC Sindelfingen, TSV Steinenbronn, SpVgg Holzgerlingen U19, SKV Rutesheim II und U19, SpVgg Renningen, SV Leonberg/Eltingen II, TSV Malmsheim und Orange Devils Maichingen.

Haupt- und Endturnier: Das große Finale der Hallen-Gala steigt direkt Anfang des neuen Jahres. Am 2. und 3. Januar kämpfen insgesamt 45 Mannschaften in neun Fünfergruppen darum, sich fürs Endturnier am 4. Januar zu qualifizieren. Bei diesem sind dann noch 24 Mannschaften in acht Dreiergruppen dabei, in denen die Achtelfinalisten ermittelt werden. Der Gesamtsieger bekommt 2500 Euro Preisgeld.

Wer fürs Hauptturnier gesetzt ist: Grundsätzlich fürs Hauptturnier gesetzt sind immer der Titelverteidiger, Mannschaften aus Regionalliga – wobei sich aus dieser Klasse dieses Mal gar kein Team angemeldet hat – , Oberliga Baden-Württemberg, Verbandsliga Württemberg, Landesliga, Staffel II und A-Junioren-Oberliga sowie Bezirksligisten aus dem Kreis Böblingen. „Danach füllen wir bei den Gesetzten auf mit Landesligisten aus anderen Staffeln und jahrelangen Teilnehmern, die immer eine gute Rolle spielen“, spricht Gerd Klauß mit dem letzten Punkt die SpVgg Aidlingen und den Türk SV Herrenberg an. „Man braucht ja auch ein paar Lokalmatadore für so ein Turnier“, betont er. Keiner der genannten Kriterien trifft zwar auf die SpVgg Cannstatt zu, die aber in der Bezirksliga Stuttgart/Böblingen zur Topriege gehört und daher ebenfalls gesetzt ist.

Bei den vergangenen beiden Auflagen sorgte der SV Rohrau (in Blau) für Furore: 2024 gewann der Gäuklub die Hallen-Gala, 2025 belegte er Rang vier. Foto: Eibner/Philip Ziegler

Gesetzte Mannschaften beim Hauptturnier: Nicht durch die Mühlen der Qualifikation müssen SV Fellbach, SKV Rutesheim, SSV Reutlingen, TV Darmsheim, SV Böblingen, SpVgg Holzgerlingen, TSV Dagersheim, SV Rohrau, TSG Balingen U19, Titelverteidiger VfL Pfullingen, FV Löchgau, FC Denzlingen, TuS Ergenzingen, SV Nehren, SSV Reutlingen U19, SG Sonnenhof Großaspach U19, SGV Freiberg U19, SpVgg Cannstatt, TSG Hofherrnweiler-Unterrombach, TSV Weilimdorf, FSV Hollenbach, die Gastgeber VfL Sindelfingen und GSV Maichingen, TSV Ehningen, TuS Ergenzingen U19, Türk SV Herrenberg und SpVgg Aidlingen. „Bei der Gruppeneinteilung fürs Hauptturnier achten wir übrigens darauf, dass es nicht dieselben Begegnungen wie im Vorjahr gibt“, sagt Gerd Klauß, der nun schon gut drei Jahrzehnte in der Organisation der Hallen-Gala mitwirkt.

Frauen-Gala: Die Frauen-Gala hat sich absolut etabliert und geht am 28. Dezember in ihre mittlerweile fünfte Auflage. Von der Vorrunde bis zum Finale wird der Sieger an einem einzigen Tag ausgespielt. 25 Mannschaften in fünf Fünfergruppen gehen an den Start, Titelverteidiger FSV Waldebene-Ost Stuttgart fehlt unter den Teilnehmern. Regionalliga-Tabellenführer SV 67 Weinberg dürfte als Topfavorit gelten, aus der dritthöchsten nationalen Klasse ist nur noch Vorjahresfinalist VfL Herrenberg dabei. Den Kreis Böblingen vertreten außerdem der VfL Sindelfingen Ladies und der TSV Grafenau. Ungewöhnlich wirkt die Teilnahme einer baden-württembergischen Polizeiauswahl. „Die wollten schon voriges Mal mitmachen und haben einfach keine Ruhe gegeben, also haben wir sie auch mal dazugenommen“, lächelt Gerd Klauß und verweist auf die Qualität der Polizistinnen als Fußballerinnen: „Die spielen alle in der Ober- oder Verbandsliga.“ Mit 1. FC Heidenheim und FC Augsburg sind auch zwei namhafte Vereine vertreten, deren Männerteams in der 1. Bundesliga kicken. Die Futsalerinnen vom TSV Weilimdorf haben eine Sondergenehmigung bekommen, bei Fußballturnieren mitzumischen. „Der Vergleich wird bestimmt auch interessant“, glaubt Gerd Klauß.

Städte-Cup: Der Städte-Cup als Vergleich der Teams aus Böblingen, Sindelfingen und ihren Stadtteilen darf bei der Hallen-Gala nicht fehlen. Die AH sowie die D-, E-, F1- und F2-Jugenden ermitteln ihre Sieger am 21. Dezember, die B- und C-Jugend dann am 29. Dezember.

Mercedes-Benz Junior-Cup: Für das laute und grelle U19-Spektakel Junior-Cup am 10./11. Januar stehen sechs der acht Teilnehmer fest. Das sind Titelverteidiger VfB Stuttgart, SK Rapid Wien, Bayer Leverkusen, Bayern München, 1. FC Köln und FC Sao Paulo.

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