Sindelfinger Spengler-Schwestern VfB-Spielerin, Zumba-Coach und Fitness-Trainerin – drei Schwestern lieben Sport

Rahel, Jana und Katharina Spengler (v. li.) haben vieles gemeinsam, aber alle ein ganz eigenes Temperament Foto: Stefanie Schlecht

Die mittlere ist Fußballerin, die jüngste treibt Fitness, die älteste ist Zumba-Lehrerin – die Schwestern Jana, Rahel und Katharina Spengler aus Sindelfingen sind sportlich unterwegs.

Energie, Sportlichkeit, eine optimistische Lebenseinstellung und die Liebe zur Heimat – diese Eigenschaften sind ihnen gemein. Zugleich unterscheiden sich Rahel, Jana und Katharina Spengler aber gründlich voneinander. Jede der drei Schwestern hat ein eigenes Temperament.

 

Jana legte, wie Rahel und Katharina, ihr Abitur am Sindelfinger Stiftsgymnasium ab. Sie begann mit acht Jahren Fußball zu spielen, erreichte mit den B-Juniorinnen des VfL Sindelfingen 2011 das Finale der deutschen Meisterschaft, schoss 2012 beim Sieg der VfL-Frauen gegen den SC Freiburg ein Erstligator und verabschiedete sich dann in die USA.

Jana Spengler kickt in der 2. Bundesliga für die Frauen des VfB Stuttgart

Dort ermöglichte ihr ein Stipendium, gleichzeitig International Business an der University of South Florida zu studieren und für das College-Team der „South Florida Bulls“ zu kicken. 2018 kehrte die jüngste der Spengler-Schwestern mit ihrem Bachelor-Abschluss nach Sindelfingen zurück, fand eine Festanstellung in der Finanzabteilung beim Daimler und jagte weiter dem runden Leder hinterher. Sie ist nun 31 Jahre alt und läuft in der 2. Bundesliga für den VfB Stuttgart auf.

Insbesondere für Katharina war es nicht immer einfach, eine so zielstrebige, talentierte und geerdete jüngere Schwester zu haben: „Ihr fiel alles leicht. Sie war die Zweitgeborene, aber sie konnte alles besser.“ Das Sandwich-Kind der Familie habe ihren ganz eigenen Kopf. „Eigentlich war sie schon immer sehr introvertiert. Sie macht viel mit sich selbst aus. Aber trotzdem ist sie sehr kommunikativ“, sagt Katharina. „Jana hat ihr Leben dem Sport gewidmet. Sie war fünfmal in der Woche auf dem Platz. Sie hat viele Dinge nicht gehabt, die für andere selbstverständlich waren, aber sie hat sich nie beschwert.“

Lang ist es her: Rahel, Jana und Katharina Spengler (v. li.) in Kindertagen. Foto: privat

Auch Rahel und Katharina spielen wie Jana gerne Fußball

Auch Rahel, mit 27 die jüngste, und Katharina, mit 32 die älteste aus dem Trio, spielten immer gerne Fußball. Für Rahel waren die Schwestern Vorbilder. Sie selbst begann mit sieben Jahren im Verein zu kicken, zog sich mit 15 zurück, absolvierte eine Ausbildung zur Diätassistentin am Marienhospital in Stuttgart sowie ein duales Studium der Sportökonomie und arbeitet nun als Fitness- und Gesundheitstrainerin in Grafenau.

In jener Zeit, in der sie aktiv Fußball spielte, war sie übergewichtig – das sieht man ihr heute nicht mehr an. „Ich habe abgenommen und möchte nun Menschen mit Ernährungsproblemen helfen, selbstbewusster zu werden“, erklärt sie. Für ihre Schwestern ist sie die quirlige Kleine, die immer schon gerne viel lachte und sich bewegte. „Sie hat viel Liebe für ihre Mitmenschen. Ihre Empathie übersteigt manchmal die Grenzen des Normalen“, schwärmen die Geschwister.

Die Spengler-Schwestern wurden groß in einer freikirchlichen Gemeinde

Und Katharina? Die ist bei den beiden jüngeren als fürsorglich, perfektionistisch und wohlwollend bekannt, eine typische große Schwester eben: „Was sie sagt, das meint sie gut. Und sie kann sehr direkt sein.“ Auch Katharina verbrachte eine Zeit in den USA, nämlich als Au Pair in Washington D.C., studierte dann Soziale Arbeit in Esslingen, arbeitet seit 2017 für die Böblinger Außenstelle des Jugendamtes. Seit ihrer Rückkehr aus den USA konzentriert sie sich auf Zumba, den rhythmischen Sport, der Fitness mit Tänzen aus aller Welt kombiniert. Sie ist Zumba-Instructor, hat auch Rahel mit ihrer Begeisterung angesteckt.

Die drei Spengler-Schwestern sind mit Musik aufgewachsen. Sie wurden groß in einer freikirchlichen Gemeinde, die heute den Namen Gospel Center Böblingen trägt. Einer Gemeinde gehören Rahel, Jana und Katharina nicht mehr an, der Glaube und die mit ihm verbundenen Werte sind jedoch wichtig für sie geblieben. Katharina ist verheiratet, hat eine Tochter, die dieser Tage ihren zweiten Geburtstag feiert. Sie gab ihr den hebräischen Namen Jael. „Ich habe erst später gemerkt, dass das ja auch eine Zusammenfügung der Namen meiner Schwestern ist“, schmunzelt sie.

Manchmal mussten Rahel, Jana und Katharina auch Spannungen aushalten

Freilich, das schwesterliche Dreieck hat sich manchmal verschoben, musste Spannungen aushalten. Das Gleichgewicht stellte sich allerdings immer wieder her. Gestritten haben sich Rahel, Jana und Katharina, zumindest in jungen Jahren, auch gelegentlich – um die Fernbedienung oder den besten Platz auf dem Sofa. Ihre Eltern trennten sich 2008, beide leben noch in Sindelfingen.

Die VfL-Sportwelt ist ein Ort, an dem die ganze Familie verkehrt und sich mitunter noch begegnet. Sport verbindet und spielte in dieser Familie immer eine Rolle, vom Fußballspielen auf dem Hof mit Papa bis hin zu den Fahrradtouren zur Eisdiele in Döffingen.

Sport verbindet die drei Spengler-Schwestern und hat in der Familie immer eine bedeutende Rolle gespielt. Foto: privat

Sindelfingen bedeutet für die drei Schwestern Heimat

Sindelfingen ist Heimat, das steht für Rahel, Jana und Katharina fest. Ihre Bindung an die Stadt ist eng, aber nicht absolut. Katharina zieht es in die Berge. „Als ich ein Jahr lang weg war und zurückkehrte, habe ich gemerkt, wie schön es war, wieder hier zu sein“, berichtet sie. „Sindelfingen ist eine besondere Stadt und bietet sehr viele Möglichkeiten. Hier gibt es alles, aber trotzdem fühlt man sich wie in einem Dorf.“

Die Sehnsucht bleibt. Nach der reinen Natur, vielleicht sogar nach einer Blockhütte in den Bergen, in Südtirol, Österreich oder der Schweiz. Irgendwann will die älteste der Spengler-Schwestern dieser Sehnsucht folgen. Bis dahin bleibt sie in der Heimat, lacht und gibt Gas – denn auch dies ist etwas, das sie mit ihren Schwestern gemein hat.

Alle drei Schwestern lieben das Autofahren

„Wir lieben alle das Autofahren“, sagen sie nahezu einstimmig. „Unsere Eltern haben sich beim Motorradfahren kennengelernt, unser Papa wollte Rennfahrer werden, und unsere Partner sagen: ,Die Spengler-Frauen fahren crazy.’ Highspeed ist definitiv ein Thema in der Familie.“ Dabei, das stellt Jana ausdrücklich fest, sind alle drei Schwestern sehr sichere Fahrerinnen, wenn auch manchmal ein wenig schnell unterwegs: „Für ein Tempolimit sind wir eher nicht so.“

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