Sindelfinger Triathlet beim VfL Herrenberg Maximilian Hörmann ist im Sport und an der Uni ein echter Überflieger

Schwimmen, Radfahren, Laufen: Am Triathlon gefällt Maximilian Hörmann vor allem die Vielseitigkeit. Foto: Rainer Bauerdick

Maximilian Hörmann aus Sindelfingen hat es nicht nur in den Muskeln, sondern auch im Kopf. In Sachen Triathlon beim VfL Herrenberg ist er topfit, und beim Medizinstudium in Heidelberg weiß er ebenfalls, wie der Hase läuft. Woher nimmt er die Disziplin, beides unter einen Hut zu bekommen?

Es ist Tag 380. Wie immer dasselbe Bild: Maximilian Hörmann schnürt seine Laufschuhe, geht aus dem Haus und rennt los. Eisige Kälte, brennende Hitze oder strömender Regen sind keine Ausreden. Er betont: „Mindestens einen Kilometer jogge ich jeden Tag – egal, ob ich mich fit fühle oder nicht.“ Das tut er nun schon seit etwas mehr als einem Jahr. Was bewegt einen jungen Menschen zu solch einer Meisterleistung in Sachen Disziplin? Und wie kam es dazu, dass er nicht nur in sportlicher Hinsicht ein Ass ist, sondern zudem an einer der besten Universitäten der Republik Medizin studiert?

 

Maximilian Hörmann ist 23 Jahre alt. Seine Kindheit und Jugend verbrachte er in Sindelfingen, wo er auch sein Abitur ablegte. Über die Leichtathletik kam er schließlich zum Triathlon und startete zum ersten Mal mit 16 Jahren bei einem Rennen. „Während der Corona-Pandemie habe ich eigentlich fast nur Sport gemacht“, erzählt er. Andauernd war er auf seinem Rad unterwegs, fuhr Kilometer für Kilometer durch den Kreis Böblingen und die Region, lief durch den Wald und über die Felder oder schwamm Bahn um Bahn.

Die Liebe zum Dreikampf ging sogar so weit, dass Maximilian Hörmann nach seinem Schulabschluss ein Stipendium in den USA angeboten bekam. Sport und Lernen Hand in Hand. „Zwei Semester habe ich in North Carolina gelebt, studiert und trainiert“, erzählt der junge Mann. „Da habe ich einen krassen Leistungssprung gemacht. Aber ich war mit meinem Studium nicht so ganz zufrieden. Ich habe gemerkt, dass BWL nichts für mich ist.“

Sport als Ausgleich: Wenn Maximilian Hörmann den Kopf freibekommen will, trainiert er. Foto: Rainer Bauerdick

Nach dem einjährigen Abenteuer über dem großen Teich kam er zurück nach Sindelfingen. Einige seiner Freunde studierten Medizin, und durch sie fing auch er Feuer dafür. „Mein Abischnitt reichte allerdings nicht aus, um direkt in den Studiengang aufgenommen zu werden“, erklärt Maximilian Hörmann rückblickend.

Also absolvierte er den Medizinertest. Das ist eine freiwillige Prüfung, bei der nicht das Fachwissen abgefragt wird, sondern bei der es darum geht, grundlegende Fertigkeiten zu ermitteln, die für den Erfolg im Medizinstudium förderlich sind. In den Aufgaben geht es um das Verständnis naturwissenschaftlicher Sachverhalte, Konzentrationsfähigkeit, Mustererkennung, Sorgfalt oder auch räumliches Vorstellungsvermögen. Lauter Aspekte, die Maximilian Hörmann offenbar perfekt beherrscht, denn er bestand diesen Medizinertest mit 100 Prozent. Besser geht es nicht, und so brannte er fortan lichterloh für sein Fach.

Zwar zog es Hörmann dafür nach Heidelberg, an eine der besten Medizin-Unis Deutschlands, doch blieb ein Teil von ihm immer noch in der Heimat. Er steht in Diensten des VfL Herrenberg und misst sich zusammen mit seinen Teamkameraden in der Baden-Württemberg-Liga mit anderen Triathleten über die Sprintdistanz. 750 Meter im Wasser, 20 Kilometer auf dem Rennrad und fünf Kilometer in Laufschuhen.

Aktuell absolviert Maximilian Hörmann beim Dreikampf immer die Sprintdistanz. Foto: Rainer Bauerdick

Das harte Studium bewältigt der 23-Jährige nur durch den Sport als Ausgleich, wie er selbst einräumt. „Wenn mein Kopf mal voll ist und ich nicht mehr klar denken kann, gehe ich laufen. Allein in der Natur“, meint er. „Organisation ist das A und O. Jeden Sonntagabend setzte ich mich hin und plane meine Woche. Wann ich was lerne, und wann ich dazwischen trainieren kann“, beschreibt der Student.

„Mir gefällt am meisten die Vielseitigkeit, die der Triathlon mitbringt. Es ist toll, dabei im Team zu starten. Jeder pusht den anderen bis ins Ziel“, nickt Maximilian Hörmann. In Heidelberg ist er auch sportlich gut angekommen. Beim jüngsten Triathlon dort lief er zusammen mit zwei seiner Kommilitonen sogar als erstes über die Ziellinie. „Das war echt cool, hier direkt zu gewinnen.“

Für ihn steht jedoch das Studium vorerst im Vordergrund. „Ich bin ja noch jung und kann später immer noch die Langdistanz ausprobieren.“ Das wären dann 3,8 Kilometer Schwimmen, 180 Kilometer Radfahren und 42,195 Kilometer – also einen Marathon – Laufen. Doch das hat wie gesagt Zeit. Es ist schließlich nicht ganz einfach, Leistungssport mit dem Uni-Alltag zu vereinen. Nicht nur in zeitlicher Hinsicht „An der Ernährung kann ich sicherlich noch arbeiten“, erläutert Maximilian Hörmann. „Denn oft essen wir das, was gerade so da ist – Studentenleben halt“, gibt er heiter zu.

Weihnachten oder Silvester, der eigene Geburtstag, oder der Tag nach einem intensiven Wettkampf – für Maximilian Hörmann sind das alles nur weitere Trainingstage. Davon hat er nun bereits 380 am Stück gesammelt. Ohne einen auszulassen. Doch werden sicher noch einige dazukommen.

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