Förderer der TSG Hoffenheim Dietmar Hopp will Sinsheim ein Klima-Zentrum spendieren

Das Konzept für das geplante Klima-Zentrum steht. Im Herbst soll der Spatenstich sein, in zwei Jahren Eröffnung. Foto: Klimastiftung für Bürger
Das Konzept für das geplante Klima-Zentrum steht. Im Herbst soll der Spatenstich sein, in zwei Jahren Eröffnung. Foto: Klimastiftung für Bürger

Dietmar Hopp, der Förderer der TSG Hoffenheim, will der Stadt Sinsheim ein Klima-Erlebniszentrum für 30 Millionen Euro spendieren.

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Sinsheim - Seine große Leidenschaft gilt bekanntlich dem Fußball, der medizinischen Forschung und der Förderung des sportlichen Nachwuchses sowie der Investition in hoffnungsvolle Jungunternehmen der Biotechnologiebranche. Daneben engagiert sich Dietmar Hopp, der einst SAP mitbegründet hat und seit vielen Jahren Mäzen der TSG Hoffenheim ist, bisher von der Öffentlichkeit noch weitgehend unbemerkt seit einiger Zeit auch für ein anderes großes Thema: den Klima- und Umweltschutz. Vor drei Jahren hat er dafür mit finanzieller Unterstützung seiner Dietmar-Hopp-Stiftung in Sinsheim eine eigenständige Klimastiftung für Bürger ins Leben gerufen, die sich den Bereichen Klimawandel, erneuerbare Energien, Nachhaltigkeit und Umwelt widmet. Vor Kurzem wurde ihr erstes großes Projekt angekündigt: ein Erlebniszentrum für Klima und Energie. 30 Millionen Euro will die Stiftung, die es später auch selbst betreiben will, dafür bereitstellen.

Ende Juli hat der Sinsheimer Oberbürgermeister Jörg Albrecht (parteilos) den Stiftungsvorständen die Baugenehmigung überreicht. Auch der Schirmherr Hopp war bei der Übergabe dabei. Im Herbst soll der Spatenstich sein, Mitte 2019 ist die Eröffnung geplant. Gut zweieinhalb Hektar groß ist das Gelände des Zentrums. Entstehen soll es in Sichtweite des Fußballstadions der Rhein-Neckar-Arena und der Sinsheimer Badewelt nahe der A 6. Nicht nur Albrecht ist begeistert. „Ich denke, so etwas gibt es sonst nirgendwo in Deutschland oder auch in Europa“, sagt er. „Das ist für uns eine gigantische Sache. Das wird sicher nicht nur eine wichtige Bildungseinrichtung für die Stadt selbst, sondern auch ein interessantes Ausflugsziel für viele Menschen aus der Region und darüber hinaus.“

Die Klima-Arena will nicht belehren, sondern anregen

Das Konzept der künftigen Klima-Arena steht, die ersten Prospekte sind gedruckt. „Wir wollen anregen, nicht belehren, wir sollen allgemein verständlich und unterhaltend sein – darüber hinaus aber auch vertiefte Informationen für all diejenigen anbieten, die sich eingehender informieren wollen“, erklärt der Stiftungsvorstand Alfred Ehrhard.

Er war bis zu seiner Pensionierung vor drei Jahren Finanzdezernent des Rhein-Neckar-Kreises und hat dessen Abfallwirtschaftsbetrieb samt einer Müllsortierungsanlage und einem Biomassekraftwerk aufgebaut. Für Themen wie Klima und Umwelt oder Energiewende „reichen Erkenntnisse allein nicht, es braucht auch Beispiele für das Handeln“, meint er. „In Ausstellungen, Filmen, kleinen Labors oder an interaktiven Stationen sollen die großen und kleinen Besucher die verschiedenen Themenfelder selbst entdecken – und erleben, was man verändern kann und welche Entscheidungen welche Konsequenzen haben“, erklärt Ehrhard.

Dabei geht es im Erdgeschoss des Zentrums unter anderem um die Themen Klimawandel und Energiewende, Wohnen und Energie, Lebensstil und Konsum sowie Mobilität. Im Obergeschoss soll Platz für große Wechselausstellungen, Vorträge und Workshops sein. Im Außenbereich, zu dem auch ein kleiner See und eine E-Kart-Bahn gehören, wird es um die Natur als Wirtschafts- und Lebensraum gehen.

Das zweigeschossige Gebäude wird – selbstredend – nach neuesten energetischen Gesichtspunkten gebaut, mit einer Fotovoltaikfassade im Süden, einer begrünten Fassade im Westen, Batteriespeicher und Wärmepumpen im Keller. Das Parkdeck bekommt eine Elektrotankstelle für Autos und eine für Fahrräder.

„Wir werden im Jahresmittel mehr Strom erzeugen, als wir selbst verbrauchen“, kündigt Alfred Ehrhard an. „Das Klima-Erlebniszentrum soll ein wichtiger Impulsgeber für den Klima- und Umweltschutz werden“, sagt Dietmar Hopp selbst. „Der bewusste und verantwortungsvolle Umgang mit unseren Ressourcen ist für uns und die nachfolgenden Generationen von großer Bedeutung.“


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