Sirenenkonzept Keine Sprachwarnung in Altdorf
Der Gemeinderat diskutierte lange über das kreisweite Sirenenkonzept zum Bevölkerungsschutz. Am Ende gaben die Kosten den Ausschlag.
Der Gemeinderat diskutierte lange über das kreisweite Sirenenkonzept zum Bevölkerungsschutz. Am Ende gaben die Kosten den Ausschlag.
Spätestens seit dem Ende des so genannten Kalten Krieges schienen in Deutschland Sirenen nicht mehr notwendig. Der Bund gab sein Sirenennetz auf, eine „Warninfrastruktur“ existierte nicht mehr. Dass dies zum Problem werden könnte, bewies etwa die Flutkatastrophe im Ahrtal im Sommer 2021. Nun soll das Sirenennetz wieder aufgebaut werden.
Der Gemeinderat Altdorfs hatte sich daher bereits in seiner Sitzung vom September 2022 mit dem Thema befasst und einstimmig die Beteiligung an einem landkreisweiten Sirenennetz beschlossen. Nun, wo ebendies in die Tat umgesetzt werden soll, waren sich die Gemeinderäte allerdings nicht mehr ganz so einig.
In der aktuellen und damit letzten Sitzung des aktuellen Gremiums vor der Kommunalwahl ging es um die konkrete Frage, ob eine Sirenenanlage mit oder ohne Sprachalarmierung installiert werden soll. Der Kostenunterschied ist beträchtlich, denn bei einer Anlage, die beispielsweise auch Anweisungen der Rettungsleitstelle übermitteln könnte, geht man von einer geringeren Reichweite aus als bei einer, die lediglich durch einen lauten Alarmton warnt. Deshalb müssten Sirenen mit Sprachalarmierung enger gesetzt werden.
In Altdorf würde ein Sirenennetz mit Sprachwarnung Bruttokosten von 187 782 Euro aufwerfen, eines ohne Sprachalarmierung lediglich 75 803 Euro.
Im Gemeinderat gab es Stimmen, die Sirenen bei den Altdorfer Aussiedlerhöfen und Sportanlagen als überflüssig bezeichneten und durch den Verzicht auf sie weitere Einsparungen realisieren wollten. Andere wiesen darauf hin, dass man gerade bei Einrichtungen wie Sirenen, die letztlich zur Rettung von Menschenleben dienen könnten, höhere Kosten unbedingt in Kauf nehmen sollte.
Das Thema wurde sehr lang sehr kontrovers diskutiert. Wie sich zeigte, hatten sich die Aussiedlerhöfe zuvor schon darauf geeinigt, auf eine Sirene verzichten zu wollen. Auch an der Sportanlage wurde eine Sirene als überflüssig erachtet. Man möchte sich stattdessen auf den Mobilfunk verlassen.
Der Vorschlag der Verwaltung, im Ortsbereich und auf den Aussiedlerhöfen insgesamt vier Sirenen mit Sprachwarnung zu installieren, wurde vom Gemeinderat mit acht Nein-Stimmen zurückgewiesen. Die Anschaffung von drei Sirenen ohne Sprachwarnung im Ortsgebiet wurde schließlich mit acht Ja-Stimmen, zwei Nein-Stimmen und zwei Enthaltungen beschlossen. Die daraus resultierende Kostenersparnis beträgt 111 979 Euro.