Die Partner bei Stuttgart 21 sollen eine Woche früher zusammenkommen als geplant. Die Deutsche Bahn will in der Sitzung über Kosten informieren – und Staatssekretär Steffen Bilger möchte rasch grünes Licht für die Planung des Gäubahntunnels.

Stuttgart - Die Stuttgart-21-Partner kommen schneller wieder im Lenkungskreis zusammen als gedacht. Die Sitzung ist jetzt vom 22. Oktober auf den 15. Oktober vorverlegt. Der Hintergrund: Steffen Bilger (CDU), parlamentarischer Staatssekretär beim Bundesverkehrsminister, dringt auf rasche Zustimmung zur Änderung der Pläne am Flughafen und zum Bau eines Tunnels für die Gäubahn zwischen Flughafen und Böblingen. Der Tunnel soll die Fahrtzeit für Gäubahnzüge verkürzen und Deutschlandtakt-Fahrtzeiten zwischen Stuttgart und Zürich ermöglichen. Bezahlen muss ihn der Bund.

Steffen Bilger wartet auf Zustimmung

Am Freitag erklärte Bilger, für die Realisierung sei man „einen entscheidenden Schritt vorangekommen“: Die Kostenabgrenzung zu S 21 sei geklärt. Das war nötig, denn das Tunnelprojekt löst den bisherigen Plan für die Gäubahnstrecke am Flughafen und die Verbindung mit der S-21-Infrastruktur ab. Dies verändert die Kosten, auf die sich die S-21-Partner geeinigt hatten, und erfordert eine Vertragsänderung. Bilger sagte, nun lägen die wesentlichen Voraussetzungen für eine zügige Planungsaufnahme des neuen Tunnels vor. Jetzt bedürfe es noch der Zustimmung der S-21-Partner, dann sei der Weg frei für die Realisierung.

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Eine Rolle dürfte auch die Koalitionsbildung in Berlin spielen. Politische Beobachter erwarten, dass der umstrittene weitere Ausbau des Bahnknotens Stuttgart zumindest kurz in einem Koalitionsvertrag auftaucht. So könnte der Streit darüber beendet werden – vielleicht auch ein Gerichtsstreit zwischen Projektpartnern um Mehrkosten für S 21.