Das Duo Fjarill bietet beim Eröffnungsfest schwedischen Pop von intensiver Schlichtheit. Foto: Walden (cf)
Der Europäische Kultursommer in Fellbach hat für knapp drei Monate die drei nordischen Königreiche Schweden, Norwegen und Dänemark zu Gast. Großes Eröffnungsfest ist am Wochenende.
Dirk Herrmann
04.05.2026 - 13:00 Uhr
Nur noch wenige Tage, dann sind unterm Kappelberg so ziemlich alle ein bisschen hygge. Denn der Europäische Kultursommer in Fellbach (Rems-Murr-Kreis) hat drei skandinavische Länder zu Gast – mit Schweden, Norwegen und Dänemark sind es die drei nordischen Königreiche, die während der kommenden knapp drei Monate in mehr als 50 Veranstaltungen ausgiebig beleuchtet werden.
Die Fellbacher Kulturamtsleiterin Maja Heidenreich und ihre Mitstreiterinnen sowie auch Fellbachs Oberbürgermeisterin Gabriele Zull sind, wie man hört, schon fleißig am Üben, damit sie zumindest ein paar Sätze in einer der Sprachen der Gastländer parat haben. Oder zumindest eine angemessene Begrüßung: „Hjertelig verkommen!“ oder „Hjärtligt välkommen!“
Versprochen wird eine fröhliche, ungezwungene Eröffnungsparty
Dies gilt bei der feierlichen Eröffnung umso mehr, da sich als Redner der Honorarkonsul des Königreichs Dänemark, Daniel Ziegler, und der Honorarkonsul des Königreichs Schweden, Dr. Claudius Werwigk, sowie ein Vertreter des Gastlandes Norwegendie Ehre geben .
Allzu formell wird die Angelegenheit allerdings nicht werden. Denn Fellbach ruft den Gästen nicht nur „heij, hei und heisan“ zu, sondern kündigt überdies eine „fröhliche, ungezwungene Eröffnungsparty“ an. Die beginnt am Samstag, 9. Mai, um 18 Uhr in der Schwabenlandhalle Fellbach. Die musikalischen Gäste kommen selbstverständlich aus den drei Gastländern: Die dänische Band Phønix stimmt mit Volksballaden und einer Folkmusiktradition in moderner Interpretation auf das Festival ein.
Schwedischen Folk-Pop von intensiver Schlichtheit und schwebender Leichtigkeit bietet das Duo Fjarill (auf Deutsch: Schmetterling), bestehend aus der schwedischen Sängerin und Pianistin Aino Löwenmark und der südafrikanischen Violinistin Hanmari Spiegel. Den Joik der Samen stellt Kari Heimen aus Sápmi, dem Land der Küstensamen im hohen Norden Norwegens, vor.
Fürs kulinarische Wohlbefinden hat die für die Schwabenlandhalle zuständige Fellbacher Event & Location Gesellschaft (Feel) Franzbrötchen im Angebot, die der Legende nach in Hamburg erfunden wurden. Dazu Hot Dogs in der dänischen Variante unter dem Namen Pølse sowie als schwedische Kostproben Tunnbröd-Rollen mit Lachs und Honig-Dill-Sauce. Der Eintritt zum Eröffnungsfest beträgt 10 Euro, ermäßigt 5 Euro, die Karten sind im Vorverkauf beim i-Punkt im Fellbacher Rathaus sowie an der Abendkasse erhältlich.
Ausruhen gilt allerdings nicht, denn am Sonntag geht es zügig weiter mit dem Kultursommer-Eröffnungswochenende. Um 15 Uhr startet die Vernissage zur Ausstellung „Einfach gut! Dänisches Design im Stadtmuseum“. Sie zeigt auf Grundlage des Kinderbuchs „The Little Book of Danish Design“ die Geschichte des dänischen Designs. Schwungvolle Musik der 1960er Jahre und dänische Köstlichkeiten wie Smørrebrød und Zimtschnecken runden den frühen Nachmittag ab.
Im fliegenden Wechsel geht’s rund hundert Meter nördlich um 16 Uhr weiter: Denn Kaffee, Krimis und Klemmbausteine präsentiert die Galerie der Stadt Fellbach (Marktplatz 4) in ihrem Lego-Lese-Café, das in den kommenden Monaten zudem als Festivalzentrale und Begegnungsort in den Räumen der Galerie dient. Über die Schulter gucken kann man dem Renninger Lego-Künstler Martin Schaal, der bei der Eröffnung maßstabsgetreu gebaute Fellbacher Gebäude präsentiert. Der Eintritt ist frei.
Und zum Abschluss präsentiert Kari Heimen, die bereits am Vorabend beim Eröffnungsfest dabei ist, um 18 Uhr auf der Terrasse des Kulturamts (Hintere Straße 16) den Joik der Samen, eine der ältesten und kraftvollsten Gesangstraditionen Europas.