Skateboard-Boardercross Selbst für Straßensurfer ist es zu heiß

Von ibu 

In Waiblingen-Beinstein hat am Samstag im Rahmen der Heimattage die deutsche Meisterschaft im Skateboard-Boardercross stattgefunden. Die Veranstalter haben mitten im Ort eine attraktive Strecke geschaffen – aber die Hitze schreckt viele Fahrer und Zuschauer ab.

In Waiblingen haben sich am Samstag acht Skater im Boardercross gemessen. Dabei werden verschiedene Disziplinen gemischt. Es geht rasant den Berg runter. Weitere Impressionen zeigt unsere Bildergalerie. Foto: Stoppel 9 Bilder
In Waiblingen haben sich am Samstag acht Skater im Boardercross gemessen. Dabei werden verschiedene Disziplinen gemischt. Es geht rasant den Berg runter. Weitere Impressionen zeigt unsere Bildergalerie. Foto: Stoppel

Waiblingen - Schließlich steigen der Waiblinger Oberbürgermeister Andreas Hesky und der Beinsteiner Ortsvorsteher Thilo Schramm selbst ins Renngeschehen ein. „Wir machen eine kleine Showeinlage“, sagt Schramm. Auf Bobbycars brettert die Verwaltungsspitze die Kleinheppacher Straße hinunter – allen voran und schließlich als klarer Sieger der Oberbürgermeister. „Das war toll, an den jubelnden Massen vorbeizufahren“, sagt Hesky.

Nun, es stehen einige Zuschauer am Streckenrand, aber die Massen haben sich an dem brütend heißen Samstagnachmittag vermutlich lieber im Freibad abgekühlt als bei der ersten deutschen Meisterschaft im Skateboard-Bordercross im Rahmen der Heimattage zu schwitzen. Auch vielen Skatern ist die Hitze offensichtlich nicht geheuer. Das Teilnehmerfeld der Meisterschaft ist zusammengeschmolzen wie die Gummibärchen, die jemand am Straßenrand hat liegen lassen. Zumal gleichzeitig auch noch das Almabtrieb-Worldcuprennen für Downhillfahrer in Bayern stattfindet. „Das hat sich erst vor acht Wochen herausgestellt“, sagt Thilo Schramm. Und Organisator Stephan Maul vom deutschen Longboard-Verband fügt an: „Viele Fahrer sind auch erst einmal kritisch, wenn eine neue Strecke angeboten wird.“

Die Doppelwelle hat es in sich

Dabei sind sich die acht verbliebenen Fahrer einig, dass die Strecke in der Ortsmitte von Beinstein schön und ziemlich anspruchsvoll ist. „Es ist auch selten, dass extra eine Straße für uns gesperrt wird. Das ist toll“, sagt Lars Tüxen, der aus Nordrhein-Westfalen angereist ist. Auf 175 Metern warten Wellen, Steilkurven und ein kleiner Tunnel auf die Skater. „Vor allem die Doppelwelle hat es ganz schön in sich, weil sie ziemlich steil ist“, sagt Skater Hack, der vor knapp zehn Jahren fünfter der Weltrangliste war.

Mit seinen 38 Jahren ist er noch lange nicht der Älteste im Fahrerfeld. Um den Sieg ringen Max Stamler, 41 Jahre, und Lars Tüxen, 40 Jahre. Der Österreicher Stamler fährt „alles, was ich kriegen kann“ und ist ziemlich glücklich über die erste Bordercross-Meisterschaft. Denn dabei werden mehrere Disziplinen vermischt: Es geht schnell den Berg hinunter, gleichzeitig müssen die Fahrer Hindernisse bewältigen. Zudem dürfen die Skater mit einem Brett ihrer Wahl antreten. Im ersten Durchgang fährt jeder gegen jeden. Das ergibt die Zusammenstellung der Finalläufe. Die Fahrer tragen Helm, Handschuhe, Ellenbogen- und Knieschützer, damit ein Sturz auf den Asphalt nicht böse endet.

Der Spaß steht im Vordergrund

Mindestens genauso lebensnotwendig bei der Hitze ist der Brunnen an der Kleinheppacher Straße. Lars Tüxen hebt nach jeder Abfahrt seinen ganzen Kopf unter das Wasser. Vielleicht liegt es daran, dass der Skater mit seinem Slalombrett allen davon fährt? Motivierend könnte auch der Sponsorenvertrag sein, den er am Vorabend mit der Gaststätte Hasenstall abgeschlossen hat: „Wenn ich gewinne, kann ich dort lebenslang kostenlos essen.“ Tatsächlich wird der Viersener siegen.

Wichtig ist aber im Grunde nicht, wer gewinnt – der Spaß steht ganz klar im Vordergrund. „Das Alter spielt auch keine Rolle“, sagt Lars Tüxen. Dass der Zusammenhalt tatsächlich groß ist, sehen die Zuschauer als eine Steilkurve sich lockert. Flugs wird das Hindernis von den Fahrern repariert, und das Rennen geht weiter. Ob sich Organisator Stephan Maul eine Wiederholung in Beinstein vorstellen kann? „Eigentlich schon. Die Strecke gibt es her, dass 50 bis 70 Fahrer kommen. Nächstes Mal würde ich einen anderen Termin wählen“, sagt er. Und dann muss nur noch das Wetter mitmachen.




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