Skateboard-WM in Stuttgart Tight, hybrid und vor allem trocken

Von Heike Armbruster 

Robert Thiele hat die Weltmeisterschaften im Slalom-Skating erstmals nach Stuttgart geholt. Der Organisator ist selbst dreifacher Europameister. Er wird am Wochenende gemeinsam mit 125 anderen Skateboardern in Ostfildern und Stuttgart starten.

Robert Thiele ist Organisator und Teilnehmer der Slalom-Skateboarder-WM. Foto: Klein 6 Bilder
Robert Thiele ist Organisator und Teilnehmer der Slalom-Skateboarder-WM. Foto: Klein

Stuttgart - Fast täglich hat Robert Thiele in den vergangenen Tagen den Wetterbericht überprüft – immer bei vier Anbietern parallel. Doch jedes Mal deuteten die Prognosen auf Regen am Wochenende hin. Für die 125 Slalom-Skateboarder, die sich für die Weltmeisterschaft in Stuttgart und Ostfildern angemeldet haben, wäre das ein Desaster. Deshalb hofft Robert Thiele, der Organisator der Weltmeisterschaft, nach der verregneten Europameisterschaft in Riga nun auf so viel Sonnenschein, dass sie ihre Rennen in den nächsten drei Tagen austragen können. Eine Halle, in der die Rennen ersatzweise stattfinden können, gab es bis Donnerstag nicht.

Für diesen Freitag zumindest sind die Prognosen nicht die schlechtesten. Wenn alles gut geht, werden um 10 Uhr die ersten Rennen auf der Parkallee im Scharnhauser Park angepfiffen – in der Kategorie Tight. In dieser Disziplin sind die Hindernishütchen in besonders engen Abständen aufgestellt. Am Samstag geht das Rennwochenende in Ostfildern in der Kategorie Hybrid weiter. Die Skateboarder müssen dann die in unregelmäßigen Abständen aufgestellten Hütchen umfahren.

Mit bis zu 50 Kilometern pro Stunde

Sowohl Kinder als auch Erwachsene werden bei den Weltmeisterschaften starten, die am Sonntag im Stuttgarter Süden ihren Höhepunkt findet. Dann geht es nämlich um den Titel im Riesenslalom. Mit Geschwindigkeiten von bis zu 50 Kilometern pro Stunde werden die Sportler mit ihren Skateboards die Etzelstraße hinunter kurven. Auf ihrer Fahrt in den Kessel hinab müssen die Skateboarder in Sekundenschnelle etwa 45 Hindernishütchen umfahren. Die Straße unterhalb des Bopsers ist deshalb von 11 Uhr an bis in die frühen Abendstunden für den Verkehr gesperrt.

Der Stuttgarter Organisator Robert Thiele, selbst dreifacher Europameister, hat eigens einen ­Verein gegründet, um das Sportereignis zu ­organisieren. „Wir planen kein Volksfest, aber wir hoffen auf möglichst viele Zuschauer“, sagt der Fotograf, der seit 35 Jahren Skateboard fährt. Die Etzelstraße sei für den Slalom besonders gut geeignet, weil sie ausreichend Gefälle habe und breit genug sei, um den Fahrern genug Raum zum Abbremsen zu bieten. Dementsprechend, verspricht Thiele den Zuschauern, werde es kaum blutige Stürze geben.

Slalomskating ist eine Randsportart. Deshalb ist der Rennsonntag in Stuttgart für die Sportler eine Premiere. Zum ersten Mal starten sie in der Innenstadt einer Großstadt und nicht im Randgebiet.

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