Skicrosserin aus dem Schwarzwald Daniela Maier – endlich wieder Schnee

Daniela Maier fliegt in den Nachthimmel von Arosa. Foto: Steffen Rometsch

Nach ihrem gelungenen Comeback nach langer Verletzungspause will Deutschlands beste Skicrosserin ihre gute Form stabilisieren. Zum Weltcup-Nachtsprint in Arosa pflegt die Furtwangerin aber ein spezielles Verhältnis.

Am Ende half auch die Unterstützung des eigens aus dem Schwarzwald angereisten Fanclubs nicht. Arosa und Daniela Maier, das bleibt eine schwierige Beziehung – zumindest was die Rennstrecke in der Schweiz angeht.

 

Nach dem erfolgreichen Comeback nach ihrer langen Verletzungspause mit Platz zwei und drei beim Weltcup-Auftakt im französischen Val Thorens musste Deutschlands beste Skicrosserin bei der dritten Station in der noch jungen Saison bereits im Viertelfinale die Segel streichen. Nach Mühe beim Start konnte Maier auf der nur 510 Meter langen Sprintstrecke den Rückstand nicht mehr aufholen und hatte hinter der Kanadierin India Sherret und Talina Gantenbein aus der Schweiz das Nachsehen. „Ja, Arosa und ich, das wird wohl nichts mehr – die Strecke liegt mir einfach nicht“, sagte die Furtwangerin und rollte mit den Augen. „Ich bin am Start etwas zu kurz gesprungen, dann hat Talina gut angegriffen und mir keine Chance mehr gegeben.“

2500 Zuschauer und Pyroshow sorgen für besondere Stimmung

Dabei schien alles angerichtet für ein weiteres Erfolgskapitel in Maiers Karriere: Mehr als 2500 Zuschauer säumten auch in diesem Jahr die Strecke und sorgten für eine begeisterte Stimmung beim einzigen Nachtrennen der Weltcupsaison, bei dem die Läuferinnen mit einer kleinen Pyroshow am Start begleitet werden.

Traditionell darf sich Daniela Maier in Arosa auf starke Unterstützung verlassen, ist der Weltcup in Graubünden doch der nächstgelegene zu ihrer Schwarzwälder Heimat. Auch an diesem Dienstag waren neben ihren Eltern knapp zwei Dutzend Freunde, Bekannte und Verwandte in das 1800 Meter hoch gelegene Schweizer Bergdorf gereist – bestens zu erkennen an ihren knallroten Bollenhut-Mützen.

„Es freut mich sehr, dass wieder so viele gekommen sind“, sagte Daniela Maier nach ihrem Ausscheiden. „Ich denke nicht, dass sie allzu enttäuscht sind, denn sie wissen, dass mir Arosa nicht so liegt.“ Immerhin konnten die Fans vom SC Urbach tagsüber einen perfekten Skitag bei strahlendem Sonnenschein genießen.

Rückkehr nach Syndesmosebandriss und Operation

Von Trübsal ist bei Maier trotz ihrem frühen Ausscheiden in Arosa keine Spur. „Für mich passt derzeit alles, ich bin sehr zufrieden mit dem Saisonstart.“ Immerhin musste die Olympia-Dritte von 2022 in Peking rund neun Monate auf Schnee verzichten. Beim Riesenslalomtraining hatte sie sich Anfang Januar einen Riss des Syndesmosebandes im Knöchel zugezogen – die Saison war abrupt beendet. Nach einer Operation standen fortan Reha und Krafttraining auf dem Programm statt spektakulärer Rennen auf Ski.

Doch die 28-Jährige scheint die Zwangspause gut genutzt zu haben und ist stärker denn je zurückgekehrt. „Von der Verletzung spüre ich nichts mehr und habe keine Beschwerden“, sagte Maier. Das große Saisonziel ist die Weltmeisterschaft im März in St. Moritz. Doch daran verschwendet die Schwarzwälderin noch nicht allzu viele Gedanken. „Natürlich ist die WM das Highlight, aber ich schaue jetzt erst mal von Rennen zu Rennen und will meine gute Form konservieren.“

Kanada ist das Maß der Dinge

Die nächste Gelegenheit dazu ist schon am Freitag und Samstag beim letzten Weltcup dieses Jahres im italienischen Innichen. Dank ihrer beiden Podestplätze zum Auftakt belegt Maier auch nach Arosa noch den dritten Platz im Gesamt-Weltcup hinter Marielle Thompson und India Sherret. Die Kanadierinnen waren auch in Arosa das Maß aller Dinge und sichern sich zusammen mit Vorjahressiegerin Hannah Schmidt alle drei Podestplätze. Bei den Männern prangte ebenfalls das Ahornblatt auf der Siegerflagge: Reece Howden feierte seinen ersten Saisonsieg.

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