Skulpturen-Schau: Köpfe am Korber Kopf 12 Freiluft-Kunst trotz(t) Vandalismus

Von Annette Clauß 

Im Sommer und Herbst 2017 haben Unbekannte mehrere Skulpturen der Open-Air-Schau „Köpfe am Korber Kopf 11“ zerstört. Dennoch werden dieses Frühjahr wieder neue Skulpturen in den Weinbergen aufgestellt – die zwölfte Runde beginnt im Mai.

Kunst aus Betonstahlmatten: Werner Bitzigeio steuert zur Skulpturenschau eine Kugel mit drei Metern Durchmesser bei, die in zwei Teilen angeliefert und vor Ort zusammengefügt wird. Ihr Titel:  „Stille“. Foto: Gemeinde Korb 4 Bilder
Kunst aus Betonstahlmatten: Werner Bitzigeio steuert zur Skulpturenschau eine Kugel mit drei Metern Durchmesser bei, die in zwei Teilen angeliefert und vor Ort zusammengefügt wird. Ihr Titel: „Stille“. Foto: Gemeinde Korb

Korb - Jetzt erst recht: Auch in diesem Jahr werden am Korber Kopf von Mitte Mai an wieder zehn Kunstwerke unter freiem Himmel und kostenlos zu sehen sein. „Es muss weitergehen“, sagt der Korber Bürgermeister Jochen Müller, „man darf sich nicht aus dem Konzept bringen lassen, trotz der schmerzhaften Erfahrungen.“ Gemeint sind damit mehrere Fälle von Vandalismus, bei denen im vergangenen Sommer und Herbst einige der derzeit noch am Korber Kopf ausgestellten Kunstwerke schwer beschädigt worden waren. „Vom Kunstwerk des Staufer-Gymnasiums Waiblingen ist nur ein Wrack übrig, die sechs Köpfe von Schülern der Waldorfschule Backnang sind bis auf einen alle zerstört“, sagt Guido Messer. Der Bildhauer aus Korb kuratiert die Skulpturenschau mit jährlich wechselnden Objekten von Amateuren und Profis gemeinsam mit seiner Frau Ruth. Solch eine massive Zerstörungswut hat er seit dem Beginn der Kunstaktion im Jahr 2007 noch nicht erlebt.

Rundgänge, Weinproben, szenische Lesungen

Auch Arbeiten der Profis wurden beschädigt und unter anderem mit Nazischmierereien verunstaltet. Gregor Oehmanns Holzskulptur „Himmelwärts“ etwa. Die Dame mit gewaltigem Haarschopf will man auf anraten einer Sachverständigen nun einer Behandlung mit Trockeneis unterziehen – in der Hoffnung, dass dieses die unerwünschte Farbe löst. Die Täter sind nach wie vor unbekannt. „Nach dem jetzigen Stand gibt es keine Ermittlungserfolge“, sagt Jochen Müller bedauernd. Was die Versicherungskosten für künftige Ausstellungen betreffe, gehe er davon aus, „dass wir das hinbekommen“.

Davon gehen offenbar auch die Teilnehmer der nächsten, zwölften Runde der Skulpturen-Schau aus. Niemand habe eine Rückzieher gemacht, sagt Ruth Messer, die zusammen mit den Ehrenamtlichen Annemarie Luithardt und Manfred Plocher für das Begleitprogramm zuständig ist, zu dem beispielsweise geführte Rundgänge, Weinproben und szenische Lesungen bei den Skulpturen gehören.

Eröffnen wird die nächste Runde am 13. Mai, wobei die Besucher wie immer ein abwechslungsreicher Materialmix erwartet, mit dem die Kunstschaffenden das gemeinsame Thema Kopf angehen. Der Bildhauer Martin Schöneich, der die Skulptur „Gebrochener Ring“ für die Gedenkstätte der Opfer des Winnender Amoklaufs geschaffen hat, steuert eine zweiteilige Skulptur aus Cortenstahl bei. Auch Werner Bitzigeio aus der Eifel verwendet Stahl: Er schichtet für seine Arbeit „Stille“ Betonstahlmatten so aufeinander, dass eine Kugel mit drei Metern Durchmesser entsteht. Die Skulptur werde in zwei Teilen angeliefert und in Korb vereint, erklärt Guido Messer – am Stück wäre die Arbeit ein kostspieliger Sondertransport gewesen.

Betonbunker im Metallboot

Messer selbst arbeitet noch an seinen zwei „Angesichtern“ aus Stahl, die ebenfalls ausgestellt werden. Zwei übereinandergestapelte Köpfe aus Sandstein, 2,50 Meter hoch, sind Jürgen Waxweilers Beitrag „Großer Doppelgott“. Philipp Morlocks Skulptur „Über das Verschwinden“ besteht aus einem Metallboot, auf dem ein Ein-Personen-Betonbunker steht. Rüdiger Seidt’s „Figuration“ ist eine weitere Cortenstahl-Arbeit, die Korber Bildhauerin Petra Kuch hingegen setzt auf Keramik. Die Amateurarbeiten stammen in runde zwölf von Achtklässlern der Salier-Gemeinschaftsschule Waiblingen, der Grundschule Weinstadt-Schnait und dem Atelier Resonanz-Raum der Rems-Murr-Kliniken.

Endspurt für Runde 11

Programm
Für Nachtbegeisterte gibt es Anfang März eine Kunstführung bei Vollmond. Und zwar am Samstag, 3. März. Treffpunkt ist um 19.30 Uhr der Parkplatz Hanweiler Sattel bei Korb. Anmeldungen sind an der Infotheke des Korber Rathauses möglich (0 71 51/933 40 oder per E-Mail an: Combe@korb.de. Eine letzte Kunstführung mit Weinprobe findet am vorletzten Tag der „Köpfe 11“ statt, am Samstag, 21. April. Dafür anmelden kann man sich über die Volkshochschule Unteres Remstal.

Gartenschau
Bei der Remstal-Gartenschau im Jahr 2019 sollen die „Köpfe am Korber Kopf“ eine wichtige Rolle spielen. Im Gartenschau-Jahr wird die 13. Auflage zu sehen sein, die voraussichtlich am Sonntag, 12. Mai, eröffnet wird. Die sich anschließende Woche ist dann die „Highlightwoche Korb“.