Soko Stuttgart „Meine Nelly ist so ’ne Freche“

Klein, aber knitz: die Schauspielerin Sylta F Foto: ZDF
Klein, aber knitz: die Schauspielerin Sylta F Foto: ZDF

Nach dem Ausstieg von Nina Gnädig hat die 25-jährige Berliner Schauspielerin Sylta Fee Wegmann deren Bürostuhl im Stuttgarter Soko-Team eingenommen. Am Donnerstag geht sie als Cornelia Kienzle, genannt Nelly, erstmals für die ZDF-Krimiserie den Start.

Kultur: Adrienne Braun (adr)
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Stuttgart - Man stellt sich das Leben einer Schauspielerin eigentlich anders vor. Schillernd, glamourös, abwechselungsreich. Wenn man Sylta Fee Wegmann über ihr Leben befragt, sagt sie: „Ich fotografiere, ich mache gern Sport, ich   bin langweilig.“ Aber wahrscheinlich kommt sie gar nicht richtig zum Leben, weil die 25-jährige Berlinerin einfach schon seit Jahren die meiste Zeit mit Dreharbeiten verbringt. Mit elf Jahren stand sie bereits als Komparsin vor der Kamera, mit vierzehn wurde sie schon von einer Agentur betreut und professionell vermittelt. Und von Donnerstag an ist sie die Neue bei der „Soko Stuttgart“. Sylta Fee Wegmann spielt die Kommissaranwärterin Cornelia Kienzle, genannt Nelly.

Wegmann löst Nina Gnädig ab, die Anna Badosi spielte und nun aus dem Vorabendkrimi aussteigt. Statt der psychologisch versierten Blondine nun also eine junge Frau, die nassforsch daherkommt, sich mit Computern auskennt, oft allzu schnell nach vorne prescht und dem verschrobenen Käpsele Rico Sander ein bisschen Konkurrenz macht. „Das ist so ’ne Freche“, sagt Wegmann, die in natura noch jünger, zarter und kleiner wirkt als ihre Film-Nelly. Gibt es Ähnlichkeiten zwischen Wegmann und ihrer Rolle? „Ich bin in so einem Alter, wo ich gar nicht weiß, was ich bin“, sagt Wegmann, „es stecken so viele kleine, feine, detaillierte Stränge in einem.“

Stuttgart erkundet sie privat mit dem Fahrrad

Sie ist, wie gesagt, 25 Jahre alt – und hat dafür schon viel hinter sich. Wegmann hat in „Küstenwache“ und „Notruf Hafenkante“ mitgespielt, in einer Rosamunde-Pilcher-Verfilmung und dem portugiesischen Kinofilm „Body Rice“. Mit 18 Jahren ist sie nach Los Angeles, um an einem Schauspiel-Workshop teilzunehmen – und blieb dann doch mehrere Jahre dort. „Da war eine Verbundenheit“, erzählt sie über Los Angeles, „es war wie eine Verliebtheit.“ Seit Februar ist Sylta Fee Wegmann nun in Stuttgart, sie hat auf Schloss Solitude und im Rosensteinpark gedreht, im Theaterhaus mit dem Tänzer Eric Gauthier und am Stuttgarter Hafen. Sie hat sich ein Fahrrad gekauft, um die Stadt auch auf eigene Faust erobern zu können, und war am meisten überrascht, wie schön und gepflegt in Stuttgart die Parks sind. „Keiner latscht da drauf rum, das ist bei uns in Berlin nicht so.“ Trotzdem freut sie sich, wenn sie im November mal wieder länger nach Hause kann, „heim zu Mama“ in Berlin. „Man lernt die eigene Stadt schätzen, wenn man weg ist“, sagt sie, „ich könnte jedes Mal den Boden knutschen, wenn ich zurück bin.“

Zwei Jahre wird Wegmann nun vorerst an der Seite von Astrid Fünderich, Peter Ketnath und Benjamin Strecker ermitteln. Eine neue Erfahrung für die Schauspielerin, weil sie hier nicht nur, wie bei anderen Projekten, vier Wochen mit einem Team zusammenarbeitet, sondern Monate über Monate. „Wenn man zwei, drei Wochen zusammen ist, ist es wie eine Droge“, sagt Wegmann, „jetzt wird das Normalität.“ Jeden Tag werden sechseinhalb Minuten produziert und vier Bücher parallel gedreht.

Aber sie müsse bei den Ermittlungen ja „nur Fragen stellen“, meint Wegmann bescheiden, für die „großen Emotionen“ seien im Krimi die Täter und Opfer zuständig. Sie weiß, wovon sie spricht, denn die zarte junge Frau wurde in den vergangenen Jahren meist als Opfer eingesetzt. „Aber als Opfer, das gleichzeitig ein bisschen Täter war“, wie sie sagt. Deshalb will Wegmann irgendwann etwas ganz anderes spielen. Ihre Traumrolle? „Ein Serienmörder.“




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