Die Wilde Farm in Herrenberg vergibt Gemüseanteile für 2026. Um für die Idee der solidarischen Landwirtschaft zu werben, ist ein Ackerbegang im Frühjahr geplant.

Wer sich einen festen Anteil an frischem Gemüse sichern und gleichzeitig den regionalen Klimaschutz stärken möchte, kann sich in diesem Jahr an der Solidarischen Landwirtschaft (Solawi) Wilde Farm in Herrenberg beteiligen. Die Gemüseanteile können von Einzelpersonen, Haushalten oder auch gemeinsam mit anderen Interessierten übernommen werden. Auch halbe Anteile sind möglich. Die regelmäßige Gemüseausgabe erfolgt an mehreren Standorten. Die Wilde Farm ist Teil des städtischen Klimafahrplans und setzt auf gemeinschaftlich finanzierte, ökologische Landwirtschaft.

 

Damit noch mehr Menschen das Konzept und die Arbeit auf dem Feld kennenlernen, laden die Wilde Farm und die städtische Stabsstelle Klima- und Umweltschutz in diesem Frühjahr zu einem öffentlichen Ackerbesuch ein. Der genaue Termin steht zwar noch nicht fest. Doch sollen Interessierte dabei einen Einblick in den Gemüseanbau, die Organisation der Solawi und die Menschen hinter dem Projekt erhalten.

Regional, ökologisch und Teil des Klimafahrplans

Die Solawi funktioniert anders als der klassische Einkauf: Eine Gruppe von Haushalten finanziert gemeinsam einen landwirtschaftlichen Betrieb und erhält im Gegenzug regelmäßig Anteile der Ernte – unabhängig von Marktpreisen oder Verkaufszahlen. In Herrenberg geschieht das auf der Wilden Farm, einem kleinen Gemüsebetrieb in Kuppingen. Das Konzept schafft eine direkte Verbindung zwischen Erzeugung und Verbrauch und ermöglicht Planungssicherheit für den landwirtschaftlichen Betrieb. Ziel ist es, regionale Versorgungsstrukturen zu stärken, Lebensmittelverschwendung zu vermeiden und einen Beitrag zur Treibhausgasminderung zu leisten.

Die Stadt Herrenberg sieht in der Unterstützung von Initiativen wie der Wilden Farm ein praxisnahes Beispiel für klimagerechte Transformation: Kurze Lieferketten, gemeinschaftliches Wirtschaften und ein bewusster Umgang mit natürlichen Ressourcen machten die Solawi zu einem Baustein für die notwendige Ernährungswende.

Landwirtschaft zum Anfassen

Indessen dient die Wilde Farm der Stadt auch als Lernort. So setzte die städtische Stabsstelle Klima- und Umweltschutz gemeinsam mit der AGH-Uni des Andreae-Gymnasiums ein Bildungsprojekt um: Schülerinnen und Schüler erhielten dabei auf der Wilden Farm einen praktischen Einblick in die solidarische Landwirtschaft. Sie halfen bei der Gemüseernte, sortierten die Erträge für die Ausgabe an die Mitglieder und lernten dabei die Prinzipien nachhaltiger Lebensmittelproduktion kennen.