Solitude Revival Eine Rennatmosphäre wie vor 50 Jahren

Von Ulrike Otto 

Alle zwei Jahre wird am Glemseck einem Motorsportmythos gehuldigt: Das Solitude Revival lockt am Wochenende tausende Motorsportfans ins Mahdental – auch Rallye-Legende Walter Röhrl fährt mit.

Alle zwei Jahre wird am Glemseck einem Motorsportmythos gehuldigt: der Solitude-Rennstrecke. Foto: Fotoagentur-Stuttg 12 Bilder
Alle zwei Jahre wird am Glemseck einem Motorsportmythos gehuldigt: der Solitude-Rennstrecke. Foto: Fotoagentur-Stuttg

Leonberg - Alle zwei Jahre wird am Glemseck einem Motorsportmythos gehuldigt: der Solitude-Rennstrecke. An diesem Wochenende, 20. und 21. Juli, ist es wieder so weit. Beim Solitude Revival knattern die Rennmaschinen von einst, gepflegt und gehegt bis ins hohe Alter, über die frühere Rennstrecke. Eine Runde ist heute 11,7 Kilometer lang und offiziell vom Motorsportbund abgenommen. „Eine Rennstrecke im Original wie vor mehr als 50 Jahren ist heute kaum noch irgendwo auf der Welt zu finden“, teilen die Veranstalter mit, die das Revival ehrenamtlich als Verein organisieren.

Rund 430 Fahrzeuge sind in diesem Jahr bei den Rennen in verschiedenen Klassen am Start, vom Rennmotorrad über Vorkriegsfahrzeuge bis hin zu Porsche-Klassikern. Wobei Rennen eigentlich nicht das richtige Wort ist. Die Fahrer zeigen zwar, was ihre Maschinen so draufhaben. Aber es gehe mehr darum, den Zuschauern die Fahrzeuge zu präsentieren. Von 9 bis 18 Uhr finden an beiden Tagen die Läufe statt. Beide Tage klingen dann mit dem „Corso Classico“ aus. Der Sonntag beginnt bereits um 8.15 Uhr mit einem Gottesdienst.

Rallye-Legende Walter Röhrl fährt mit

Auch das Porsche-Museum ist an beiden Tagen mit Fahrzeugen vertreten, unter anderem 550 A Spyder aus dem Jahr 1956, mit dem Hans Herrmann im gleichen Jahr die „Solitude“ bestritt, sowie der 356 B Carrera GTL Abarth (1961), den Rallye-Legende Walter Röhrl fahren wird. Der 718 Formel 2 von 1960, der an das erste Formel-Rennen auf der „Solitude“ erinnert, wird ebenfalls auf dem Ring fahren. Dazu gibt es im Fahrerlager ein Zelt des Porsche-Museums, wo die Zuschauer mit den Fahrern ins Gespräch kommen können. Neben dem ehemaligen Porsche-Werksfahrer Herbert Linge, dem zu Ehren ein Sonderlauf stattfindet, wird auch Rennlegende Hans Herrmann erwartet. Ein Jubiläum feiert bei dieser Gelegenheit Eberhard Mahle: Vor 60 Jahren startete der Rennfahrer hier mit drei verschiedenen Autos.

Die historische Rennstrecke ist in dem Zeitraum (inklusive Auf- und Abbau) für den normalen Verkehr gesperrt. Für Besucher gibt es am Samstag und Sonntag einen kostenlosen Bus-Pendelverkehr. Dieser startet am Bahnhof Leonberg und verkehrt zwischen 8.20 und 19 Uhr. Weitere Haltestellen sind in der Römerstraße, am ASG sowie in der Glemseckstraße (Tankstelle). Vormittags werden zusätzlich historische Busse eingesetzt. Ein weiterer Bustransfer wird vom Bosch-Parkhaus auf der Schillerhöhe zum Eingang Krumbachtal angeboten.