InterviewSolitude Revival in Stuttgart „Die Menschen sind hier alle im Fieber“

Das Solitude-Revival ist ein echter Klassiker. Foto: 7aktuell/Andreas Werner
Das Solitude-Revival ist ein echter Klassiker. Foto: 7aktuell/Andreas Werner

Volker Strycek ist der erste DTM-Sieger in der Historie der Tourenwagenserie. Beim Solitude Revival war er in einem ganz besonderen Auto ebenfalls am Start und freute sich über diese Ehre.

Sport: Dominik Ignée (doi)
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Stuttgart - Für DTM-Sieger Volker Strycek übt die Solitude-Rennstrecke eine unheimliche Faszination aus.

Herr Strycek, hier sind unfassbar viele klassische Rennwagen zu sehen. Es ist wohl kein Zufall, dass wir Sie als Gesicht der Rüsselsheimer Marke vor den Opel-Autos antreffen.

Herrliche Wagen, die sind echt der Wahnsinn. Vor allem die alten Steinmetz-Opel. Ich bin damals als Jugendlicher von Nachbarn mit an den Nürburgring genommen worden und habe diese Autos angehimmelt. Und wenn dann Oliver Steinmetz, der Sohn von Klaus, solch einen Tourenwagen über die Solitude-Rennstrecke bewegt, dann ist das für mich auch ein bisschen Zeitgeschichte.

Hier auf der Solitude fuhren Sie aber – etwas fach- und markenfremd – einen Porsche.

Ja, es war ein 911 GT3. Mein Teamkollege hatte das Rad vorne links verloren, wir mussten erst mal schauen, dass wir die Ersatzteile so schnell wie möglich bekommen. Vor allem die Radmutter. Dieses Auto haben 2007 der Skispringer Sven Hannawald und der Bobfahrer Christoph Langen in der GT-Meisterschaft gefahren. Das war also eine Ehre für mich.

Na hören Sie mal: Sie sind der erste DTM-Sieger in der Historie der Tourenwagenserie. Das Auto wurde jetzt also erstmals von einem richtigen Profi gesteuert.

Ach, Sven und Christoph sind doch in ihren Sportarten zwei ganz ganz Große gewesen. Ich fand es toll, dass die beiden damals ihre Träume im Motorsport weitergelebt haben.

Die automobile Zukunft könnte irgendwann elektrisch sein. Geht einem da bei Reisen in die Vergangenheit wie hier auf der Solitude nicht das Herz auf?

Die Strecke ist unheimlich faszinierend. Aber auch die ganze Atmosphäre ist unglaublich. Die Menschen sind hier alle im Fieber des Automobils, das spürt man, und die Geschichten, die in jedem Zelt des Fahrerlagers erzählt werden, sind ein Hochgenuss.

Von all diesen Schmuckstücken würden wir den roten De Tomaso Pantera aus dem Jahr 1972 auf der Stelle mitnehmen, wenn wir könnten. Und Sie?

Ich finde den Porsche 917 unheimlich schön, mit so einem Rennwagen haben die Stuttgarter 1970 erstmals den Gesamtsieg in Le Mans geholt. Auch dieses Auto gehört zu meiner Kindheit und Jugend. Also wenn ich dürfte, dann würde ich den einpacken. Und zwar sofort.

Der ist überdies auch ein paar Millionen Euro wert.

Es geht hier nicht um die materiellen Werte, sondern um ideellen. Die sind viel schöner.




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