Solitude-Revival in Leonberg Bald heulen die Motoren am Glemseck wieder

Auch in diesem Jahr werden viele Auto-Fans erwartet. Foto: Jürgen Bach

Am Wochenende, Samstag 22. und Sonntag 23. Juni, gehen beim Solitude Revival wieder über 400 historische Sportfahrzeuge an den Start. Was wird geboten, wo kann man parken und welche Straßen sind gesperrt?

Die sogenannten goldenen Jahrzehnte des Motorsports sind zwar schon längst vorbei. Beim Solitude Revival lässt sich aber alle zwei Jahre erahnen, wie der Mythos Rennsport entstanden ist, der das Publikum beim Anblick der klassischen Rennwagen in Nostalgie verfallen lässt. Mehr als 400 Fahrzeuge aus fast 100 Jahren Rennsportgeschichte werden am kommenden Wochenende am Glemseck an den Start gehen.

 

Dröhnende Motoren, beißender Benzingeruch und das Erlebnis der Geschwindigkeit – das sind die Zutaten für einen Cocktail, den Motorsport- genauso wie Oldtimerfans lieben. Auch oder gerade weil das alles in Zeiten von Klimaschutz und Verkehrswende ein wenig wie aus der Zeit gefallen scheint.

In diesem Jahr mit Herbert-Linge-Gedächtnislauf

Vom 22. bis zum 23. Juni gibt es auf dem Gelände des ADAC Verkehrsübungsplatzes am Solitudering wieder zwei Tage lang reichlich Rennsport-Atmosphäre vergangener Tage zu schnuppern: Entsprechend groß dürfte auch in diesem Jahr wieder der Andrang der Motorsportinteressierten sein.

Zu den beiden Renntagen auf der legendären Strecke zwischen Leonberg und Stuttgart werden Rennwagen und Motorräder aus Vorkriegszeiten bis in die 90er-Jahre erwartet. Im Fahrerlager auf dem ADAC-Übungsplatz zeigen sich dann auch wieder einige Rennsportgrößen von damals und heute dem Publikum.

Lokalmatador Herbert Linge, Porsche-Urgestein aus Weissach, Rennfahrer und Stuntman, wird dabei schmerzlich vermisst werden. Er verstarb im Januar im Alter von 95 Jahren. Auf dem Programm des Solitude Revival steht deshalb in diesem Jahr ein Herbert-Linge-Gedächtnislauf, bei dem die Firma Porsche unter anderem mit einen 550 Spyder, Baujahr 1954, aus dem Bestand des Zuffenhausener Porschemuseums an den Start geht.

Ein Original kehrt auf die Strecke zurück

Zu Gast sein wird im zentral gelegenen Zelt des Zuffenhausener Sportwagenherstellers diesmal neben prominenten Rennfahrern auch Tatort-Schauspieler Richy Müller. Der TV-Kommissar geht nicht nur im Stuttgarter Tatort sonntagabends regelmäßig im schokobraunen 911er auf Gangsterjagd. Im echten Leben fuhr der Schauspieler zeitweise selbst Autorennen.

Porsche nimmt die Veranstaltung zudem zum Anlass, um an 50 Jahre Turbotechnologie zu erinnern und lässt – Stichwort Klimaschutz – einige Renner mit E-Fuels betanken. Mercedes wiederum erinnert an einen Streckenrekord beim Solitude-Bergrennen vor 100 Jahren: Damals fuhr der Esslinger Rennfahrer Otto Merz in einem Mercedes 2-Liter-Wagen die Tagesbestzeit. Nach zweijähriger Restaurierung kehrt einer dieser Original-Rennwagen von 1924 wieder auf die Strecke zurück. Rund zwölf Kilometer lang ist der Kurs, auf dem zwischen 1935 und 1965 Rennmotorräder und -automobile unterwegs waren. Begonnen hat die Geschichte der Solitude-Rennen 1903 als erste Straßenrennen zwischen Stuttgart und Schloss Solitude stattfanden. Anschließend änderte sich der Streckenverlauf immer wieder, bis sich 1935 der heute gefahrene Solitudering etablierte.

Die Ursprünge

Wo kann man am besten parken?

Das Veranstaltungsgelände des Solitude Revivals ist am Samstag und Sonntag von 9 bis 18.30 Uhr geöffnet, die sogenannte Event-Area am Samstag bis 20.30 Uhr. Zwischen Leonberg S-Bahnhof und Solitudering verkehren Shuttlebusse mit Zwischenstopps. Autos können am GEZE-Parkplatz, Reinhold-Vöster-Straße 2, bei Bosch in Gerlingen-Schillerhöhe (mit Schuttleverkehr) und am Solitudering auf einem Wiesenparkplatz abgestellt werden. Von Donnerstag bis einschließlich Montag kommt es aufgrund der Straßensperrungen rund um die gesamte Rennstrecke zu Verkehrsbehinderungen. Der Verkehr wird umgeleitet.

Straßensperrungen und Einschränkungen im ÖPNV

Sperrungen
 Die Mahdentalstraße wird zwischen der Autobahnanschlussstelle Leonberg-Ost und dem Abzweig Krummbachtal von Donnerstag, 20. Juni, 6 Uhr, bis voraussichtlich Montag, 24. Juni, 12 Uhr, gesperrt. Ebenso die Straße L 1188 zwischen Vergärungsanlage und Glemseck. Ab Freitag, 21. Juni, 6 Uhr, wird die Mahdentalstraße zwischen Abzweig Krummbachtal und Kreisverkehr Schattengrund gesperrt. Ab 18 Uhr, ist die L 1188 zwischen Vergärungsanlage und Magstadter Straße gesperrt. Ebenso die L 1189 zwischen A 8-Unterführung und Schattenring. Zufahrt für Anlieger der gesperrten Bereiche ist während der Fahrtpausen vereinzelt möglich.

Busverkehr
 Auch der Verkehr der Linie 92 ist von den Sperrungen betroffen. Von Donnerstag, 20. Juni, ab etwa 6 Uhr bis voraussichtlich Montag, 24. Juni, 12 Uhr, entfallen die Haltestellen„Glemseck“, „Rappenhof“, und „Schumisberg“ in „Leonberger Dreieck“ (beide Richtungen) wird zur Haltestelle „Göppinger Straße“ verlegt.

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