Sommer in Stuttgart Wasserversorgung auch bei Hitze stabil
Das Wasser für Stuttgart kommt vom Bodensee, aus der Donau und von der Ostalb. Zwei Versorger kümmern sich um die Landeshauptstadt – die Versorgung ist damit gesichert.
Das Wasser für Stuttgart kommt vom Bodensee, aus der Donau und von der Ostalb. Zwei Versorger kümmern sich um die Landeshauptstadt – die Versorgung ist damit gesichert.
Stuttgart - An Tagen wie diesen gibt es eine nahe liegende Frage: Wie sieht es mit der Wasserversorgung der Stadt aus? Einige werden sich noch erinnern an frühere heiße Sommer, in denen das Gießen von Gärten und das Waschen von Autos sogar bei Strafe verboten war. Kommt das jetzt bald wieder, wenn es weiter so heiß und trocken bleibt?
Stuttgarts technischer Bürgermeister Dirk Thürnau gibt Entwarnung: „Die Wasserversorgung ist sicher und völlig unproblematisch. Es gibt keine Engpässe, es sind auch keine absehbar.“ Die Wasserversorgung der Stadt sei sogar doppelt abgesichert: Einmal durch die Bodenseewasserversorgung (BWV), dann noch durch die Landeswasserversorgung (LW).
Beide sind Zulieferer für die NetzeBW und versorgen konkret die Stadt Stuttgart ziemlich genau jeweils zur Hälfte mit Wasser. Das sieht dann etwa so aus: „Die östlichen Stadtteile und der Talkessel werden von der LW versorgt, die Hanglagen, dann vor allem Zuffenhausen, Feuerbach und die Fildergemeinden bekommen ihr Wasser vom Bodensee“, so der LW-Sprecher Bernhard Röhrle. Ähnlich hälftig ist die Versorgung in Ludwigsburg und Kornwestheim, Esslingen bekommt hingegen zu 80 Prozent LW-Wasser. Die NetzeBW ist dann letztlich zuständig für die Verteilung auf jeden einzelnen Wasserhahn in der Stadt. Röhrle bestätigt: „Der Wasserverbrauch ist derzeit schon höher als sonst.“ Und die Gründe dafür sind ja naheliegend. Was aber erschwerend dazu kommt: „Wenn es regnet, merken wir das schnell am Rückgang des Wasserverbrauchs. Das ist jetzt nicht der Fall. Das heißt, es wird viel verbraucht für die Bewässerung. Und wir merken, dass in diesem Jahr viele zuhause bleiben.“
Bei den konkreten Abgabemengen sieht es zur Zeit so aus: Die LW liefert derzeit täglich etwa 370 000 Kubikmeter aus, davon gehen aktuell etwa 110 000 Kubikmeter an die Stadt Stuttgart. Bei der BWV waren es an diesem Montag 491 000 Kubikmeter für ihre jeweiligen Versorgungsgebiete. Das ist dort ebenfalls mehr als sonst, aber Spitzenwerte sind das noch nicht: Bei der BWV waren das schon mal bis zu 510 000 Kubikmeter an einem Tag.
Sorgen, dass das Wasser am Ursprungsort knapp wird, sind unbegründet. Die BWV etwa hat ein Abnahmerecht von täglich bis zu 670 000 Kubikmeter. Und es wird darauf verwiesen, dass die natürliche Verdunstung des Sees im selben Zeitraum mehr als doppelt so viel Wasser ausmacht.
Das Wasser vom Bodensee wird in 60 Metern Tiefe bei Sipplingen abgezapft und kommt dort erst mal in eine Aufbereitungsanlage. Das LW-Wasser kommt zur Hälfte aus der Donau bei Leipheim, zur anderen Hälfte ist es Grundwasser aus dem Gebiet zwischen Ulm und Heidenheim. Bei Langenau wird das Donauwasser zu Trinkwasser aufbereitet, dann wird dieses vermischt mit dem Grundwasser.
Das ist ein permanenter Prozess, weshalb sowohl LW wie BWV ausschließen, dass es auch zu Engpässen kommen könnte, weil irgendwo auf ein ungewöhnlich viel Wasser benötigt wird. „Die Entnahme und die Aufbereitung finden ja kontinuierlich statt“, so Röhrle. Die etwa sechs Stunden dauernde Aufbereitung bei Langenau ist davon fester Bestandteil. Und dann gibt es ja noch die mehrere hundert Kilometer Röhren, die stets gefüllt sind, sowie etliche Wasserspeicher.
Die größten Wasserspeicher der LW sind etwa in Essingen bei Aalen, in Amstetten bei Geislingen oder als nächstes bei Stuttgart in Lichtenwald im Schurwald. Ein ganz großer Speicher mit einem Fassungsvermögen von etwa 90 Millionen Liter ist in Schönbühl bei Weinstadt. In Stuttgart ist noch einer unter der Grabkapelle von Rotenberg. Diesen Speicher gibt es schon seit 1916, vor einigen Jahren wurde er aufwendig saniert. „Viele unserer Speicher sind tief unter der Erde, weil das die hohe Qualität unseres Wassers garantiert“, so Röhrle.
Zumindest für die Wasserversorger ist die derzeitige Hitze- und Trockenheitsperiode also kein Grund zur Beunruhigung. Sie sehen das Netz hinreichend abgesehen auch bei größeren Verbrauchsschwankungen.