Sommerakademie Freiräume in Stadt und Region

Von Elke Rutschmann 

Bei einer fünftägigen Sommerakademie haben Architekturstudenten und Lehrpersonal sich Gedanken über Möglichkeiten der Stuttgarter Stadtentwicklung gemacht.

100 Jahre nach dem Bau der Weißenhofsiedlung in Stuttgart – hier das Haus von Le Corbusier – soll es wieder eine Bauausstellung geben. Foto: dpa
100 Jahre nach dem Bau der Weißenhofsiedlung in Stuttgart – hier das Haus von Le Corbusier – soll es wieder eine Bauausstellung geben. Foto: dpa

Stuttgart - Studierende und Lehrpersonal von sechs Architekturfakultäten haben bei der IBA-Summerschool Möglichkeiten für die Entwicklung der Stadt aufgezeigt: die Weißenhofsiedlung als Stadtlabor mit neuen Lebensformen, die Verdrängung des Autos im Stuttgarter Westen, der Hegelplatz als Zentrum eines neuen Wohnkonzepts oder die Synergie von Wohnen und Arbeiten am Ufer des Neckars. Die fünftägige Sommerakademie ist eine gemeinsame Veranstaltung der Architektenkammer Baden-Württemberg und sechs Hochschulen für Architektur. Sie zeigte sich als Visionenschmiede für die 2027 ­geplante Internationale Bauausstellung StadtRegion Stuttgart (IBA).

In der Kirche Sankt Maria in der Tübinger Straße haben die angehenden Architekten aus Stuttgart, Lissabon, Nürtingen und Wien am Freitag spannende, provokante und identitätsstiftende Modelle präsentiert, um schon heute einen kreativen Wandel und Freiräume in der hochverdichteten Region zu schaffen. „Es geht darum, eine Art Vorsorgeuntersuchung zu machen, um weiter eine mobile, solidarische und partizipierende Region zu erhalten“, sagt Moderator und Architekturkritiker Christian Holl. Thomas Herrmann, Sprecher der Architekten in Stuttgart, hofft, dass die Summerschool künftig jährlich stattfindet: „Es wäre schön, wenn viele Impulse und Ideen in die IBA einfließen können“, sagt Herrmann. Die Regionalversammlung hatte am Mittwoch die Weichen für die Gründung einer GmbH und damit einer Geschäftsstelle gestellt, welche die IBA inhaltlich organisieren soll.

Neugestaltung in Hamburg

Keine Zukunftsvision hingegen ist die Neugestaltung des ehemaligen Esso-Häuser-Areals in Hamburg. Marie Zander von der Initiative PlanBude hat in ihrer Präsentation die Entwicklung eines städtebaulichen Beteiligungsprozesses aufgezeigt, bei dem die Bürger jahrelang eingebunden waren. „Dabei wurde das kreative Potenzial von Protestbewegungen konstruktiv genutzt“, sagt Zander. In zwei Containern veranstaltete die PlanBude Erörterungstermine und Informationsveranstaltungen, sammelte Einwendungen und Ideen und wertete 2300 Fragebögen aus. Ein Investor aus Süddeutschland, die Bayerische Hausbau, lässt auf dem 6200 Quadratmeter großen Gelände am Spielbudenplatz demnächst 200 Mietwohnungen, ein Hotel und ein Hostel bauen. Außerdem sollen dort bis 2020/21 mehrere Läden, Kneipen und Clubs entstehen. Künftig heißt das Areal Paloma-Viertel.

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