Sommerevent in Weil der Stadt Verregneter Start in die Strandsommer-Wochen

Sobald die Wolkendecke aufreißt, ist im großen Sandkasten reichlich Betrieb – dann wird gebuddelt. Den Erwachsenen heizte am Samstagabend die Band „Kuglfuhr“ ein.  Foto: Jan Potente

Die inzwischen sechste Ausgabe des Weil der Städter Strandsommer startete bei Sonnenschein eigentlich schon am Donnerstag. Das erste richtige Wochenende blieb dann allerdings durchwachsen.

Graue Wolken hängen am frühen Samstagabend über dem Marktplatz, die Liegestühle in der großen Sandbox des Weiler Strandsommers stehen verlassen da. So richtig Glück mit dem Wetter haben die Weil der Städter nach einer verregneten Bilanz im vergangenen Jahr offenbar auch dieses Jahr nicht – entgegen allen Erwartungen. Das große Eröffnungswochenende bleibt entsprechend durchwachsen.

 

Reger Betrieb ist zwar nicht im Sandkasten, der mit rund 200 Tonnen Sand jedes Jahr eigens für den Strandsommer aufgeschüttet wird. Dafür aber unter den Schirmen am Rande des Marktplatzes: Hier hat die Kinder- und Jugendstiftung ihr temporäres Lager aufgeschlagen, im Gepäck reichlich bunte Farben, Pinsel und Schwämme. Eine Familie ist für das Kinderschminken extra zum Marktplatz gekommen. Der kleine Hannes bekommt gerade eine galaktische Welt mit Sternen auf die Wangen gezaubert – von Genevieve Vaillant, der Frau des Bürgermeisters und Vorsitzenden der Kinder- und Jugendstiftung. „Was besonderes“ sei das, sagt Mutter Juliana. Ob Hannes das groß juckt? Viel wichtiger scheint ihm im Moment die Sache mit der Schminke zu sein – er hat sogar eine Vorlage mitgebracht.

Bewährtes mit neuen Akzenten

Während anderswo in der kleinen Traube unter dem Schirm der Stiftung noch gerätselt wird, welches Motiv es denn werden soll – eine Sonne, oder ein Regenbogen? – schwärmt die Weil der Städterin Juliana über das Programm des Strandsommers. „Ich bin echt begeistert“, sagt sie, lobt auch, dass sich so viele Vereine beteiligen. „Und für die Kinder ist es ein Selbstläufer“, sagt sie. Die würden gerne ihre Freundinnen und Freunde aus der Nachbarschaft zusammentrommeln und dann geschlossen zum Marktplatz gehen – zum Buddeln, selbstredend.

Auch sonst hält das Programm in diesem Jahr noch mehr Familienfreundliches bereit: Es gibt Kindertheater, die Zaubermühle kommt für zwei Auftritte vorbei, und ein Sandkünstler wird ein Ebenbild des Rathauses erschaffen. Neu in diesem Jahr, das berichtet Citymanager Markus Wagner, ist auch ein Wasserspiel. Am Samstag ist das, trotz Regen, sogar in Benutzung: Ein kleines Kind planscht, ungeachtet der Wassertropfen vom Himmel, mit den Händen in den kleinen Becken herum. Eine Ergänzung, die also schonmal gut ankommt.

Außerdem neu hinzugekommen ist eine kleine Oase mitsamt Kunstrasen, die nicht nur Schutz vor Regen bietet, sondern mit seiner Position nahe der Vereinsstände eben dorthin viele Besucher locken soll. Auch eine Tischtennisplatte gibt es jetzt. Bei der Planung der fünften Ausgabe des Strandsommers habe man auf Bewährtes gesetzt, sagt Wagner,„mit punktuell neuen Akzenten“.

Schnitzel in der Pfanne, nicht in der Fritteuse

Geplant wird der Strandsommer im Rathaus schon seit Januar. Große Unbekannte bei solchen Open-Air-Veranstaltungen ist aber eben immer das Wetter. „Wir verfolgen täglich, wie es sich entwickelt“, sagt Wagner. „Ich sage: Wir lassen es auf uns zukommen.“

Kaum frustriert vom verregneten Start in den Strandsommer zeigt sich am Samstag nicht nur Armando Arens, der für die Stiftung Unomonos Empanadas verkauft und „Chilcano des Pisco“ mixt. Auch Heinz Jäger vom Irish Pub in Leonberg, der beim Strandsommer seit jeher das gastronomische Angebot schmeißt, lässt sich nicht aus der Bahn bringen. Schlechtes Wetter? „Muss man im Sommer einfach mit einrechnen“, sagt er.

Jede Ausgabe des Strandsommers hat Jäger schon mitgemacht. „Man merkt, wie das Fest von Jahr zu Jahr mehr angenommen wird und sich entwickelt“, sagt er lobend. Zwar ist beim verregneten Auftakt auch der Appetit der wenigen Gäste nicht sonderlich groß, jederzeit einsatzbereit ist man hier trotzdem. Gehobener als in der typischen Imbissbude soll es bei Jäger zugehen, statt in die Fritteuse kommt das Schnitzel also in die Pfanne. „Aber Klassiker wie Pommes und Currywurst müssen trotzdem sein.“ Inzwischen gibt es bei Jäger auch hin und wieder ein Strandsommer-Special, dieses Jahr etwa Roast Beef – der Rest bleibt, wie das Wetter auch: eine Überraschung.

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