Sommerferien in Leinfelden-Echterdingen Ohne Ehrenamtliche läuft in Kid City nichts

Um das Angebot in den Ferien ausrichten zu können, braucht Projektleiterin Kerstin Schwarzkopf Ehrenamtliche wie Lisa Reitmayer und Michele Gentile (von links). Foto: Caroline Holowiecki

Die Kinderspielstadt des Stadtjugendrings Leinfelden-Echterdingen findet jedes Jahr in den ersten beiden Wochen der Sommerferien statt. Ein Team von etwa 30 jungen Ehrenamtlichen betreut die Kinder.

In der Malerei entstehen bunte Gemälde, in der Schneiderei muss gerade die Nähmaschine repariert werden. Aus der Musikschule dringen rhythmische Beats, ein Bub absolviert seine Fahrschulprüfung mit dem Kettcar: In der Kinderspielstadt Kid City auf dem Gelände des Philipp-Matthäus-Hahn-Gymnasiums in Echterdingen ist an zig Stationen Halligalli. 200 Mädchen und Jungen zwischen sieben und zwölf Jahren flitzen über den Schulhof, es wird gelacht, getobt und gespielt. Kid City ist ein Angebot des Stadtjugendrings Leinfelden-Echterdingen und hat auch dieses Jahr wieder zu Beginn der Sommerferien stattgefunden.

 

Das Programm, bei dem die Kinder sich in selbst gewählten Berufen selbstständig machen können und spielerisch demokratische Prozesse kennenlernen, ist beliebt. Anmeldungen sind schon ab Anfang des Jahres entgegen genommen worden. „Kid City war bisher jedes Jahr ausgebucht“, sagt Frank Stüber, der Stadtjugendring-Geschäftsführer.

Das Ganze ist also ein Erfolgskonzept. Nicht zu stemmen wäre das allerdings ohne einen Haufen Freiwilliger. Etwa 30 junge ehrenamtliche Betreuer haben ein Auge auf die vielen Kinder. Kerstin Schwarzkopf, die hauptamtliche Jugendreferentin und Projektleiterin, spricht zudem von Ehrenamtlichen, die in der Mensa kochen oder Strom verlegen: viele Menschen, die anpacken, aber „ich hatte bislang noch keine Probleme, Betreuer zu finden“, so Kerstin Schwarzkopf. Mitmachen kann man ab 16 Jahren. „Im Kid-City-Team treffen sich junge Menschen mit unterschiedlicher Ehrenamts-Geschichte: in Vereinen, als Jugendbegleiter an Schulen, in der offenen Kinder- und Jugendarbeit“, erklärt Frank Stüber.

Neu dabei in diesem Jahr war der 16-jährige Michele Gentile. Er hat die klassische Kid-City-Karriere durchlaufen – vom Teilnehmer zum Betreuer. „Es hat mir hier gefallen als Kind, ich wollte unbedingt bleiben“, sagt er. Ähnlich ging es der 23-jährigen Lisa Reitmayer, die zum achten Mal dabei war. Mittlerweile ist sie stellvertretende Projektleiterin. Sie hat ihren Freiwilligendienst beim Stadtjugendring absolviert, und auch die Fächer Erziehungswissenschaften und Soziale Arbeit, die sie heute studiert, kommen nicht von ungefähr. „Das kam über das Ehrenamt.“

Zehn bis zwölf besonders Engagierte

Kid City geht jedes Jahr über zwei Wochen, das sogenannte Org-Team, „ein Kern von zehn bis zwölf besonders Engagierten“, wie Frank Stüber erklärt, startet indes bereits im Januar mit seiner Arbeit, legt das Jahresmotto fest oder entwickelt Spielideen. Von März oder April an kommt das gesamte Betreuerteam zu mehreren Vorbereitungstreffen zusammen. Schulungen zu Erster Hilfe, Aufsichtspflicht oder – in diesem Jahr neu – gewaltfreier Kommunikation wollen ebenfalls im Vorfeld absolviert werden, denn „die Eltern erwarten von uns, dass wir die Kinder angemessen betreuen“, betont Kerstin Schwarzkopf. Und auch wenn an diesem Freitag schon wieder der letzte Kid-City-Tag für diesen Sommer war, endet der Einsatz der Freiwilligen nicht. „Die Zeit, die die Kinder auf dem Platz verbringen, macht nur etwa ein Drittel des Ehrenamts aus“, erklärt Lisa Reitmayer. Nachbesprechung, gemeinsame Essen, Ausflüge und mehr stehen noch bis November an, bevor es dann im Januar in die neue Runde geht.

Das klingt aufwendig und intensiv, aber es „macht einfach Spaß“, wie Michele Gentile betont. Er spricht von Teamspirit, die Aufwandsentschädigung, die jeder erhalte, spiele eine untergeordnete Rolle. „Wir sind wie ein Club. Wir bezeichnen uns selbst als Kid-City-Freunde“, sagt Kerstin Schwarzkopf. „Es bilden sich viele Freundschaften“, erklärt auch Lisa Reitmayer. So kommt es, dass viele Ehrenamtliche lange dabeibleiben, jedes Jahr aufs Neue mitmachen und erst aussteigen, wenn es aus beruflichen Gründen nicht mehr möglich ist. Kerstin Schwarzkopf sagt: „Im Org-Team kann ich mich auf jeden hundertprozentig verlassen.“

Auch in Herbstferien Programm

Jedes Jahr wieder
Die Echterdinger Kinderspielstadt Kid City findet seit 1996 jedes Jahr in den ersten beiden Wochen der Sommerferien statt. Veranstalter ist der Stadtjugendring Leinfelden-Echterdingen. Die 200 Plätze sind meist schnell ausgebucht. Darüber hinaus gibt es etliche Tagesveranstaltungen.

Anmeldemöglichkeit
Auch in den Herbstferien bietet der Stadtjugendring gemeinsam mit seinen Mitgliedsverbänden, Vereinen, Organisationen und Ehrenamtlichen wieder Veranstaltungen an. Eine Übersicht und Anmeldemöglichkeiten findet man online auf www.sjr-le.de.

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