Sommerferien In Mannheim dürfen Kinder umsonst ins Freibad

Freibäder in Baden-Württemberg sind in den Sommerferien ein beliebtes Ziel für Kinder und Jugendliche. Mancherorts gibt es für sie  kostenlose Tickets. Foto: imago/Kirchner-Media/Wedel
Freibäder in Baden-Württemberg sind in den Sommerferien ein beliebtes Ziel für Kinder und Jugendliche. Mancherorts gibt es für sie kostenlose Tickets. Foto: imago/Kirchner-Media/Wedel

Der Mannheimer Gemeinderat will Kinder und Jugendliche für Einschränkungen und Belastungen in der Coronapandemie entschädigen. Andere Städte haben ein ähnliches Angebot. Doch es gibt auch Gegenstimmen.

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Mannheim - Mannheimer Kinder und Jugendliche bis zum Alter von 18 sollen die Freibäder der Stadt in den kommenden sechs Wochen kostenlos besuchen dürfen. Dies hat der Gemeinderat kurzfristig vor Beginn der Sommerferien beschlossen. Den Antrag dafür hatte die SPD gestellt. Die Corona-Zeit habe allen Heranwachsenden sehr viel abverlangt, man wolle sie mit dem Verzicht auf Eintrittsgelder wenigstens „etwas für die entbehrungsreiche Zeit der vergangenen Monate entschädigen und ihnen dafür danken, dass sie die Einschränkungen und Belastungen im vergangenen Jahr mitgetragen und ertragen haben“, erklärte Andrea Safferling, die sportpolitische Sprecherin der Fraktion zur Begründung.

Es gibt auch Bedenken, etwa dass gebuchte Tickets nicht genutzt werden

Andere Städte, wie Augsburg, Hannover oder Kassel seien diesen Weg bereits gegangen. Die CDU begrüßte das Vorhaben. Schließlich verzichteten mehrere Familien wegen der Pandemie auf ihren sonst üblichen Sommerurlaub, so der Fraktionsvorsitzende Claudius Kranz.

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Deutliche Bedenken äußerten hingegen der Oberbürgermeister Peter Kurz und der für Sport und Bäder zuständige Bürgermeister Ralf Eisenhauer, beide gleichfalls SPD-Mitglieder. Angesichts der wegen aktuell begrenzten Besucherzahlen der Bäder sei zu befürchten, dass bei freiem Eintritt im geltenden Online-System viele Tickets gebucht und am Ende nicht genutzt würden, so dass am Ende weniger junge Leute kommen könnten, als möglich wären. Insgesamt müsse die Stadt durch den Eintrittsverzicht mit Einnahmeverlusten von 100 000 Euro rechnen, warnten sie – und sprachen sich gegen das Gratis-Angebot aus.

Die FDP und die Grünen stimmten gegen die Regelung

„Das ist nicht produktiv, die Verwaltung kann hier nicht zuraten“, fasste der OB seine Einwände zusammen. Dennoch reichte es im Gemeinderat am Ende zu einer knappen Mehrheit für den Antrag. Neben SPD und CDU votierten die Linken und ein Teil der AfD-Mitglieder für den freien Eintritt. Dagegen stimmten die FDP und die Grünen, während sich die Freien Wähler enthielten. Die Verwaltung werde es sicher schaffen, ihr Buchungssystem so zu programmieren, dass es Mannheimer Interessenten erkenne, zeigte sich der SPD-Fraktionsvorsitzende Thorsten Riehle zuversichtlich.

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