Sommerfest in Kornwestheim Sonnige Hits nach dem Auftakt mit Hagel
Inzwischen hat es Tradition: das gemeinsame Sommerfest der beiden Vereine, die sich Instrumental- und Vokalmusik auf ihre Fahnen geschrieben haben.
Inzwischen hat es Tradition: das gemeinsame Sommerfest der beiden Vereine, die sich Instrumental- und Vokalmusik auf ihre Fahnen geschrieben haben.
Seinen unerschütterlichen Humor ließ sich Michael Meyle nicht nehmen. „Es ist gut, dass es um 14.20 war und nicht um 18.20 Uhr.“ Der erste Vorstand der Städtischen Orchester Kornwestheim meinte damit das heftige Gewitter, das mit golfballgroßen Hagelkörnern und starkem Regen am Nachmittag schnell und heftig über Kornwestheim hinweggezogen war.
„Die Schäden haben sich in Grenzen gehalten“, zeigte sich Liederkranz-Vorstand Reinhard Wagner erleichtert. Tische und Bänke seien umgeweht worden, außerdem habe es kleinere Schäden am Rand der Stoffbespannung der Schirme gegeben. Hinter den Kulissen waren die Schäden allerdings größer. „Einige Autos von Vereinsmitgliedern wurden von Hagelkörnern beschädigt, meins auch“, berichtete Michael Meyle.
Um 19.30, zur Eröffnung des Festes, war davon nichts mehr zu sehen. Das Gewitter hatte sich verzogen, Tische und Bänke waren wieder trocken gewischt, und die vielen Besucher genossen das ländliche Ambiente inmitten der städtischen Nachbarschaft.
Humor bewies auch Oberbürgermeister Nico Lauxmann. Bei dem Fassanstich zur Eröffnung der Kornwestheimer Tage sei es „etwas unkontrolliert gelaufen“, bemerkte der OB selbstkritisch. Doch bei seiner Premieren-Eröffnung des Musikfestes hat schon der erste Schlag gesessen, und das Freibier war im Nu ausgeschenkt.
Das Große Blasorchester hatte bei den Plätzen auf der Bühne genau abmessen müssen, um alle 56 Instrumentalisten und Instrumentalistinnen auf der Bühne zu platzieren. Mit gewohnt hoher Qualität begeisterte das Orchester unter der Leitung von Gunnar Dieth mit einem Udo-Jürgens-Medley oder einem Medley von sonnigen italienischen Hits. Diese seien eine Hommage an den Italienischen Kulturverein, der die Bar betreibe, so Meyle. Am nächsten Abend bot sich ein völlig anderes Bild. Die gastierende Blaskapelle brauchte die Sonne nicht durch Hits aus südlichen Gefilden herbeizuzaubern. Vielmehr konnten die Musikerfreunde aus dem oberbayerischen Altmühldorf ihr Repertoire mit zünftiger bayerisch-böhmischer Blasmusik unter strahlend weiß-blauem Himmel darbieten. Schon um 19 Uhr waren alle Sitzplätze unter den schönen alten Apfelbäumen restlos belegt. Für viele Besucher war der Festbesuch der Höhepunkt einer Radtour oder Wanderung. Andere gönnten ihren kleinen und großen Hunden eine ausgiebigen Abendspaziergang. Für die Kleinsten eigneten sich die ersten harten Falläpfel hervorragend für die ersten Versuche als Fußballspieler.
Die Musikerfreundschaft zwischen dem Großen Blasorchester der Städtischen Orchester und der Blaskapelle aus der 23 000 – Einwohner-Gemeinde etwa 70 Kilometer östlich von München kam ursprünglich durch die private Freundschaft zwischen Michael Meyles Frau Tanja und Sabine aus Altmühldorf zustande.
Die beinahe 40 bayerischen Musikerinnen und Musiker mit ihrem großen Repertoire aus bayerisch-böhmischer Blasmusik gastierten bereits zum zweiten Mal im Schwabenland. „Wenn man uns zu einem Gegenbesuch nach Bayern einladen würde, würden wir gewiss nicht nein sagen“, scherzte Michael Meyle mit Blick auf die Musiker und Musikerinnen in ihren zünftigen Dirndln und Lederhosen. Der musikalische Leiter Stefan Freimann zeigte sich stolz auf die vielen jungen Instrumentalisten. „Wir legen sehr viel Wert auf eine gute Jugendarbeit“, berichtete er.
Nach einem langen Konzertabend hieß es für die Blaskapelle gleich wieder topfit zu sein für den Frühschoppen nach dem Open-Air-Gottesdienst mit Pfarrer Horst Rüb und dem Liederkranz.
Am Sonntagnachmittag sorgten schließlich der Musikverein Stuttgart-Hofen und das Jugendblasorchester der Städtischen Orchester ordentlich für Stimmung im Grünen.