Sommerserie: Modesünden Man trägt Ugg-Boots

In den Nullerjahren topmodisch: fellgefütterte Ugg-Boots zum Minikleidchen Foto: dpa
In den Nullerjahren topmodisch: fellgefütterte Ugg-Boots zum Minikleidchen Foto: dpa

Sommertrends der vergangenen Jahre: In den Nullerjahren waren die Ugg-Boots der schrägste Trend. Und diese Felltreter trugen modebewusste Mädels im Sommer zum kurzen Kleidchen. Oder waren die Crocs doch noch schlimmer?

Leben: Simone Höhn (sdr)
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Stuttgart - Sie sind die Enkel der Moonboots, die formlosen Lammfellschlubben, in denen man aussieht wie eine Kreuzung aus Fossi Bär und Trapper. In ihnen geht man noch eine Spur graziler als Touristen in Filzpantoffeln bei der Schlossführung. Und dann heißen sie auch noch so wie sie aussehen: Ugg-Boots. Hartnäckig halten sich Gerüchte, die Bezeichnung „Ugg“ leite sich vom englischen Wort für „ugly“ (hässlich) ab. Dabei ist es nur der Name des australischen Herstellers.

„Soooo bequem“ und „soooo schön warm“, schwärmten Modeopfer in Australien und Neuseeland ebenso wie in Deutschland, Japan oder Timbuktu. Dabei merkten sie gar nicht, wie sie sich selbst einen Bock, äh einen Bären, aufbinden. Seit wann ist es bitte schön wichtig, ob ein Schuh bequem oder warm ist? Wer schön sein will . . . und so weiter gilt heute wie damals und für die modische Ewigkeit!

Viel zu warm bei 28 Grad?

Das Absurde an diesem Trend, der bis heute nicht totzukriegen ist : nicht im Winter wurden die toten Lämmer mit Sohle zum Trend, sondern mitten im Sommer. Kate Moss, Sarah Jessica Parker, Paris Hilton und andere It-Girls trugen die Dinger zu kurzen Kleidchen, abgeschnittenen Shorts oder – klassisch – zur hautengen Jeansröhre. Viel zu warm bei 28 Grad, sagen Sie? Aber Sie wissen doch: wer schön sein will . . . Oder sollen etwa die quietschbunten Watschel-Crocs – ebenfalls in den Nullerjahren zum Trend avanciert – eine Alternative sein? Na bitte.

Vintage war schick, aber oft pseudo

Was das erste Jahrzehnt des neuen Jahrtausends sonst noch zu bieten hatte: metrosexuelle Männer à la David Beckham (die aufs Äußere achten, ohne ihre Männlichkeit dranzugeben), Chihuahuas in pinkfarbenen Prada-Handtaschen – und Vintage. Dieser Trend, auch Retro genannt, war oft nur auf alt gemacht, also pseudo. Die bekannteste Variante: verwaschene Jeans. Mit einer solchen in Kombination mit flauschigen, nicht wasserdichten Gehhülsen von Ugg in den Sommerregen geraten, und man sah aus wie ein Putzlappen.




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