Sonderausstellung 70 Jahre Porsche in Stuttgart Die Geburt einer Marke

Von Georg Linsenmann 

Es war ein Meilenstein in der Automobilgeschichte. Vor 70 Jahren hat Ferdinand Porsche die Zulassung für den Prototypen des Porsche 356 erhalten. Bei einem Pressetermin erlebt sogar der Museumsleiter einen ganz besonderen Moment.

Zwei echte Schmuckstücke Foto: Oliver Willikonsky - Lichtgut 5 Bilder
Zwei echte Schmuckstücke Foto: Oliver Willikonsky - Lichtgut

Stuttgart - Auf den Tag genau vor 70 Jahren hat der von Ferdinand Porsche entwickelte Prototyp des Porsche 356 „Nr. 1” Roadster in Kärnten die Zulassung für die Straße bekommen: Es ist die Geburtsstunde der legendären Marke und ein Meilenstein der Automobilgeschichte, der nun mit für Porsche typischem Tempo in die Zukunft der E-Mobilität fortgeschrieben wird. Speziell im Stammhaus Zuffenhausen, wo 2019 der rein elektrisch angetriebene „Mission E“ als „Sportwagen der Zukunft“ in Serie gehen soll.

Ein solches Jubiläum will gefeiert werden. Also hat das Porsche Museum nicht nicht nur die Fassade hübsch gemacht, sondern im Innern fast alles auf den Kopf gestellt: für die Sonderausstellung „70 Jahre Porsche Sportwagen“, die bis zum 6. Januar zu sehen ist: „Mit dieser Ausstellung schlagen wir einen komplett neuen Weg ein”, erklärt Achim Stejskal, der Leiter des Porsche Museums, „erstmals haben wir unsere gesamte Ausstellungsfläche von über 5600 Quadratmetern neu konzipiert.“

356 – eine magische Zahl

Statt im bisherigen chronologischen Ablauf der Produktgeschichte wird die Porsche-Historie nun in thematischen Blöcken präsentiert: „Und jedes Auto erzählt eine Geschichte“, erläutert Stejskal, „mit Filmen, interaktiven Elementen und mit Virtual Reality (VR)“. Die kommt auch im eigens auf dem Vorhof des Museums installierten Kubus zum Einsatz. Die VR-Zauberbrille führt in jene Scheune von Gmünd/Kärnten, wo man nun die Alu-Hülle, die Ferdi Porsche einst über eine Holzkonstruktion ziehen ließ, nachdengeln kann. Zur Feier des Tages darf Chefmechaniker Walter Layer die Nummer 1 vors Museum fahren. Vorher erläutert Stejskal, wie dieser Prototyp bereits „die typische Porsche-DNA enthält: leicht, effizient, leistungsstark.“ Vor dem Museum aber ist er fast sprachlos. Da steht neben der Nr. 1 mit einem Mal ein 1953 gefertigter 356-er: Frisch aus Japan eingetroffen, von Toshiyuki Suzuki auf mehr als 13 000 Kilometer Straße in einem Monat hierher gesteuert. Stejskal schaut auf die Kilometer – und liest die letzten Ziffern: „356! Das ist einfach magisch.“

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